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Ein weiblicher Detektiv (Dora Myrl) von Bodkin, Mathias McDonnell (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Ein weiblicher Detektiv (Dora Myrl)

Dieses eBook: 'Ein weiblicher Detektiv (Dora Myrl)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Matthias McDonnell Bodkin (1850-1933) war ein irischer Nationalist, Politiker, Journalist und Schriftsteller. Aus dem Buch: 'Wie ich Ihnen schon geschrieben habe, Fräulein Myrl,' begann er ohne weiteres, sobald sie zusammen im Wohnzimmer saßen,' ist meine Frau sehr krank und förmlich zum Schatten abgemagert: doch vermag kein Arzt ihr Übel zu erkennen. Als unser einziger Sohn vor zwölf Jahren geboren wurde, bekam sie ein schlimmes Fieber, von dem sie sich nie wieder ganz erholt hat. Sie ist immer geduldig, ja nur allzu sanft, wie mir dünkt: in Zorn gerät sie nie, aber es kommt auch kein Lächeln auf ihre Lippen. Obgleich sie unsern Sohn von ganzem Herzen liebt, scheint sie doch am traurigsten zu sein, wenn er bei ihr ist. Ihre Schwermut nimmt mit jedem Tage zu und wir führen ein trübseliges Leben. Deshalb schlage ich es Ihnen hoch an, daß Sie gekommen sind.' Als jedoch die hübsche Frau mit dem bleichen, abgezehrten Gesicht, auf den Arm ihres Gatten gestützt, langsam ins Zimmer trat, erkannte Dora Myrl auf den ersten Blick, daß die Herrin des Hauses über ihre Ankunft nicht erfreut war, sondern sich vor ihr fürchtete, wiewohl sie ihre geheime Angst unter einer liebenswürdigen Begrüßung zu verbergen suchte.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 30.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026820581
    Verlag: e-artnow
    Größe: 490 kBytes
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Ein weiblicher Detektiv (Dora Myrl)

Die versteckte Violine.

Inhaltsverzeichnis

"Ich käme gerne, Sylvia, aber ich kann nicht."

"Du mußt, Dora!"

"Das ist leicht gesagt. Ich habe einen dringenden Fall zu bearbeiten, der bis morgen fertig sein muß. Wo soll ich die Zeit hernehmen?"

"Du wirst es schon einrichten."

Die beiden Mädchen hatten am Nachmittag in Doras freundlichem, kleinem Wohnzimmer behaglich bei einer Tasse Tee gesessen. Jetzt sprang Sylvia so hastig auf, daß ihr seidenes Kleid raschelte; schelmische Grübchen zeigten sich in ihren Wangen und ihre Augen leuchteten. Sie mußte wohl eine angenehme Überraschung für die Freundin auf dem Herzen haben, die sie nur noch mit Mühe zurückhielt.

Dora folgte ihr mit den Blicken.

"Höre Sylvia, ich bin zwar Geheimpolizistin, aber dein Rätsel kann ich nicht raten. Wenn du es etwa in deinem neumodischen seidenen Ärmel verbirgst, dann nur heraus damit! - "

Sylvia stellte sich in freudiger Erregung vor sie hin.

"Signor Nicolo Amati wird bei uns spielen. So, nun weißt du's."

Dora Myrl dachte an keinen Widerstand mehr.

"Natürlich komme ich," sagte sie lächelnd.

"Ob du Zeit hast oder nicht?"

"Unter allen Umständen!"

Eine solche Gelegenheit hätte sich auch niemand entgehen lassen, geschweige denn ein Mädchen wie Dora Myrl, der die Lebenslust in allen Fingerspitzen prickelte.

Ganz London - das heißt, das ganze gebildete und kunstliebende Publikum Londons, war noch immer voll davon, daß der berühmte Mäcen und Musikkenner, Lord Mellecent, bei einer Reise, die er mit seiner Tochter Sylvia durch Norditalien machte, in einem unter Weinlaub verborgenen Dörfchen am Ufer des Po einen wunderbaren Violinisten mit einer himmlischen Geige entdeckt hatte.

Der Lord war sofort überzeugt gewesen, daß die Geige ein Meisterwerk von Antonio Stradivarius sein müsse, und der Geiger erwies sich als ein direkter Nachkomme von Nicola Amati, dessen Namen er trug. Seit Jahrhunderten hatte sich das kostbare Instrument von Generation zu Generation in der hochbegabten Familie Amati vererbt und für die einfachen Dorfbewohner Musik gemacht. Bei Hochzeiten hatte es zum Tanz aufgespielt und an den Gräbern hatte es seine Klage erschallen lassen. Unter allen Geigern aber, die je mit dem Bogen seine Saiten gerührt hatten, galt der junge Nicola für den ausgezeichnetsten. Er wußte seiner wunderbaren Violine Töne zu entlocken, die lieblicher waren als das Vogelgezwitscher zur Frühlingszeit und wehmütiger als das Stöhnen des Herbstwindes in den entlaubten Bäumen.

Lord Mellecent geriet außer sich vor Entzücken und konnte sich von dem sonnigen Dörfchen nicht losreißen, bis es ihm nach einem Monat gelang, den Geiger samt seiner Violine nach dem nebligen London zu entführen. Man munkelte sogar, die blauen Augen seiner goldhaarigen Tochter Sylvia seien bei dieser Eroberung nicht ganz unbeteiligt gewesen.

Nicolo Amati hatte seine Kunst nicht auf theoretischem Wege erlernt. Die zauberhaften Melodieen, die er zu spielen verstand, wurden ihm nur, wenn man so sagen darf, durch das Gehör als Erbteil übermittelt. Seine ganze Seele war voll Sang und Klang, und die Musik entströmte den Saiten seines Instruments mit solcher Leichtigkeit, wie der Nachtigall ihr Lied aus der Kehle quillt. Als er nun die Meisterwerke der großen Komponisten kennen lernte, sah er sich in eine neue Welt versetzt, die ihm ungeahnte Genüsse bot.

Im Frühling war er nach London gekommen, und als man die Ankündigung las, daß er im Anfang des Herbstes zum er

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