text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Dunkle Flut Die Nordsee-Morde (1) von Maron, Isa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2016
  • Verlag: DUMONT Buchverlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dunkle Flut

"DUNKLE FLUT ist ein düsterer Thriller, messerscharf und rasant geschrieben und mit einer genialen Plotline." Sebastian Fitzek Ein mysteriöser Mordfall in Amsterdam-Nord: An einer Laterne hängt ein toter Mann. Die Szene erinnert an eine berühmte Rembrandt-Zeichnung. Durch Zufall ist Kyra Slagter eine der ersten am Tatort. Die 19-Jährige will unbedingt Polizistin werden. Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln, was Maud Mertens, die mit dem Fall betraut wird, natürlich nicht gefällt. Die altgediente Kommissarin hat eine pubertierende Tochter zuhause und nimmt die selbsternannte Kollegin zunächst nicht ernst. Aber dann findet Kyra eine Spur - und gerät selbst ins Visier des Täters, dessen Blutgier noch lange nicht gestillt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Gelingt es Mertens den Mörder zu fassen, bevor es zu spät ist? Die Nordsee-Morde: Band 1: Dunkle Flut Band 2: Kalte Brandung Band 3: Schwarzes Wasser Band 4: Tödliche Gezeiten Isa Maron, geboren 1965, ist Autorin mehrerer erfolgreicher Kriminalromane. Ihr Debüt Passiespel Dunkle Flut Kalte Brandung Schwarzes Wasser Tödliche Gezeiten Nordsee-Morde

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 15.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189150
    Verlag: DUMONT Buchverlag
    Originaltitel: Galgenveld
    Größe: 3553 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Dunkle Flut

2

"Es gab keinen Speck heute Morgen."

Die alte Frau runzelt ihre faltige Stirn und schwenkt den dünnen Zeigefinger hin und her.

"Kein Stückchen!"

"Wie ärgerlich, Mama", erwidert Maud Mertens geduldig. Sie kann noch immer nicht fassen, wie klein die Welt ihrer Mutter geworden ist. Seit fast fünf Jahren kreist sie ausschließlich um das Frühstück. Sie sitzt vor ihr, das graue Haar dünn, der Hals so schmal, als könne er den Kopf kaum noch tragen. Mit einem gurgelnden Geräusch betont sie ihren Unmut über das Essen.

Roos blickt Maud an, verdreht die Augen und schüttelt leicht den Kopf. Sie kennt ihre Großmutter als demente alte Frau. Dass sie als kleines Kind ein so enges Verhältnis zu ihr hatte, weiß Roos nicht mehr. Manchmal versucht Maud, sie an die frühere Großmutter zu erinnern, die schließlich noch immer in der Frau steckt, zu der sie geworden ist. Aber Roos ist dafür nicht empfänglich. sie reagiert mit der typischen Ungeduld einer Siebzehnjährigen, die das Alter als eine Krankheit betrachtet, die sie niemals bekommen wird.

"Es gab Joghurt", fährt Mauds Mutter mit angewidertem Gesichtsausdruck fort. "Mit so widerlichem süßem Zeugs drin."

Maud blickt sich um. Schwere Kiefernstühle stehen an ebenso schweren, mit Plastiktopfpflanzen dekorierten Holztischen. An der Wand hängen Bilder und andere Kunstwerke, die die Bewohner des Pflegeheims angefertigt haben.

Ihr Handy klingelt. Sie zieht es aus der Jackentasche und schaut auf das Display.

"Arbeit", sagt sie fast unhörbar leise zu Roos und nimmt das Gespräch an. Konzentriert hört sie ihrem Kollegen Niels Bingsten zu, während ihre Tochter sie hoffnungsvoll ansieht und ihre Mutter mit glasigem Blick zum Fenster hinausstarrt.

"Ich muss los", sagt Maud, als sie das Gespräch beendet hat.

Roos springt auf, räumt die Teetassen ab und bringt sie in die Küche. Zwei Damen mit identischer Frisur gaffen das ganz in Schwarz gekleidete junge Mädchen misstrauisch an. Roos' schwere schwarze Springerstiefel poltern über den Boden. Seit einer Woche trägt sie ein paar neonblaue Strähnen im schwarzen Haar - um ihre Erscheinung ein wenig aufzupeppen, oder um durch den Kontrast das Düstere daran noch betonen? Wenn Maud es doch nur wüsste. Wenn sie es nur verstehen könnte.

Mauds Mutter ist aufgestanden.

"Gehen wir nach Hause?", fragt sie. "Endlich. Mir gefällt es hier nicht."

Maud sieht das hoffnungsvolle Leuchten in ihren Augen. Sie wendet den Blick ab und betrachtet die Hände ihrer Mutter, die wie knorrige Baumwurzeln auf dem Tisch liegen.

"Vielleicht gibt es morgen wieder Speck, Oma", tröstet Roos ihre Großmutter und umarmt sie. "Das wäre doch schön, oder?"

Maud beugt sich nach vorn und küsst ihre Mutter auf die faltige Wange. "Ich muss gehen, Mama. Die Arbeit. Ich komme bald wieder."

"Sei nur vorsichtig, Schatz." Ihre Mutter lächelt traurig, und ihre Stimme klingt auf einmal sanfter als seit Monaten. Langsam lässt sie sich wieder auf den Stuhl sinken. Sie sucht den Tisch ab, und da es keine Teetasse mehr gibt, an die sie sich klammern könnte, zieht sie eine Plastikpflanze zu sich heran.

"Immer dieses Theater um das Frühstück", bemerkt Roos abfällig, während sie mit großen Schritten auf die Beifahrerseite des Autos zueilt.

Maud steigt ein, schnallt sich an und startet den Wagen. Schweigend stellt sie das Navi ein, obwohl sie den Weg kennt.

"Es ist schade, dass du das Café von Opa und Oma nicht mehr gekannt hast", erwidert sie, wirft einen Blick auf die lange Schlange vor der Ampel und schert aus auf die Straßenbahnspur. Als die Ampel auf Grün springt, ist sie die Erste in der Schlange. "Dort gab es das beste Frühstück am ganzen Dappermarkt. Jeder, der einen guten Start in den Tag wollte, ging dorthin. Gebratene Eier mit dicken Scheiben Weißbrot. Und Speck. Dafür waren sie berühmt, für den guten Speck. Den besten Speck von Amsterd

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen