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Eisenhut und Apfelstrudel Ein Bayern-Krimi von Müller, Jessica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Eisenhut und Apfelstrudel

Ein tödlicher Leckerbissen: Dieser Fall schmeckt ihm gar nicht ... Krindelsdorf bei München: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Denkt man. Doch als Hauptkommissar Hirschberg dort Zeuge eines Mordes wird, zeigt sich wieder mal: Nichts ist, wie es scheint. Wer hat der verhassten Bürgermeistergattin das Gift des Blauen Eisenhuts in den Apfelstrudel gemischt? Es beginnt die heiße Jagd auf einen eiskalten Giftmörder ... Urkomisch, spannend, bayrisch: Hauptkommissar Hirschbergs erster Fall in Krindelsdorf. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung. Jessica Müller, geboren 1976 in München, verbrachte ihre Kindheit im Dachauer Land, wo auch der fiktive Ort Krindelsdorf liegt. Nach einem abgeschlossenen Übersetzerstudium folgten Auslandsaufenthalte in England und Irland. Derzeit lebt sie in Bonn und studiert Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 01.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732547296
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1392 kBytes
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Eisenhut und Apfelstrudel

2.

Hirschberg beobachtete durch die geöffnete Küchentür, wie seine Verlobte Susan Waters das schnurlose Telefon zurück auf die Basisstation setzte. Ein feuchter Film glänzte auf ihrer gerunzelten Stirn. Seit Tagen brannte die Sommersonne auf den Balkon seiner Wohnung am Kaiserplatz in Münchens In-Viertel Schwabing erbarmungslos herab. Doch es schien weniger die Hitze als vielmehr das Telefonat zu sein, das ihr in diesem Moment zusetzte, vermutete er, als ein unterdrücktes Seufzen über ihre Lippen kam. Barfuß und mit zaghaften Schritten kam seine zukünftige Ehefrau zurück in die Küche und warf ihm einen zerknirschten Blick zu. Noch im Sitzen überragte er sie fast. Deshalb trug sie meist Highheels, um an seiner Seite nicht wie eine Zwergin zu wirken, wie sie es ausdrückte.

Hirschberg erwiderte den Blick seiner Verlobten, und er musterte sie wachsam, als sie ihm gegenüber auf den Stuhl glitt. Ein verhängnisvoller Schatten verdunkelte ihre blauen Augen, um deren Pupillen sich die Umrisse ihrer Kontaktlinsen kaum sichtbar abzeichneten. Ihre langen blonden Locken, die sie normalerweise mit einem Glätteisen bändigte, waren ein wenig nachlässig nach oben gesteckt und glänzten verführerisch im Licht der einfallenden Sonne. Einige aufmüpfige Kringel hatten sich in der Hitze des Telefonats aus ihren Klammern gelöst und fielen ihr nun ins Gesicht.

"Was ist los, Susan?" Hirschberg versuchte, seine Stimme gelassen klingen zu lassen. Er scheiterte kläglich. Die sonnendurchflutete Küche schien sich mit einem Mal zu verdunkeln. Mit einer gequälten Handbewegung fuhr er sich durch sein dichtes schwarzes Haar.

"Versprich mir bitte, dass du jetzt nicht gleich hochgehst, Alex", begann sie und nahm einen Schluck Kaffee. Diese Worte waren der todsichere Garant dafür, ihn die nächste Palme erklimmen zu lassen. Ihm stockte der Atem. Wie immer, wenn sie nervös war, schlich sich auch diesmal dieser verräterische englische Akzent in ihre Stimme. Den beiden schien kein katastrophenfreier Samstag vergönnt.

"Spuck's aus", hörte er sich sagen. Er warf einen raschen Blick auf die Uhr an der gegenüberliegenden Wand, die leise vor sich hin tickte. In zwei Stunden wurde Gerber dem Haftrichter vorgeführt. Der Staatsanwalt war sich sicher, dass er aufgrund Hirschbergs Aussage und der erdrückenden Beweislast bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft verblieb und einer langen Haftstrafe entgegenblickte. Der Termin würde sicherlich nicht lange dauern, schätzte der Hauptkommissar, und den Rest des Wochenendes wollte er dann mit seiner Verlobten entspannen. Falls hinter Susans zerknirschtem Gesichtsausdruck nicht etwas steckte, das diesen Plan gefährdete. Er griff mit spürbarer Resignation nach seiner Tasse.

"Das eben war Tante Isobel", meinte Susan vorsichtig.

"Das männermordende Raubtier?", fiel er ihr unwirsch ins Wort. "Die Frau, die sich meinem Onkel wie eine liebestolle Nymphomanin an den Hals geworfen hat, als er mich damals mit meinen Eltern im Internat in London besucht hat?"

Hirschbergs Kindheit und Jugend hatte einem gehobenen und angenehmen Nomadendasein geglichen. Als Sohn eines Diplomaten war er mit seinen Eltern immer wieder umgezogen. Als Teenager fand er schließlich ein vorübergehendes stetes Zuhause in einem englischen Internat. Hier begegnete er auch seiner Verlobten zum ersten Mal. Versteckt hinter ihren dicken Brillengläsern und den Resten ihres Babyspecks nahm er sie damals allerdings kaum wahr. Als er der jungen Lehrerin, wie es das Schicksal wohl so gewollt hatte, vor knapp zwei Jahren in München wieder über den Weg lief, traute er seinen Augen kam. Aus dem unscheinbaren Mauerblümchen war eine perfekte englische Rose geworden, wenn auch keine langstielige. Sie war seit ihrer gemeinsamen Schulzeit keinen mickrigen Zentimeter mehr in die Höhe geschossen. Doch dafür verfügte sie über andere Qualitäten.

"Genau die", nickte sie und unterdrückte ein Grinsen. Er konnte sehen,

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