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Durch Feuer und Wasser Psychothriller von Grebe, Camilla (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Durch Feuer und Wasser

Zwei Geschwister verschwinden kurz nacheinander von ihren Pflegeeltern. Wenig später taucht ein Bild von den beiden im Internet auf, zusammen mit einer fremden Frau. Als diese einige Tage später tot aufgefunden wird, muss das Ermittlerteam schnell handeln. Was ist mit der Frau passiert? Und warum ist sie auf einem Bild mit den zwei vermissten Kindern zu sehen? Was hatte sie mit ihnen zu tun? Psychotherapeutin Siri Bergman und ihrem Team bei der Stockholmer Polizei bleibt nicht viel Zeit, um dem mysteriösen Fall auf den Grund zu gehen und den Täter zu finden. Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Der Roman 'Die Therapeutin' war ihr erstes Gemeinschaftsprojekt, fast zwangsläufig entstanden aus ihrer Liebe zur Kriminalliteratur. Camilla, geboren 1968, lebt in Stockholm mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dalmatiner. Sie ist studierte Betriebswirtin, hat den Hörbuchverlag 'StorySide' gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Åsa, geboren 1970, lebt in Gnesta mit ihrem Mann und zwei Kindern. Sie arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641202828
    Verlag: btb
    Serie: Siri Bergmann .5
    Originaltitel: Eld och djupa vatten
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Durch Feuer und Wasser

Er setzt sich im Bett auf. Lauscht unruhig auf Geräusche, hat Angst, seine Eltern könnten das Klingeln hören. Er hat mit dem Wecker im Bett geschlafen. Wie eine harte Kugel lag der unter dem weichen Kissen. Wie ein Geheimnis, von dem nur er wusste.

Das einzige Licht im Zimmer stammt von einem orangefarbenen Weihnachtsstern aus Pappe, der sein Licht im Kinderzimmer verbreitet. Das schmale Bett, das Bücherregal aus Fichtenholz und die bunten, bis an den Rand mit Spielzeug gefüllten Plastikkisten werden davon brandgelb gefärbt. Auf dem kleinen Schreibtisch neben der Tür steht ein Flamingo aus rosa Glas, den seine kleine Schwester ihm zu Weihnachten geschenkt hat. Daneben sitzt Onkel Dagobert mit düsterer Miene auf der Spardose, die wie eine Truhe aussieht, und bewacht das Geld. Der Junge weiß genau, wie viel er in der Spardose hat. Neunzehn Kronen und fünfzig Öre. Der Junge denkt, dass er ein so guter Slalomläufer werden will wie Ingemar. Auch er wird die steilsten Hänge hinuntersausen und die größten Rennen gewinnen. Sein Papa hat ihm versprochen, dass er dieses Jahr in die Skischule darf. Er ist doch jetzt sieben, also groß genug. Nach Weihnachten wird die Familie nach Sälen fahren, und da kann er dann endlich seine neuen Skier ausprobieren.

Der Junge steht auf. Schleicht vorsichtig zum Fenster. Stellt sich dicht vor die Scheibe. Legt die Hand an das kalte, glatte Glas. Draußen ist der Himmel schwarz, und er kann Tausende funkelnder Sterne sehen. Sie kommen ihm vor wie spitze Glasscherben, die jemand über ein schwarzes Tuch verstreut hat.

Den Jungen schaudert es. Er mag es nicht, wenn der Nachthimmel das Haus in Finsternis hüllt. Er hat Angst vor Dunkelheit und Leere, vor allem vor dem, was sich dort draußen versteckt und nicht zu sehen ist. Er richtet lieber den Blick nach unten auf das Grundstück. Der Schnee liegt unberührt da und die Straßenlaterne wirft ihr kaltes Licht auf den weißen daunenweichen Teppich.

Überall Schnee. Der breitet sich wie eine dicke Decke über den Garten. Der Junge ahnt die Umrisse von Büschen und Beeten und von Papas altem Fahrrad vor der Garage. Mama hat in einen der knorrigen Apfelbäume Laternen gehängt. Es sieht so schön aus, wenn die Laternen durch den Schnee leuchten. Wirklich wie Weihnachten.

Es ist halb fünf Uhr morgens. Bald wird Mama aufstehen. Sie muss immer früh raus, um rechtzeitig bei ihrer Arbeit im Krankenhaus zu sein.

Mama arbeitet bei kranken Kindern, und ab und zu weint sie, wenn sie nach Hause kommt. Dann ist tagsüber etwas passiert. Der Junge hat heimlich zugehört, als Mama und Papa geredet haben, und er weiß, dass bei Mamas Arbeit schlimme Dinge geschehen. Es kommt vor, dass Kinder sterben. Dass sie so krank sind, dass sie nicht mehr leben können. Er bekommt Angst, wenn er Mamas Geschichten hört. Auch er ist schließlich schon krank gewesen. Was, wenn es auch bei ihm so schlimm wird, dass er stirbt? Oder vielleicht Mama oder Papa oder Elsemarie? Wenn der Junge über solche Dinge nachdenkt, bekommt er Bauchschmerzen und muss an etwas anderes denken. Wie Autos. Oder Tablettenschachteln.

Er flüstert alle Namen von Tablettenschachteln, die er kennt, wieder und wieder.

Nach einer Weile geht es ihm besser.

Vorsichtig drückt er auf die Klinke und schleicht hinaus auf den schmalen Gang. Elsemaries Zimmertür steht offen, und er kann ihr erleuchtetes Aquarium sehen, das einen eigenen Tisch hat. Die weiße Tür der Eltern ist geschlossen, und er weiß, dass die beiden dahinter tief schlafen. Der Junge spürt den Teppichboden an seinen nackten Fußsohlen kitzeln. Es fühlt sich schön an, wie Samt. Wenn man den Fuß darüberzieht, bleibt eine Spur in dem dicken Teppich. Das sieht witzig aus. Der ganze Teppich sieht witzig aus.

So ein Teppichboden ist auch auf der Treppe verlegt. Papa sagt, das sei gut, dann ist die Treppe nicht so glatt und man braucht keine Angst zu haben, dass man ausrutscht und sich wehtut. Papa find

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