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Ernteopfer von Schneider, Harald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2009
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Ernteopfer

Erntezeit im vorderpfälzischen Obst- und Gemüseanbau. Hauptkommissar Reiner Palzkis Träume von einem erholsamen Wochenende mit seinen Kindern zerplatzen jäh, als ein polnischer Erntehelfer mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden wird. Die Spur führt in den Gemüsegroßmarkt 'S. R. Siegfried' in Limburgerhof. Während Palzki den undurchsichtigen Inhaber in die Mangel nimmt, wird ein zweiter Toter im Wildschweingehege des Rheingönheimer Tierparks entdeckt. Langsam dämmert dem Kommissar, dass er einem Verbrechen auf der Spur ist, gegen das die dubiosen Machenschaften der Gemüsebranche Kavaliersdelikte sind. Harald Schneider, Jahrgang 1962, lebt in Schifferstadt im Rhein-Neckar-Dreieck. Der Betriebswirt arbeitet in einem Medienkonzern im Bereich Strategieplanung. Bislang hat er sich vor allem als Autor von Rätselkrimis für Kinder einen Namen gemacht. 'Ernteopfer' ist sein erster Roman um den Schifferstädter Kriminalhauptkommissar Reiner Palzki. Lesern der regionalen Tageszeitungen ist Palzki jedoch bereits seit 2003 aus zahlreichen Kurzgeschichten gut bekannt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 05.08.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839230756
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Reiner Palzki 1
    Größe: 5588 kBytes
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Ernteopfer

Kapitel 1

Es hätte so ein schöner Tag werden können.

Ich klappte die leicht vergilbte Sonnenblende meines Dienstwagens nach unten, schaltete das Frischluftgeblä se eine Stufe höher und fühlte mich eigentlich recht zufrieden.

Die obligatorische Sommerhitzewelle würde erst in ein paar Wochen die Ebene zwischen dem linksrheinischen Pfälzer Wald und dem rechtsrheinischen Odenwald zum Brutnest aufkochen und die Ozonwerte in die Höhe schnellen lassen. Der meteorologische Sommeranfang lag erst ein paar Tage zurück und die Temperaturen waren rund um die Uhr erstaunlich gut auszuhalten.

Das einzige Ärgernis waren mal wieder die vielrädrigen Blechkolosse, die den rechten Fahrstreifen der vierspurig ausgebauten B 9 zwischen Speyer und Ludwigshafen im Dauerabonnement blockierten. Unter Spediteuren und Kraftfahrern hatte es sich längst herumgesprochen, dass man hier ein gutes Stück der A 61 mautfrei umfahren konnte. Die in der Presse veröffentlichten Zählstatistiken des Lkw-Verkehrs vor und nach der Mauteinführung ergaben zwar keine signifikante Erhöhung des Lastwagenverkehrs, die gefühlte Mehrbelastung sprach aber eine andere Sprache. Auch meine Kollegen von der Kriminaldirektion pflichteten mir bei. Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Ich fühlte, dass an diesem schönen Tag noch irgendetwas passieren würde.

Und schon meldete sich das Funkgerät durch ein leichtes Schnattern. Im gleichen Moment leuchtete die rote Empfangsdiode.

"Palzki", meldete ich mich kurz und bündig.

"Du kannst dir deinen Ausflug nach Ludwigshafen abschminken. Dreh bitte schnellstmöglich um. Wir brauchen dich."

Ich hatte Peter Kleiner erkannt. Damit fing es immer an. Und natürlich war wieder Freitag, und natürlich bedeutete das wieder Wochenendarbeit.

"Was gibt es so Wichtiges, Peter? Hat mal wieder ein Kollege den Colaautomaten mit einem Stück Draht blockiert und der Kasten hat dir eine Diätlimonade spendiert?"

"Du weißt doch ganz genau, dass du vorhin die letzte beschissene Diätlimonade abbekommen hast", lästerte mein Kollege und wurde gleich wieder dienstlich. "Außerdem wirst du erwartet. Vor ein paar Minuten wurde uns ein Toter gemeldet, wahrscheinlich Fremdeinwirkung. Der Notarzt ist schon eingetroffen und die Spurensicherung unterwegs. Also wird es Zeit, dass auch du dort auftauchst."

"Könntest du mir freundlicherweise noch sagen, wo ich genau hin muss?"

"Klar doch, Reiner. Schifferstadt, Mutterstadter Straße, stadtauswärts, linkerhand direkt zwischen den alten Bahngleisen und der neuen ICE-Trasse. Nicht zu verfehlen."

"Okay, habs verstanden, in ein paar Minuten bin ich dort, Ende."

Ich nahm die Ausfahrt Limburgerhof und fuhr kurz darauf bei Mutterstadt durchs Gewerbegebiet Fohlenweide in Richtung Schifferstadt zum Tatort.

Dabei trommelte ich wütend mit beiden Fäusten auf dem Lenkrad herum. Verdammte Scheiße, warum musste das gerade heute passieren? Warum können sich die Leute nicht am Montag oder Dienstag ermorden lassen? Wie bringe ich das nun wieder Stefanie bei? Um halb sechs will sie mit den Kindern bei mir sein. Hoch und heilig habe ich ihr versprochen, dass Paul und Melanie bis Sonntagabend bleiben können. Nichts, aber auch gar nichts könne diesmal dazwischenkommen. Am Samstag wollte ich mit meinen beiden Kindern nach Haßloch in den Holiday Park fahren und am Sonntag nach Mutterstadt ins Aquabella zum Schwimmen. Stefanie wollte nach Frankfurt zu ihrer Mutter fahren.

Ich rief mich selbst zur Ruhe. Noch war es erst kurz nach 10 Uhr morgens. Vielleicht handelte

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