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Dunkelziffer von Kane, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

6,99 €

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inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 11.09.2018 per Download lieferbar

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Dunkelziffer

Zwischen Gefahr und Ekstase ...

Julia Talbot macht sich Sorgen um einen ihrer Schüler: Brian Stratford scheint unter großem Druck zu stehen. Die engagierte Lehrerin führt dies auf Familienprobleme zurück, denn sein Vater möchte vom Bürgermeister zum Senator aufsteigen. Ihre anhaltenden Nachfragen beunruhigen Brians Onkel Connor, der die Familie und ihre Geheimnisse schützen will. Er versucht, Julia zu beschwichtigen - und gleichzeitig, sie zu verführen. Doch plötzlich verschwindet Brian, und die Suche nach ihm wird zu einem gefährlichen Unterfangen ...

Ein heißer Thriller von Andrea Kane, Autorin der Bestseller 'Schwesterherz' und 'Angsttage'.

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

Andrea Kane ist eine erfolgreiche US-Autorin, die u. a. psychologische Thriller schreibt. Ihre Bücher wurden bereits in über 20 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie und einem Zwergspitz in New Jersey. Im Internet ist sie unter
(LEzu finden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 478
    Erscheinungsdatum: 11.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732551347
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2323 kBytes
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Dunkelziffer

2

30. März

Poughkeepsie, New York

D arling, bist du sicher, dass du nicht doch über Nacht bleiben willst?" Meredith Talbot sah ihre Tochter fragend an. Sie saßen am späten Abend in dem hübschen Bistro des kleinen Ortes und tranken einen Kaffee. "Du musst über eine Stunde fahren, bis du zu Hause in deiner Wohnung bist. Morgen ist Samstag. Dein Vater hat keinen Unterricht, und deine Grundschule ist ebenfalls geschlossen. Du könntest das Wochenende bei uns verbringen."

"Danke, Mom, aber ich muss wirklich zurück." Julia Talbot warf ihrer Mutter einen dankbaren Blick zu. Sie wusste, dass hinter dieser Einladung mehr steckte als die Hoffnung auf ein nettes Familienwochenende. Dafür brauchte Julia keine Einladung. Sie fuhr gern nach Hause, tauschte Klassenzimmer-Anekdoten mit ihrem Vater aus und führte mit ihren Eltern leidenschaftliche Diskussionen. Sie unterhielten sich über alles - über Bücher, Politik und die Probleme der modernen Gesellschaft. Aber mit ihrer Einladung heute Abend beabsichtigte ihre Mutter keine Unterhaltung. Sie beabsichtigte, Julia ein wenig aufzumuntern.

Leider würden ihre Bemühungen nicht fruchten.

"Dieser Workshop war anstrengender als die meisten anderen", meinte Meredith leise.

"Das ist untertrieben." Julia seufzte. "Jede Woche, wenn ich dieses Krankenhaus betrete und neben dir stehe, rede ich mir ein, dass unsere Workshops wichtig sind. Aber dann höre ich Berichte wie den von Dr. Garber und frage mich, ob das alles einen Sinn macht oder ob unsere ganzen Anstrengungen völlig nutzlos sind."

"So darfst du nicht denken. Unsere Anstrengungen sind nicht nutzlos. Wir bekommen zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Das ist doch ein Anfang."

"Du hast einfach viel mehr Geduld als ich. Diese Statistiken anzuhören - das tut so weh."

Julia schob ihre leere Kaffeetasse zur Seite und dachte an die Frustration, mit der Dr. Garber einer Hand voll Workshop-Teilnehmern die Ergebnisse seiner jüngsten Studie vorgetragen hatte. Dr. Garber war Psychologe und hatte kürzlich eine Untersuchung über emotionale Kindesmisshandlung und Vernachlässigung durchgeführt. Das Ergebnis war erschreckend. Emotionale Kindesmisshandlung beschränkte sich nicht auf bestimmte kulturelle, demographische oder sozioökonomische Gruppen. So wie es alle möglichen Formen der Misshandlung gab, so gab es alle möglichen Typen von Menschen, die sie verantworteten. Zwei Pädagogen hatten Dr. Garbers Fallstudien bestätigt, ein Vorschullehrer und ein Beratungslehrer einer Mittelschule. Ihre Berichte über die beschädigten Persönlichkeitsstrukturen psychisch misshandelter Kinder hatten Julia zutiefst berührt.

Es war unvorstellbar, dass es Eltern gab, die ihren Kindern körperliche Gewalt antaten. Fast ebenso unvorstellbar war es, dass viele von ihnen ihren Kindern psychisch Gewalt antaten und ungeschoren davonkamen, weil sie keine sichtbaren Narben verursachten, die als Beweis herhalten konnten. Ganz abgesehen davon, dass viele von ihnen ihr Verhalten gar nicht als Misshandlung betrachteten.

Wie konnte jemand nicht erkennen, dass Vernachlässigung und Missachtung ebenso zerstörerisch sein konnten wie körperliche Gewalt? Vor allem wenn es um kleine Kinder ging, die leicht zu beeindrucken waren und die sich nichts sehnlicher wünschten, als ihren Eltern zu gefallen?

Allein der Gedanke zerriss Julia das Herz. Manchmal war es so schlimm, dass sie sich ernstlich fragte, ob sie auf Dauer stark genug sein würde, diese Workshops mit ihrer Mutter fortsetzen zu können. Ihre Mutter kam mit den emotionalen Belastungen viel besser zurecht - vielleicht weil sie Krankenschwester war und vielleicht weil sie älter und reifer war. Dabei war auch Julia durchaus nicht unerfahren. Sie hatte die Auswirkungen kindlicher Misshandlungen aus nächster Nähe miterlebt, und das schon in sehr jungen Jahren. Das Erlebnis hatte einen unauslöschlichen Eindruck i

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