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Ein bedauerlicher Unfall von Teuber, Bernd (eBook)

  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
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Ein bedauerlicher Unfall

Krimi von Bernd Teuber Der Umfang dieses Buchs entspricht 161 Taschenbuchseiten. ' Auf der Stufe oberhalb seines Kopfes hielt sie inne. Er sieht nicht mehr wie ein menschliches Wesen aus, dachte sie. Das rechte Bein lag seltsam nach oben verdreht unter seinem Körper. Er war groß gewesen und fünfundachtzig Kilo schwer. Aber jetzt lag er dort zusammengeknüllt wie ein Haufen alter Kleider. Seine Hand glitt von der Stufe hinunter. Ingrid hielt den Atem an. Er ist gar nicht tot...' Der Geschäftsmann Friedrich Stöcker liegt tot in der Eingangshalle seines Hauses. War es ein Unfall oder Mord? Kommissar Lüders verdächtigt Stöckers Privatsekretärin Ingrid Wernicke, doch ihm fehlen die Beweise. Auch ein Motiv ist nicht erkennbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 161
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738928341
    Verlag: Uksak E-Books
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Ein bedauerlicher Unfall

2

Wie hatte sie Friedrich Stöcker kennengelernt?

Und wo?

Ingrid blickte den Kommissar an.

Sie hasste ihn. Als sie zu sprechen begann, erzählte sie ihm nur unverbindliche und nichtssagende Lügen.

Aber wie hatte es tatsächlich angefangen, Herr Lüders?

Schon im Mutterleib musste es begonnen haben. Wären Sie entsetzt, wenn ich das laut zu Ihnen sagte? Natürlich, dort hatte es seinen Ursprung. Wenn Sie etwas von Vererbung verstehen, müssen Sie das erkennen. Dann wissen Sie Bescheid, wie Farbe und Form der Haare zustande kommen und der Zahnbau. Sie können verstehen, dass zwei hässliche Menschen ein hübsches Kind bekommen, weil ihre Züge sich in ihnen zu einem angenehmen Gesamteindruck vereinen.

Es kann aber auch anders kommen. Eltern, die nett aussehen, die - sagen wir - nicht wohlhabend sind. Beide arbeiten hart. Die Frau geht zur Kirche und tratscht die ganze Woche mit den Nachbarn. Eine ganz gewöhnliche Frau. Und der Mann trinkt ein wenig und sieht sehnsüchtig nach jüngeren, hübscheren Frauen.

Ein Kind wird geboren. Die ersten Jahre hat die Kleine Scharlach und Mumps. Später, mit acht oder neun Jahren, entdeckte man, dass sie schiefe Zähne hat und verpasst ihr eine Klammer. Ja, Herr Lüders, damals hat es begonnen. Sie blickte ihn an. Wann war das genau? Damals, als zum ersten Mal irgendeine Frau Ingrid ansah und meinte: "Ist sie nicht ein hässliches Ding?"

Sie holte tief Atem. Nie lernte sie es, Kleidung richtig zu tragen, weil es nie genug Geld für hübsche Sachen gab. Geldnot beherrschte ihre Kindheit. Manche Menschen können das verwinden. Ingrid aber nicht. Sie wuchs heran und war entschlossen, einmal all die Dinge zu besitzen, die ihr jetzt versagt blieben. Einiges Tages sollte man sie würdigen. Sie behandeln wie andere hübsche Frauen.

Persönlichkeit ist etwas, das man entwickeln muss, Herr Lüders. Oder wissen Sie das? Kümmert Sie das?

Wenn du keine Gelegenheit hast, mit jungen Männern zu flirten, weil du die ganze Zeit arbeiten musst, kannst du es bestimmt nicht lernen, nicht wahr? Aber andererseits ist es dein größter Wunsch, trotzdem, beachtet zu werden. Du wirst verschlossen, du tust geheimnisvoll. Wenn die Leute sich bemühen, nett zu sein, fährst du sie an und knurrst wie ein bösartiger, kleiner Schoßhund. Du wirst empfindlich.

So empfindlich, dass zwei Menschen nicht in einem Raum miteinander flüstern dürfen, ohne dass es dich krankmacht. Du bist überzeugt, dass sie nur über dich reden. Du möchtest davonlaufen. Das ganze Leben verbringst du damit, vor den Menschen zu fliehen. Und die ganze Zeit hast du in deinem Herzen nur den einen Wunsch, zu ihnen zu laufen und zu sehen, dass sie dich lächelnd, mit ausgebreiteten Armen erwarten.

Zum Teufel mit Ihnen, Herr Lüders. So hat es angefangen. Damals hat es begonnen. Aber ich würde lieber sterben, als Ihnen ein Wörtchen davon zu verraten.

Ingrid konnte sich selbst unvoreingenommen betrachten. Mit vierundzwanzig hatte sie keine romantischen Vorstellungen mehr. Mit vierzehn hatte sie in ihrem Bett gelegen, erhitzt und aufgeregt. Sie hatte gefühlt, wie ihr Blut heiß durch ihren Körper pulsierte, wenn sie an einen jungen Mann dachte, an seine Hände, seine Arme und an seinen Mund. Aber sie ging zur Schule, trug nachmittags Prospekte oder Zeitungen aus. Immer war sie gehetzt. Die Jungs beachteten sie niemals. Wenn sie es taten, gab sie freche Antworten und benützte ihren Verstand, um verletzende Bemerkungen abzuwehren.

Deshalb ließ man sie in Ruhe. Sie redete sich ein, dass es ihr Wunsch war. Aber sie wusste es besser. Sie litt die ganze Zeit unter der Einsamkeit. Vielleicht wäre sie sogar hübsch gewesen, aber ihre Sehnsucht und Einsamkeit hatten sie unglücklich gemacht, und das zeigte sich in ihrem scharfen, bitteren Gesichtsausdruck.

Ingrid erinnerte sich, wie sie die Prü

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