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Ein nackter Arsch Robert Simareks erster Fall von Bauer, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2016
  • Verlag: Saarliteratur
eBook (ePUB)
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Ein nackter Arsch

Eine kalte Oktobernacht am Ufer der Saar. Eine nackte Leiche, makellos sauber, ohne Spuren äußerer Gewalteinwirkung. Die Nachricht vom Leichenfund erreicht Kommissar Robert Simarek nach durchzechter Nacht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Und sein fröhlich reimender Assistent Trulli verbessert seine Laune auch nicht gerade. Zwar kann die Identität des Toten schnell geklärt werden, doch die Umstände des Todes sind mehr als rätselhaft. Der Selbstmord einer jungen Frau in Köln bringt unerwartet Bewegung in die Ermittlungen. Die Spur führt nach Frankreich, weit zurück in die Vergangenheit des Opfers. Doch alleine kann Simarek die Puzzlesteine nicht zusammensetzen. Kann die Therapeutin des Opfers helfen?

Jahrgang 1963. Im Erstberuf Pfarrer, jetzt beim Saarländischen Rundfunk für Kinokoproduktionen und den Tatort mit Stellbrink und Marx zuständig. Schreibt, was er selbst auch gerne liest: Krimis. Bislang drei Saarbrücker Krimis mit Hauptkommissar Robert Simarek und jetzt neu Hiddensse-Krimis mit der Hobbyermittlerin Klara Klühs. Leidenschaftlicher Fan vom 1.FC Köln (passiv) und dem Blues (aktiv)...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 17.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956330650
    Verlag: Saarliteratur
    Serie: Kommissar Simarek Bd.1
    Größe: 647kBytes
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Ein nackter Arsch

Samstag, 12. Oktober 2002

Das Telefon klingelte. Sein Kopf war schwer, und er nahm das störende Geräusch wie durch einen Rauschfilter wahr. Rausch - das war es -, er hatte gesoffen. Zuerst die drei letzten Dosen Bier, die er noch im Kühlschrank gefunden hatte, dann, weil das Bier nicht gereicht hatte, Pastis. Zunächst noch mit Wasser verdünnt. Danach hatte er sich nicht mehr an den Wasserhahn bemüht. Eis war auch keines mehr im Gefrierfach, und so setzte er die Flasche an den Hals und machte dem letzten Rest auf diese Weise den Garaus.

Eine große, blaue Einundfünfzig hatte auf der Flasche gestanden, doch es waren nur fünfundvierzig Volumenprozent gewesen, da war er sicher. Dennoch - zu viel und zu schnell. Und deshalb war er schon vor Mitternacht in einen tiefen und traumlosen Schlaf gesunken.

Das Telefon klingelte immer noch. Warum hatte er eigentlich wieder so zugeschlagen? 'Abpumpen' nannte das sein Kollege Altpeter. Warum also? Wenn Robert Simarek soff, dann hieß der Grund fast immer Evi Katschmarek. Auch diesmal. Und wenn der Grund Evi Katschmarek hieß, dann war so gut wie immer ein Streit der Anlass des Besäufnisses gewesen.

Evi hatte ihm am Telefon eine Szene gemacht, hatte geheult wie lange nicht mehr. Und nur, weil er ihr mitgeteilt hatte, dass er am Wochenende nicht wie geplant nach Köln kommen konnte. Dienst ist nun mal Dienst und Pastis nun mal Pastis... Herrgott nochmal!

"Aber wir haben das schon vor Wochen ausgemacht."

"Ja, Schatz, aber der Kollege Altpeter ist krank, und ich schiebe Bereitschaft!"

"Das könnte ja auch mal ein anderer machen!"

"Du weißt genau, dass wir kaum Leute haben und außerdem..."

"Du hast dich wahrscheinlich nicht mal richtig bemüht..."

"Evi, du weißt doch..."

Sie hatte einfach aufgelegt, und sie war im Recht. Er wusste das. Nein, er hatte sich tatsächlich nicht darum bemüht, dass ein anderer die Bereitschaft übernahm. Warum auch? Es gab keinen anderen. Dass er aber nicht einmal in Erwägung gezogen hatte, eine andere Lösung zu suchen, bewies ihm nur eines: Dieses Wochenende in Köln war ihm nicht wirklich wichtig. Jedes andere wäre genauso gut wie dieses. Evi und er waren jetzt schon sieben Jahre zusammen. Verflixte sieben Jahre funktionierte diese Beziehung doch schon: er in Saarbrücken - sie in Köln. War es da nicht völlig egal, an welchem Wochenende sie sich sahen? War es das? Er war sich nicht sicher - sein Bauch signalisierte ihm, dass er sich in die eigene Tasche log. Gut, er hatte gesagt, er käme an diesem Wochenende nach Köln, aber kaum gab es einen Grund abzusagen, hatte er diesen gerne genutzt. Vorgeschoben? NEIN! Aber es gab gewisse unabänderliche Tatsachen, die Simarek bereitwillig hinnahm. Er verließ Saarbrücken eben nicht gerne, das hatte nichts mit Evi zu tun.

Hatte es nicht? Warum waren sie eigentlich noch zusammen? Die meisten Beziehungen schafften es doch noch nicht mal bis in das siebte Jahr. Na also, worüber regte sich Evi eigentlich auf? Gekränkt - nur weil er seinen Job ebenso wichtig nahm wie sie ihren? Eigentlich war doch alles klar. Er hatte ihr gesagt "Ich liebe dich", sie hatte ihm gesagt "Ich liebe dich!". Und fortan hatten sie beschlossen, sich daran zu halten. So war das. Gut so!

Er war noch mit Evi zusammen, weil sie sich liebten - wirklich? - oder geliebt hatten. Wie war denn der aktuelle Punktestand? Highscore noch in Sichtweite? Kribbelte es noch, wenn sie dran war - am Telefon? Hatte er immer noch so große Lust auf sie wie früher? Auf die kleinen Brüste und die sportlichen, durchtrainierten Schenkel?

Er wollte das nicht zu Ende denken. Er meinte, sie immer noch zu lieben. Aber warum lange darüber reden? Warum darüber nachdenken? Es gab noch Dosenbier im Kühlschra

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