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Eine Reise nach Genf Ein Siggi-Baumeister-Krimi von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2015
  • Verlag: KBV
eBook (ePUB)
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Eine Reise nach Genf

Eigentlich will Siggi Baumeister im Garten seines Bauernhauses einen Teich anlegen, aber außerhalb der idyllischen Eifel brauen sich am politischen Horizont dunkle Wolken zusammen. Eine spektakuläre Schlagzeile macht den Vollblutjournalisten neugierig: In einem Schweizer Hotelbadezimmer ist ein hochrangiger Politiker zu Tode gekommen. Als Siggi Baumeister beginnt zu recherchieren, findet er das, was er immer findet: Alle Spuren deuten auf einen Mord hin! Ein temporeicher Kriminalroman des Eifel-Krimi-Gurus Jacques Berndorf, in dem sich sein pfeiferauchender Ermittler diesmal an die ganz große Politik heranwagt. Jacques Berndorf ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, 'Eifel-Blues', erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. Sein Roman 'Eifel-Schnee' wurde im Jahr 2000 für das ZDF verfilmt. Drei Jahre später erhielt er vom 'Syndikat', der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den 'Ehren-Glauser' für sein Lebenswerk. Dazu zählt mittlerweile auch der erfolgreiche Agenten-Thriller 'Ein guter Mann' (2005), dessen Verfilmungsrechte von Regisseur Detlev Buck erworben wurden. Von Jacques Berndorf sind bei KBV die Siggi-Baumeister-Krimis 'Der letzte Agent', 'Requiem für einen Henker', 'Der Bär' und 'Mond über der Eifel' erschienen sowie 'Der Monat vor dem Mord' ein Manuskript aus dem Jahr 1972, geschrieben für den 'stern', der damals noch Woche für Woche einen Kriminalroman veröffentlichte. Außerdem ist er Herausgeber der KBV-Kurzkrimisammlung 'Mords-Eifel', 'Tatort-Eifel' und 'Tatort Eifel 2'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 05.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954412792
    Verlag: KBV
    Serie: Siggi Baumeister .4
    Größe: 1230 kBytes
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Eine Reise nach Genf

ERSTES KAPITEL

Eigentlich sollte ich schleunigst aus dem Haus rennen, weil der Brotwagen schon wieder abfahren wollte. Aber das ging nicht, weil meine Katze Krümel innige Freundschaft mit einer Hummelfamilie geschlossen hatte. Diese Hummeln hatten ihren Unterschlupf hinter einer Holzlatte, die die Zarge meiner Haustür begradigte. Krümel saß in der offenen Haustür und beobachtete freundlich die Horde, die unter solch mächtigem Schutz in Ruhe aus- und einfliegen konnte. Da kann man nicht hinausrennen und ganz profan nach Brötchen, Eiern, Käse und Eifeler Leberwurst schreien. Außerdem ist es eine langjährige feste Abmachung zwischen Krümel und mir: Bei derart wichtigen Dingen hat sich der andere herauszuhalten, bis alles gelaufen ist. Als der Hummelflug nach einer Weile sein Ende hatte, war mein Brot-und Eierlieferant schon im nächsten Dorf. Ich war sauer, und Krümel war zufrieden. Das ist häufig so in diesem Haushalt. Wahrscheinlich würde sie jetzt stolz ins Dorf schleichen und irgendeinen Kater verführen, wie Katzen eben so sind.

Theresa war hinter mir und sagte auf ihre beinahe lautlose Art: "Ich habe übrigens gestern Abend meiner Mutter versprochen, sie heute zu besuchen."

"Dann musst du das tun." Ich drehte mich vorsichtshalber nicht herum. "Ich arbeite an meinem Teich weiter."

"Es ist vielleicht einfacher für dich, eine Weile allein zu sein", schlug sie zaghaft vor.

"Das ist möglich", sagte ich. Vor mir lag immer noch die Sonne auf den alten Pflastersteinen im Hof, hinter mir das Dunkel des Hausflurs. "Wie lange wirst du bleiben?"

"Ich weiß es nicht", sagte sie. "Ein paar Tage vielleicht. Ich habe sehr lange nicht mehr mit meiner Mutter gesprochen."

"Ist recht", nörgelte ich unbeteiligt. "Du kannst mich ja anrufen." Dann ging ich hinaus durch die Sonne in die Garage, holte mir einen Spaten, Spitzhacke und die Schubkarre. Als ich an der Haustür vorbeikam, war Theresa verschwunden.

Ich werkelte so vor mich hin, war aber nicht recht bei der Sache. Ich versuchte, eine Felsnase wegzustemmen, weil ich Furcht hatte, sie würde die Teichfolie einreißen.

Dann stand Theresa da mit ihrem Riesenmatchsack und murmelte: "Es ist wohl aus, oder? Ich störe doch nur, oder? Du willst doch eigentlich alleine leben, oder?"

Ich gebe zu, ich war einfach wütend. Nicht nur auf Theresa, sondern auf die ganze Welt. Wahrscheinlich am meisten auf mich. Ich sagte heftiger, als ich eigentlich wollte: "Du hast sechs Wochen hier mit mir gelebt. Jetzt, wo's ernst wird, kriegst du Angst und gehst stiften."

Sie sagte eine Weile gar nichts, dann murmelte sie: "Na ja, ein bisschen ist es schon so, das mit der Angst. Aber ich habe ja auch Erfahrungen gemacht ..."

"Ich bin der Neue, nicht schon die Erfahrung", widersprach ich.

"Hast du Angst?", fragte sie schnell. Sie legte den Matchsack an den Rand der Grube, hockte sich ins Gras und fischte mit den Lippen nach einer Haarsträhne, die der Wind über ihr Gesicht blies.

"Na sicher habe ich manchmal Angst. Ich ..."

"Auch Angst vor mir?"

"Das weniger", sagte ich. "Fahr zu deiner Mutter, sprich mit ihr, ruf mich dann an ... na ja, wir könnten eine Pause machen, nicht wahr?"

Sie nickte so ernsthaft wie ein nachdenkliches Kind.

"Pause ist gut", murmelte sie. Dann stand sie auf, nahm den Matchsack, hing ihn sich über die Schulter, sah mich an, lächelte kurz und gequält und ging. Ich hörte, wie sie den Motor startete und langsam, fast ohne Gas zu geben, vom Hof rollte. Dann gab sie Gas, bremste offensichtlich scharf, gab wieder Gas, trat wieder auf die Bremse, dann schlug ihre Wagentür, und sie bog ohne ihren Matchsack um die Ecke, hockte sich in das sommerdürre Gras und sah mich an. "Es war aber doch sehr schön", murmelte sie.

"Es war sehr schön", bestätigte ich verkrampft.

"Weißt du denn, wovor wir Angst haben?"

"Vor den Erfahrungen der alten Art", sagte ich. "Wi

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