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Engel und Tod Krimi aus Siegburg von Wünsche, Mathias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2017
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Engel und Tod

Ein toter Engel für Lou Parker Privatdetektiv Lou Parker wird von der Vergangenheit eingeholt: ausgerechnet die Ex-Prostituierte Tina, die Mitschuld daran trägt, dass er vor fünf Jahren den Polizeidienst quittieren musste, bittet ihn um Hilfe, weil sie gegen die Rotlichtgröße Stanko aussagen soll. Eher widerwillig lässt sich Parker darauf ein und erhofft sich im Gegenzug die Namen derjenigen, die an der Intrige gegen ihn beteiligt waren. Gleichzeitig ist Parker auf der Suche nach seinem spurlos verschwundenen Freund und Kollegen Winkler. Dabei ermittelt er unter Jugendlichen, die von zu Hause abgehauen sind und nun auf der Straße leben. Als ein obdachloses Mädchen ermordet in einem Auto am Köln-Bonner Flughafen aufgefunden wird, trifft es Parker wie ein Faustschlag: es ist der Wagen seines verschwundenen Freundes Winkler ... Mathias Wünsche, geboren 1957 in Köln, ist Diplom-Sozialpädagoge und seit über 20 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Er ist Verfasser zahlreicher Kriminalromane und Kinderkrimis. Neben seiner Autorentätigkeit ist er auch erfolgreich als Musiker und Komponist unterwegs. Wünsche ist Mitglied der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur SYNDIKAT. """" www.mathiaswuensche.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 15.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954413683
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi .3
    Größe: 4014 kBytes
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Engel und Tod

1. KAPITEL

E ntfesselte Urgewalt. Ohne sich anzukündigen, war der Regen da, um sich sogleich zu einer Unheil bringenden Allianz mit Donner und Blitz zu vereinen. In der Vorstellung des Mannes zerfetzten Blitze, die die Form gezackter, scharf geschliffener Schwerter besaßen, die schwarzen Wolken. Unaufhaltsam schossen sie hinab, um sich wild zuckend ins Erdreich zu fressen.

Mit dem ersten Ton des Pianos setzte auch das Hi-Hat des Schlagzeugs ein. Unaufdringlich, und doch treibend und Tempo bestimmend. Der Regen trat etwas in den Hintergrund, ohne dabei nachzulassen, und flankierte Schlagzeug und Piano. Dann das krachende Donnergeräusch und endlich, achtunddreißig Sekunden später, die Stimme, elektrisierend: Riders on the storm. Riders on the storm. Into this house we're born, into this world we're thrown. Like a dog without a bone, an actor out on loan. Riders on the storm .

Der Sänger sang von einem Killer auf der Straße, dessen Hirn sich wand wie eine Schlange. Die Doors kamen aus fünf Surround-Lautsprechern, und der MP-3-Player war auf Endlosschleife programmiert. Wie eine Raubkatze schlich sich die Stimme von Jim Morrison an, breitete sich aus und nahm schließlich jeden Winkel der sterilen Räumlichkeit in Besitz.

Zufrieden nickend wandte er sich um und trat, während seine Lippen lautlos Girl ya gotta love your man formten, an den Seziertisch aus Chromnickelstahl.

Der höhenverstellbare Tisch mit dem Organbecken am Fußende stand, einem germanischen Opfertisch gleich, mitten im Raum. Über dem Tisch Neonröhren, unter deren kaltem Licht nichts verborgen blieb.

Für einen kurzen Moment betrachtete er seine Hände. Der Latex ließ die Haut darunter bleich und unnatürlich glatt aussehen. Dann griffen seine Finger zur Rippenschere. Er spürte die Kälte des Instrumentes. Girl ya gotta love your man . Er liebte diese Textzeile.

Seine Nackenhaare stellten sich auf, er schloss die Augen, und seine Fingerspitzen strichen sanft über den nackten Körper.

Sie tanzte. Sie lachte.

Und Morrison sang: Our life will never end. Gotta love your man, yeah .

Wie eine Balletttänzerin hob sie die Arme über den Kopf, drehte eine Pirouette und warf ihm einen Kussmund zu. Die lange tiefschwarze Strähne auf dem ansonsten kahl rasierten Schädel hüpfte ihr dabei frech vor der Nasenspitze herum. Sie verdrehte die Augen, bis sie schielte, und streckte ihm die Zunge heraus. Das brachte ihn zum Lachen. Er rutschte auf dem zerschlissenen grünen Samtsofa ein Stück nach vorne, sodass seine Füße den Boden berührten. Jetzt beugte sie die Knie, senkte sich ab und deutete einen kleinen Plié an. Dann warf sie unvermittelt den Kopf in den Nacken, um sich anschließend mit überkreuzten Beinen und ausladender Armbewegung vor ihm zu verneigen.

"Bravo! Bravo!", hörte er sich rufen und klatschte dabei so kräftig, dass er das Brennen in seinen Handflächen spürte.

Das letzte Riders on the storm , und sie fiel in sich zusammen.

Die plötzliche Stille fühlte sich unsagbar schwer an, bannte ihn auf seinen Platz, und er wurde von einem bleiernen Gefühl der Einsamkeit gepackt. Jedwedes Geräusch in der Wohnung schien durch diese Stille verstärkt zu werden. Seine Augenlider flatterten, und er hatte Angst, dass er den ausgemergelten Körper vor sich aus dem Blick verlöre.

"Nein, nein", flüsterte er, wischte sich mit dem Handrücken trotzig über die Augen und zwang sich hinzuschauen. Er sah, wie sich ihr flacher Brustkorb hob und senkte. Hörte ihre unregelmäßigen Atemgeräusche. Den Mund halb offen, wagte er es kaum, Luft zu holen.

"Minusch!", rief er leise. Er wartete.

"Minusch!", wiederholte er mit zittrige

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