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Ein irischer Todesfall Roman von O'Connell, Pia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Ein irischer Todesfall

Eine deutsche Auswandererin, ein plötzlich verstorbener Onkel, eine schöne junge Erbin: Ein Cosy Crime-Roman mit jeder Menge Irland-Feeling Anfang der Neunziger verlässt Elli O'Shea, geborene Elisabeth Feuchtwanger, ihr geliebtes Regensburg und folgt ihrem Mann Sean mit dem gemeinsamen Sohn Patrick nach Irland. In Carlow, einer verschlafenen Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, beziehen sie ein vorsintflutlich möbliertes Reihenhaus, in unmittelbarer Nähe von Ellis Schwiegereltern. Eigentlich hätte Elli genug damit zu tun sich an das irische Essen, an das nasskalte Wetter, an die temperamentvolle Warmwasserheizung und an Seans weitverzweigte Verwandtschaft zu gewöhnen - als plötzlich Sean's wohlhabender Onkel Jim stirbt. Die Familie ist erschüttert. Onkel Jim war ein Mann so stark wie ein Baum. Eine Stütze der Gesellschaft und gut situierter Besitzer einer Wurst- und Pastetenfabrik. Er war in zweiter Ehe mit einer äußerst attraktiven jungen Blondine verheiratet. Die Bewohner des Städtchens, die von jeher ein reges Interesse an ihren Mitmenschen bekunden, überschlagen sich fast vor Neugierde als bekannt wird, dass der angesehene Unternehmer, der noch vor wenigen Tagen nach bester irischer Tradition beerdigt wurde, exhumiert werden soll. Die trauernde Witwe hatte die Polizei über ihren Verdacht informiert, dass ihr geliebter Mann vergiftet worden sein soll. Voller Sorge erwarten Sean und Elli das Ergebnis der Obduktion. Doch Elli hat schon so eine gewisse Ahnung... Pia O'Connell, 1964 geboren in Regensburg, lebt und arbeitet seit nunmehr zwanzig Jahren auf der grünen Insel als selbständige Unternehmerin. Anregungen für ihre Geschichten erhält sie aus dem täglichen Leben, aus dem Eintauchen in den irischen Alltag mit seinem unverwechselbaren Menschenschlag und aus der bezaubernden irischen Landschaft. Sie liebt ihre baye-irische Familie, ihre drei erwachsenen Kinder und deren Multi-kulti Marotten, schätzt bayerisches Bier und irischen Whiskey und hat eine Schwäche für leckeres Essen. Pia O'Connell lebt mit ihrem Mann im malerischen County Carlow in 'Irelands Ancient East'. 'Ein irischer Todesfall' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 04.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492985536
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 50247
    Größe: 4499 kBytes
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Ein irischer Todesfall

Flughafen München, an einem Donnerstag 1994

Mein Vater weint. Eben noch haben wir uns fröhlich verabschiedet, und nun steht er vor mir mit feuchten Augen und einem verräterischen Zucken um die Mundwinkel. Mein Papa, der harte Knochen, der sich höchstens mal einen Wutanfall gönnt, aber mit Gefühlen sonst sehr sparsam, fast knauserig umgeht, hat tatsächlich rote Augen. Plötzlich habe auch ich einen Kloß im Hals und versuche krampfhaft, meine Tränen zu bekämpfen. Hinter Papa steht meine Mutter und heult hemmungslos. Ich habe meinen Vater noch nie weinen sehen, und der Anblick ist zu viel für mich. Ich verabschiede mich hastig, nehme meinen Sohn Patrick an der Hand und gehe mit ihm durchs Gate. Am Münchner Flughafen ist viel los, und es dauert eine Weile, bis wir mit unseren ganzen Taschen und Täschchen durch die Sicherheitskontrolle sind. Patrick schleppt seinen roten Kinderrucksack mit seinen Lieblingsspielsachen an und versucht, das schwere Teil auf das Laufband zu legen.

"Sie sind aber fest bepackt, wo soll's denn hingehen?", fragt uns der Sicherheitsbeamte und hilft uns, das Handgepäck ordnungsgemäß in die grauen Plastikschalen zu legen.

"Nach Irland", sage ich und füge hinzu, "wir wandern aus!"

Genau, wir wandern aus, Patrick, mein Mann Seán und ich. Nein, ganz so stimmt das nicht, Patrick und ich wandern aus, Seán kehrt nach Hause zurück. Irland, die grüne Insel am Rande Europas, auf der die Uhren noch anders gehen, wo die Menschen freundlich sind und der Lebensrhythmus gemächlich ist. Céad míle fáilte - die Insel der Thousand Welcomes , eine Insel voll Musik und Tanz, Literatur und Guinness, unendlichen einsamen Stränden und spektakulären Klippen, schlicht - eine Insel für mich.

Allein mit einem Vierjährigen im Wartebereich des Flughafens zu sitzen kann ganz schön anstrengend sein. Wir sind früh dran, die Stuhlreihen an den Gates sind noch nicht alle besetzt, und wir richten uns häuslich ein. Patrick nimmt seinen Batman aus dem Rucksack und lässt ihn über die Stuhllehnen balancieren. Ich bekomme den Spiderman in die Hand gedrückt mit genauen Anweisungen, was er zu tun und zu sagen hat. Die beiden Figuren müssen gegeneinander antreten. Wer kann höher springen, schneller laufen und mehr Feinde besiegen? Natürlich gewinnt Batman jeden der Wettbewerbe. Aus den Augenwinkeln mustere ich meine Mitreisenden. Es ist die übliche Mischung: Iren, die in Deutschland leben und zu Besuch nach Hause fliegen; Deutsche, die ihrer Kleidung nach zu urteilen in Irland Wanderurlaub machen und jede Menge Regen erwarten; ein paar jüngere Leute, dem Aussehen nach Studenten; eine Gruppe Angler aus Niederbayern, die fest entschlossen scheinen, den Iren etwas Trinkkultur beizubringen und vielleicht auch den einen oder anderen dicken Fisch zu fangen; mehrere Iren mittleren Alters, die ich nicht ganz einordnen kann, und ein paar Geschäftsleute, die es sich mit Zeitung und Kaffee gemütlich machen. Ein Paar scheint genau wie wir deutsch/irisch zu sein, denn es unterhält sich zweisprachig mit den beiden Kindern. Die Mutter spricht auf Englisch auf die Kinder ein, der Vater brummt auf Deutsch dazwischen. Beide Kinder antworten nur auf Deutsch. Aha, die Familie lebt also hier. Ich sehe mir die beiden Kinder etwas genauer an. Vielleicht kommen sie ja während der Wartezeit als Spielkameraden für Patrick infrage? Beide ziehen ihre Gameboys aus der Tasche und versinken binnen Sekunden in ihrem jeweiligen Spiel. Na ja, dann eben nicht.

Mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Jetzt hier am Gate des Flughafens, mit den Boardingcards in der Hand, werde ich zum ersten Mal, seit wir übers Auswandern gesprochen haben, nervös. Der Abschied von meinen Eltern liegt mir schwerer im Magen, als ich mir eingestehen möchte. Was, wenn es mir in Irland doch nicht gefällt? Werde ich meine Familie, meine Freunde zu sehr vermissen? Wir haben alle Brücken hinter uns abgebrochen, die Wohnung aufgege

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