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Ein unerledigter Mord Ein neuer Fall für Mitchell und Markby von Granger, Ann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ein unerledigter Mord

Mitchell und Markby kehren aus dem Ruhestand zurück, um bei der Aufklärung eines lange zurückliegenden ungelösten Falles zu helfen. Eigentlich kümmert sich Alan Markby in seinem Ruhestand höchstens noch um Gartenarbeiten. Doch als er von dem grausigen Fund seines Nachbarn Josh Browning hört, beginnen seine Alarmglocken zu schrillen. Die Geschichte weist auf den nie geklärten Fall einer spurlos verschwundenen jungen Frau hin. Zusammen mit seiner Frau Mitchell und mit Inspector Jess Campbell erforscht Markby das ungelöste Geheimnis. Sie sind fest entschlossen, diesmal den Täter zu fangen, der fast mit einem Mord davongekommen wäre. Ann Granger war früher im diplomatischen Dienst tätig. Sie hat zwei Söhne und lebt heute in der Nähe von Oxford. Bestsellerruhm erlangte sie mit der Mitchell-und-Markby-Reihe, von der 15 Bände vorliegen und die mit der Jessica-Campbell-Reihe fortgesetzt wird. Ihre Krimireihe um Lizzie Martin und Benjamin Ross spielt im viktorianischen England und umfasst bisher sechs Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 30.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572618
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 783 kBytes
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Ein unerledigter Mord

KAPITEL EINS

Die Biegung der Straße lag vor ihm, und Josh machte sich bereit. Er wusste, dass Dilys, sobald sie dort ankamen und außer Sichtweite vom Haus waren, ihn schlagen würde. Sie war ein Jahr jünger als er, erst acht, und kleiner, aber kräftig gebaut, und sie war blitzschnell. Obwohl Josh wusste, was ihn erwartete, und obwohl er bereit war auszuweichen, wusste er auch, dass sie ihm trotzdem ein paar schmerzhafte Tritte und Schläge versetzen würde, bevor er davonkam. Er durfte nicht zurückschlagen - Tante Nina sagte immer, dass Jungen keine Mädchen schlagen würden. Vielleicht war das so, aber Josh wusste auch, dass sie es trotzdem taten. Die vielen Freunde, die im Leben seiner Mutter gekommen und gegangen waren, hatten ihr regelmäßig ein blaues Auge geschlagen, wenn nicht Schlimmeres.

Als sie noch bei ihrer Mutter gelebt hatten (Josh dachte immer noch als "Zuhause" daran zurück), waren die Cops alle paar Tage oder Nächte bei ihnen gewesen, oder jedenfalls erschien es ihm rückblickend so. Wenn sie nicht aufgrund der lautstarken Streitereien erschienen waren, dann hatten sie die Wohnung auf der Suche nach Drogen auseinandergenommen. Einmal hatten sie die Wohnung gestürmt, weil sie nach einer Schrotflinte gesucht hatten, die ihrem damaligen Freund gehört hatte. Das Gewehr hatte unter Dilys' Bett gelegen, und ihre Mutter war ausgerastet, als ihr klar geworden war, wo ihr derzeitiger Freund das Gewehr versteckt hatte. Drei Uniformierte waren nötig gewesen, um sie festzuhalten, als sie sich auf ihn hatte stürzen wollen, in der Hand eine drohend geschwungene Schere.

Nach diesem Zwischenfall hatte das Jugendamt endgültig eingegriffen, und sie waren zu Tante Nina gebracht worden, wo sie heute lebten.

Josh war nicht das einzige Opfer von Dilys' Angriffen. Sie hatte auch andere Kinder geschlagen in der neuen Schule, die sie inzwischen besuchten. Das hatte eine Menge Scherereien nach sich gezogen. Dilys wusste jetzt, dass sie das nicht tun durfte, doch sie hatte immer noch die Wut in sich, und so ließ sie alles an Josh aus. Der Kinderpsychologe, zu dem Dilys gehen musste, hatte es damit erklärt, dass sie und Josh in einem gewalttätigen Zuhause aufgewachsen waren. Es war eine Form von Selbstverteidigung, hatte er gesagt. Sie, Dilys, würde auf diese Weise jedem, der ihr zu nahe kam, klarmachen, dass es sich nicht auszahlte, wenn er sich mit ihr anlegte. Und deswegen schlug sie als Erste zu.

Das mochte wohl so sein, überlegte Josh, aber es erklärte nicht, warum er jedes Mal mit eingeschlossen war, wenn sie ihre Strafpredigt erhielten, dass man andere Kinder nicht schlagen durfte - schließlich hatte er überhaupt nichts getan. Das war die bittere Ungerechtigkeit von allem. Josh wollte niemanden schlagen. Er hasste Gewalt. Er liebte seine Schwester. Er hatte seine Mutter geliebt - liebte sie immer noch, wo auch immer sie jetzt war -, und damals nicht imstande gewesen zu sein, sie zu beschützen, erfüllte ihn mit Schuldgefühlen.

Das Leben bei Tante Nina war so weit ganz in Ordnung, wenn man ihre Regeln respektierte - und davon gab es viele. Wenigstens gab es keine Streitereien und keine Kämpfe und niemand kotzte die Wohnung voll und die Polizei kam nicht vorbei. Was bedeutete, wie Tante Nina regelmäßig zu sagen pflegte, dass er und Dilys "eine Menge Glück" hatten. Sie hatten die Chance auf ein "normales Leben", was immer das war. Er hätte dagegen argumentieren können, weil er von den Eltern, die an den Schultoren auftauchten, wusste, dass Kinder in einem normalen Leben bei ihren Müttern wohnten und nicht bei den Tanten dieser Welt. Die meisten der anderen Kinder hatten außerdem Väter. Josh wusste nicht, wer sein Vater war - er hatte nie danach gefragt, weil er furchtbare Angst gehabt hatte, es könnte einer der tätowierten Freunde ihrer Mutter sein. Außerdem vermutete er insgeheim, dass sie es selbst nicht wusste. Doch diese

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