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Ein dreckiger Sack Kriminalroman von Bauer, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.05.2013
  • Verlag: Saarliteratur
eBook (ePUB)
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Ein dreckiger Sack

Nach 'Ein nackter Arsch' der zweite Fall von Kommissar Robert Simarek: Zuerst sieht alles nach einem normalen Todesfall aus: Ein junger Mann stirbt überraschend in einem Café am St. Johanner Markt. Rechtsmediziner Fischmayr verlässt sich aber nicht auf den ersten Anschein, sondern arbeitet gewohnt gründlich. Und so hat Kommissar Robert Simarek einen neuen Fall am Hals: Der Tote, ein russischer Wirtschaftsattache, wurde mit Geheimdienstmethoden ins Jenseits befördert. Doch wer hatte ein Interesse an seinem Tod? Bei seinen Recherchen stößt Simarek bald auf mehr Verdächtige als ihm lieb ist. Und dann scheint auch noch Anna, eine gemeinsame Freundin von Simarek und Pastor Hassdenteufel, in die Geschichte verwickelt, denn der Tote war ein guter Kunde von ihr. Weiß sie über seine Machenschaften Bescheid? Robert Simarek, immer noch im Kampf mit überflüssigen Pfunden und im Clinch mit der Freundin in Köln, setzt zusammen mit den Kollegen alles daran, den Fall zu lösen.

Im Erstberuf Pfarrer wechselte Christian Bauer 2011 als Moderator und Planer zum Hörfunk des Saarländischen Rundfunks, 2007/2008 war er stellvertretender Sprecher der ARD. Seit 2009 ist er Redakteur beim SR-Fernsehen und dort u.a. zuständig für die Tatort-Filme. Als Spezialist für den deutschen Nachwuchsfilm gehörte er zum Auswahlbeirat des Max-Ophüls-Film-Festivals. Außerdem schreibt er, was er auch gerne liest: Krimis. Bei Gollenstein erschienen sind bisher drei Bände mit Kommissar Robert Simarek: 'Ein nackter Arsch', 'Ein dreckiger Sack' und 'Zwei dicke Möpse', dazu zwei Hiddensee-Krimis: 'Klara Klühs und das rote Fahrrad' und 'Klara Klühs und die weiße Jade'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 06.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955740825
    Verlag: Saarliteratur
    Serie: Kommissar Simarek Bd.2
    Größe: 300 kBytes
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Ein dreckiger Sack

Freitag, 21. Februar 2003

"Eins, zwei, drei, vier, fünf, pffffffff..." Der Schweiß tropfte von seiner Stirn, und in Brusthöhe war auf dem T-Shirt deutlich ein feuchter Kranz zu sehen. Warum tat er sich das an?

Der junge Typ auf dem Laufband neben ihm wirkte weniger angestrengt, was wohl daran lag, dass dieser mindestens zehn Jahre jünger war und vor allem nicht so fett. Deswegen war er ja unter anderem hier in dieser "Muckibude", wie Evi Fitnessstudios gerne nannte. Er war hier, um abzunehmen und seinen Körper in Schwung zu bringen. Er war hier, weil er selbst das wollte. "Sechs, sieben, acht, pffffffff, neun,..." Wollte er das wirklich? Seine Arme schmerzten und das Gewicht, das er an einem Zugseil auf und ab bewegte, schien mit jedem Mal schwerer zu werden. Die fünf Kilometer auf dem Laufband hatte er schon vorher hinter sich gebracht. Jetzt noch fünfzig Mal das Gewicht bewegen, und sein Körper würde es ihm danken. Jedenfalls redete er sich das ein. Deshalb hatte er auch seinem Assistenten erzählt, er habe den Vertrag mit dem Fitnessstudio aus freiem Antrieb unterschrieben.

Und Fabio Trulli, ein Sohn italienischer Eltern, war taktvoll genug gewesen, nicht nachzubohren. Er ahnte ohnehin, was dahintersteckte. Oder besser, wer. Der Grund, warum Oberkommissar Robert Simarek seit Jahresanfang zweimal in der Woche das Fitnessstudio Treff Sportiv aufsuchte, hieß Evi Katschmarek. Evi war Kriminalkommissarin beim Rauschgiftdezernat in Köln. Seit mehr als sieben Jahren waren Simarek und Evi ein Paar, auch wenn sie sich höchstens an zwei Wochenenden im Monat sahen. Denn so wie Evi an Köln hing Robert Simarek an Saarbrücken, und beide hatten zwar mal diskutiert, wie es wäre, wenn einer von ihnen sich um eine Versetzung bemühte, aber es blieb bei diesem Gedankenspiel.

"Fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, siebenund... pfff... zwanzig." Mittlerweile war das T-Shirt des Kommissars eine einzige nasse Fläche. Der Mann auf dem Laufband nebenan wirkte dagegen immer noch locker und unangestrengt. Auf seinem abgewetzten Sportrucksack, der schon bessere Zeiten gesehen hatte, lag immer noch ungeöffnet eine Flasche mit isotonischem Durstlöscher. Ekelhaft blau war die Flüssigkeit und Simarek dachte: "Die würde ich auch nicht trinken."

Zu schwitzen schien der junge Typ auf dem Band augenscheinlich kaum. Simarek dagegen schwitzte. Und wie. Fast sechsundneunzig Kilo hatte er nach den Weihnachtsfeiertagen auf die Waage gebracht. Eindeutig zu viel für seine einsachtundsiebzig, die im Personalausweis standen.

"Body-Mass-Index einer Regentonne, echt sexy", hatte Evi gespöttelt und dem Kommissar damit einen Stich versetzt. Aber sie hatte ja recht. Er achtete zu wenig auf seinen Körper.

"Alles außer sitzen und liegen ist für mich Sport", hatte er noch zu witzeln versucht und daraufhin erst recht Krach mit Evi bekommen. Dabei hatten sie sich nach einer intensiven Krise im vergangenen Herbst doch vorgenommen, sorgsamer miteinander umzugehen. Und da sich Evis Argumentation wenig entgegensetzen ließ, gab Robert Simarek den Widerstand auf und versprach in Zukunft mehr für sich und gegen sein Gewicht zu tun. Genau deshalb war er hier. "Achtunddreißig, neununddreißig, vierzig."

Er wollte wieder attraktiver werden. Für Evi. Vielleicht auch für sich selbst. Denn sein Spiegelbild fand Simarek zurzeit wenig schmeichelhaft. Evi dagegen war sportlich. Vor vier Tagen war sie sechsunddreißig geworden. Doch sie wirkte jünger. Ihm dagegen sah man seine bald dreiundvierzig deutlich an. Auf dem Beziehungsmarkt hätte Evi, wäre sie auf der Suche, die besseren Karten. Das war Simarek klar und die sportliche Betätigung deshalb auch eine Investition in die gemeinsame Zukunft. Sie wollten zusammenbleiben. Das hatten sie im Herbst auf dem Höhepunkt der Krise noch einmal bekräftigt. Un

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