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Eifel-Krieg Ein Siggi-Baumeister-Krimi von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2013
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Eifel-Krieg

In der Eifel herrscht Krieg, und niemand weiß, wo die Fronten verlaufen. Die friedliche Eifelwelt gerät völlig aus den Fugen: Siggi Baumeister wird schwer verletzt, noch ehe er sich mit den Untersuchungen um einen rätselhaften Toten beschäftigen kann. Sein väterlicher Freund Rodenstock muss nach einem brutalen Überfall sicherheitshalber ins Koma gelegt werden, weil nicht klar ist, ob ihm die Ärzte überhaupt noch helfen können. Alles dreht sich anscheinend um einen großen Bauernhof, von dem jedermann behauptet, er werde von Neonazis bewohnt. Aber was ist beweisbar? Ein junger Mann wird erschossen, eine Sechzehnjährige schlägt brutal mit einem Axtstiel zu, und ein Unbekannter schießt auf Jäger im Wald. Mit Sicherheit weiß man: Ein Heckenschütze ist in der Eifel unterwegs, ein Sniper - ein Alptraum für jede Mordkommission. Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass junge Mütter ihren Kindern verbieten, draußen zu spielen. Jacques Berndorf Ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, 'Eifel-Blues', erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. 2003 erhielt er vom 'Syndikat', der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den 'Ehren-Glauser' für sein Lebenswerk. Dazu zählt mittlerweile auch der erfolgreiche Agenten-Thriller 'Ein guter Mann' (2005), dessen Verfilmungsrechte von Regisseur Detlev Buck erworben wurden. Von Jacques Berndorf sind bei KBV die Siggi-Baumeister-Krimis 'Der letzte Agent', 'Requiem für einen Henker', 'Der Bär' und 'Mond über der Eifel', 'Die Nürburg-Papiere' und 'Die Eifel-Connection' erschienen sowie 'Der Monat vor dem Mord' ein Manuskript aus dem Jahr 1972, geschrieben für den 'stern', der damals noch Woche für Woche einen Kriminalroman veröffentlichte. Im Herbst 2012 erschien mit 'Eifel-Bullen' der 21. Fall um den legendären Ermittler Siggi Baumeister und seine Freunde Emma und Kriminaloberrat a.D. Rodenstock. Außerdem ist Berndorf Herausgeber der KBV-Kurzkrimisammlung 'Mords-Eifel', 'Tatort-Eifel' und 'Tatort Eifel 2'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 31.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954411436
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi Bd.22
    Größe: 1032 kBytes
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Eifel-Krieg

1. Kapitel

Mein Kater Satchmo ist tot. Er war achtzehn Jahre lang ein sehr guter Kumpel, und er bestand achtzehn Jahre lang auf seiner Unabhängigkeit, er war nicht käuflich. Er war eine echte Eifeler Scheunenkatze.

Mein Freund Tom Ewertz, Bauer in Niederehe, hatte ihn mir geschenkt, als er nicht mehr war als eine Handvoll. Anfangs lebte er zusammen mit seinem Bruder Paul bei mir, bis der an einem nebligen Tag stracks in ein Auto rannte. Satchmo mochte Autos seitdem nicht und schaute durchaus aufmerksam, ob er die Dorfstraße gefahrlos queren konnte.

Es war kein Auto, es war das Alter. Satchmo baute rapide ab, die Nieren machten ihm Schwierigkeiten, er lag desinteressiert herum, er ging immer weniger hinaus in den Garten, er wurde hager wie ein alter Mann ohne Mut und Hunger. Er sprach auch nicht mehr mit mir, was er sein ganzes Leben lang getan hatte. Immer wenn wir aufeinandertrafen, jaulte er in allen erdenklichen Tonlagen, und ich hatte den Eindruck, er wollte mir mitteilen, was er den Tag über im Dorf erlebt hatte. "Stell dir vor, wen ich getroffen habe. Die alte Lisbeth. Auf dem Weg zum Friedhof ..."

In den letzten Tagen des vergangenen Jahres war es ganz schlimm. Er fraß nicht mehr. An Silvester verlor er jede Kontrolle, da begann er zu sterben, das machte mir Angst. Er konnte nicht mehr stehen. Und wenn er sich mühsam auf die Beine zu stellen versuchte, begann er, sekundenlang wild zu schwanken, und schoss dann mit zwei, drei Trippelschritten vollkommen haltlos gegen irgendein Hindernis. Gegen einen Heizkörper zum Beispiel oder einfach in eine Zimmerecke oder gegen einen Plastikeimer. Er fiel um und blieb an dem Platz, an dem er scheiterte. Es war so, als würde er nichts mehr sehen, als wäre er blind. Und wenn ich ihn rief, hob er nicht einmal mehr den Kopf.

Ich konnte nicht mehr zusehen und rief in der Praxis von Susanne Fügen in Daun an. Ich sagte, was zu sagen war. Satchmo kam in seinen Plastikbehälter, er wehrte sich nicht, und wir fuhren nach Daun. Gewöhnlich hatte mein Kater mit wilder Hysterie auf diese Praxis reagiert und mit noch größerer Hysterie auf den blanken Stahltisch. Das schien ihn nicht mehr zu berühren, wahrscheinlich begriff er das alles nicht mehr.

Er bekam eine Winzigkeit intravenös gespritzt, er zuckte nicht, er blieb ganz ruhig, zu Tode erschöpft. Dann war er fort, und Susanne Fügen fragte mich freundlich und sanft, ob ich noch eine Weile lang mit ihm allein sein wolle. Das wollte ich nicht.

Immer wieder, wenn ich im EDEKA in Kelberg einkaufen gehe, finde ich mich in der Abteilung Tierfutter wieder und überlege, ob ich Katzenstreu oder Katzenmilch mitnehmen muss. Das wird seine Zeit brauchen, auch mein alter Satchmo geht nie so ganz.

Aber eigentlich will ich die Geschichte von Blue erzählen, die in diesem sommerlichen Juni so hinterhältig, brutal und traurig begann und schlussendlich in einem Chaos endete, mit dem niemand hatte rechnen können.

Es fing an, als Rodenstock mich gegen Abend beiläufig anrief und damit lockte, dass Emma gerade Melonen mit rohem Schinken von Otten in Strohn auf den Tisch brachte – "handgeschnitzt", wie er mir versicherte. Ob ich denn in Heyroth aufschlagen könne, um Schinken und Melone zu zerstören? Ich sagte natürlich zu, weil ich immer zusage, wenn es irgendetwas Kostenloses gibt, da bin ich sehr konsequent. Ich fuhr also die lächerlichen zwei Kilometer zu ihrem Haus und freute mich auf ein munteres Geplauder bei Schinken und Melone unter einer abendlichen, immer noch warmen Sonne.

Rodenstock stand in der Tür, empfing mich mit einer hastig geflüsterten Inf

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