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Durch Mark und Bein Roman von Reichs, Kathy (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Durch Mark und Bein

Hochspannung garantiert! Flug 228 der TransSouth Air ist über Swain County, North Carolina, abgestürzt, und die forensische Anthropologin Tempe Brennan wird mit der Identifikation der Opfer betraut. Ein grausiger Fund in der Nähe des Unglücksorts bringt sie auf die Fährte eines schrecklichen Verbrechens ... Auch in ihrem vierten Roman garantiert Kathy Reichs ihren Fans Nervenkitzel und Hochspannung - und eine Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes durch Mark und Bein geht. Kathy Reichs, geboren in Chicago, lebt in Charlotte und Montreal. Sie ist Professorin für Soziologie und Anthropologie und unter anderem als forensische Anthropologin für gerichtsmedizinische Institute in Quebec und North Carolina tätig. Ihre Romane erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf internationalen und deutschen Bestsellerlisten und wurden in 30 Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641127466
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 43654
    Originaltitel: Fatal Voyage
    Größe: 1883 kBytes
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Durch Mark und Bein

2

"Die Fußballteams der University of Georgia?"

Crowe nickte. "Hanover sagte, dass sowohl die Männer wie die Frauen zu Spielen irgendwo in der Nähe von Washington fliegen wollten."

"Mein Gott." Bilder blitzten vor mir auf. Ein abgetrenntes Bein. Ein Gebiss mit Zahnspange. Eine junge Frau in einem Baum.

Plötzlich packte mich die Angst.

Meine Tochter Katy studierte in Virginia, besuchte aber oft ihre Freundin in Athens, der Heimatstadt der University of Georgia. Lija hatte ein Sportstipendium. War es Fußball?

O Gott. Meine Gedanken rasten. Hatte Katy etwas von einer Reise gesagt? Wann waren ihre Semesterferien? Ich widerstand dem Drang, nach meinem Handy zu greifen.

"Wie viele Studenten?"

"Zweiundvierzig Passagiere buchten über die Universität. Hanover glaubt, dass die meisten davon Studenten waren. Neben den Sportlern waren wohl noch Betreuer, Trainer, Freunde und Freundinnen an Bord. Vielleicht ein paar Fans." Crowe fuhr sich mit der Hand über den Mund. "Das Übliche."

Das Übliche. Das Herz tat mir weh angesichts so vieler so junger Leute, die den Tod gefunden hatten. Dann kam mir ein anderer Gedanke.

"Die Medien werden sich darauf stürzen wie die Geier."

"Das war auch Hanovers größte Sorge." Crowes Stimme triefte vor Sarkasmus.

"Wenn die NTSB übernimmt, wird die sich um die Presse kümmern."

Und um die Familien, fügte ich nicht hinzu. Auch die würden hier sein, würden jammern und sich in die Arme fallen, und während die einen mit entsetzten Augen einfach nur starren würden, würden andere sofortige Antworten verlangen, ihren unerträglichen Kummer hinter Aggressivität verbergen.

In diesem Augenblick knatterten Rotoren, und wir sahen einen Helikopter, der im Tiefflug über die Bäume herankam. Neben dem Piloten entdeckte ich eine vertraute Gestalt, hinten saß noch eine weitere Silhouette. Der Hubschrauber kreiste zweimal und flog dann in die entgegengesetzte Richtung zu der Stelle, wo ich die Straße vermutete, davon.

"Wo wollen die hin?"

"Wenn ich das wüsste. Wir sind hier oben mit Landeplätzen nicht gerade gesegnet." Crowe senkte den Blick, setzte den Hut wieder auf und schob sich dabei fast verlegen ihre krausen Haare zurecht.

"Kaffee?"

Dreißig Minuten später betrat der Chief ME, der Oberste Leichenbeschauer des Staates North Carolina, gefolgt vom Vizegouverneur, das abgesperrte Areal. Ersterer trug die übliche Einsatzuniform, bestehend aus Stiefeln und Khakis, Letzterer einen Geschäftsanzug. Ich sah ihnen zu, wie sie sich einen Weg durch die Trümmer bahnten, wobei der Pathologe sich bereits einschätzend umsah, der Politiker jedoch den Kopf gesenkt hielt und sich so dünn wie möglich machte, als würde jeder Kontakt mit seiner Umgebung ihn zum Beteiligten machen und nicht nur zum Beobachter. Sie blieben stehen, der ME sprach mit einem Deputy. Der Mann zeigte in unsere Richtung, und die beiden kamen auf uns zu.

"O Mann. Was für eine fotogene Szenerie." Crowe sagte das mit demselben Sarkasmus, den sie schon gegen Hanover, den Vorstandsvorsitzenden von TransSouth Air, gerichtet hatte.

Crowe zerdrückte ihren Styroporbecher und knallte ihn in eine Isoliertasche. Ich gab ihr meinen und wunderte mich dabei über die Heftigkeit ihrer Ablehnung. Hatte sie etwas gegen die Politik des Vizegouverneurs, oder gab es einen persönlichen Zwist zwischen Lucy Crowe und Parker Davenport?

Als die Männer dann bei uns waren, zeigte der ME seinen Ausweis. Crowe winkte ab.

"Nicht nötig, Doc. Ich weiß, wer Sie sind."

Ich wusste es ebenfalls, denn ich hatte mit Larke Tyrell seit seiner Ernennung zum Obersten Leichenbeschauer von North Carolina zusammengearbeitet. Larke war herrschsüchtig und ein Zyniker, aber einer der besten Pathologen des Landes. Obwohl er mit einem unzureichenden Budget und desinteressierten Politikern arbeiten musste, hatte er sein Institut in

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