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Ein paar Tage Licht von Bottini, Oliver (eBook)

  • Erschienen: 14.02.2014
  • Verlag: DUMONT Buchverlag
eBook (ePUB)
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Ein paar Tage Licht

Algerien: Afrikas größtes Land, mit Reichtum gesegnet, im Innersten zerrissen. Hier wird ein deutscher Rüstungsmanager entführt, angeblich von islamistischen Terroristen, so der algerische Geheimdienst. Doch für BKA-Mann Ralf Eley, an der deutschen Botschaft in Algier stationiert, passen zu viele Puzzlestücke nicht zusammen. Allerdings kann er nicht ermitteln, ohne die Ausweisung zu riskieren. Also tut er es diskret, mithilfe der algerischen Untersuchungsrichterin Amel, seiner heimlichen Geliebten. Bald wird klar, dass es um viel mehr geht als um das Leben eines Entführten. Denn zahlreiche Spuren führen nach Deutschland, zu einem schwäbischen Waffenhersteller. Und Eley begreift: Wenn er die Wahrheit ans Licht bringen will, muss er alles aufs Spiel setzen. Auf virtuose Weise verwebt Oliver Bottini das Thema (deutsche) Rüstungsexporte in einem mitreißenden Kriminalroman. Präzise lotet er die Untiefen von Macht und Unterdrückung aus und führt mit eindrucksvoller Intensität vor Augen, woran das System immer kranken wird - am Mangel an Menschlichkeit.

Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem viermal den Deutschen Krimi Preis, den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner ?Krimifuchs? und zuletzt den Stuttgarter Krimipreis für ?Ein paar Tage Licht? (DuMont 2014). Bei DuMont erschienen außerdem ?Der kalte Traum? (2012) sowie die Kriminalromane um die Freiburger Kommissarin Louise Bonì. Oliver Bottini lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Größe: 2519kBytes
    Herausgeber: DUMONT Buchverlag
    Untertitel: Kriminalroman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 512
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783832187798
    Erschienen: 14.02.2014
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Ein paar Tage Licht

1

CONSTANTINE, ALGERIEN
OKTOBER 2012

In der Ferne kam die Stadt in Sicht, auf die er sich seit Wochen freute, Constantine, auf einem sechshundert Meter hohen Plateau gelegen. Eine Stadt der Schluchten und Hängebrücken, wie ihm die Algerier in Lüneburg erzählt hatten, mit römischen Ruinen und einer eineinhalb Kilometer langen Gondelbahn, gebaut von einer österreichischen Firma. Dafür , hatten sie gescherzt, baut ihr Deutschen die Panzer .

Peter Richter lehnte sich im Fond zurück. Er wurde erst morgen früh in der Produktionsstätte erwartet, und so nahm er sich vor, am Abend dort oben zu bummeln und zu essen, in der Altstadt auf dem Plateau, und vorher ein wenig Gondel zu fahren. Einsamkeit würde vermutlich kein Problem werden. Vier Polizisten in zwei Streifenwagen – VW Caddys – eskortierten die gepanzerte Limousine des algerischen Verteidigungsministeriums, die ein ausgesprochen freundlicher und humorvoller Fünfzigjähriger namens Sadek Madjer fuhr. Und im Gästehaus, so hatte er erfahren, arbeiteten neben einem Koch und Servicepersonal zwei Wachmänner, ein Deutscher und ein Algerier, die ihn auf Schritt und Tritt begleiten würden.

Bodyguards?

Die haben einen Al-Qaida-Ableger da drüben, Peter.

Richter hatte beschlossen, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden. Wenn ein Land wusste, wie es sich und seine Besucher vor Islamisten schützte, dann Algerien, so viel war ihm klar.

Und die Algerier meinten es ernst. Nach der Landung in Algier vor einigen Stunden hatte ihn noch in der Lufthansa-Maschine ein Geheimdienstmann in Empfang genommen, durch den Transitbereich geführt und in einen Kellerraum gebracht, wo sie gemeinsam auf den Anschlussflug mit Air Algérie gewartet hatten. Gemeinsam hatten sie das Gate passiert, gemeinsam die Maschine betreten, gemeinsam waren sie nach Constantine geflogen. Dort hatten zwei Polizisten und der kleine, quirlige Sadek Madjer gestanden, der sich ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift MONSIEUR ATLAS vor die Brust gehalten hatte. Richter hatte noch geschmunzelt, als sich der Geheimdienstler verabschiedete.

Au revoir, Monsieur.

Au revoir et merci beaucoup.

Allah yehfadek, Monsieur.

Merci, merci beaucoup.

Jetzt bremste das Polizeifahrzeug vor ihnen, auch die Limousine wurde langsamer. Im Schritttempo ging es weiter, alle Autos ordneten sich in die rechte Spur ein.

"Un barrage", sagte Madjer, der ein hartes, verschliffenes Französisch sprach.

"De la police?"

" Oui, oui. Sie suchen Bomben und Terroristen." Madjer kicherte, salutierte dann aber doch, als sie an den Polizisten vorbeifuhren. Einer von ihnen hielt ein helles, schachtelartiges Ding mit kurzer Antenne in der Hand, das Richter wenig vertrauenswürdig vorkam.

Während Madjer beschleunigte, erzählte er vergnügt, er habe gehört, dass die Amerikaner die Detektoren vor einer Weile "getestet" hätten, indem sie mit einem mit Sprengstoff beladenen Wagen herumgefahren seien. Keines der Geräte habe angeschlagen. Nun wolle der algerische Staat den Hersteller verklagen. "Mit Ihren Panzern wird das nicht passieren, oder? Der "Atlas" wird funktionieren."

Richter erwiderte Madjers Lächeln. "Natürlich."

Im Konvoi fuhren sie ins Tal hinunter, das Gästehaus befand sich in einem Vorort westlich der Altstadt. Richters Blick blieb auf den Häusern oben haften, die im weißlichen Licht der Oktobersonne leuchteten. Unterhalb einer viaduktähnlichen Straße fiel die Felszunge steil und

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