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Es war einmal ... von Novak, Dietrich (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Es war einmal ...

In Berlin geschehen mehrere Morde an Frauen. Der Täter nimmt alte Märchen als Vorlage - bekannte und weniger bekannte, die sich allesamt durch ihre Grausamkeit auszeichnen. Das LKA ermittelt fieberhaft, doch der Täter entzieht sich immer wieder dem Zugriff und verhöhnt die Mordkommission. Valerie hat wiederum private Sorgen, Herbert, der zweite Mann von Karen, erleidet einen Herzinfarkt, der Hund will nicht fressen und Ben hat Krach mit Lena. Am Ende fügt sich alles zum Guten. Nur der Mörder bleibt auf der Strecke. Ein spannendes, neues Abenteuer mit ungewöhnlichen Orten, sogenannten Lost Places. Dietrich Novaks Interesse galt schon immer dem Film, den schönen Künsten und seiner Heimatstadt Berlin. In reiferen Jahren stand er selbst als Schauspieler auf der Bühne. Schon bald schrieb er eigene Theaterstücke, die allesamt zur Aufführung kamen. Nebenher verfasste er Romane und Drehbücher. Seine Liebe gilt den fünfziger Jahren mit ihrem Wirtschaftswunder. Als Maler kann er auf diverse erfolgreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 130
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742720870
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1264 kBytes
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Es war einmal ...

1. Kapitel

Eine Telefonzelle hatten Kalle und Otto auf der Hansastraße nicht gefunden, aber eine Tankstelle. Die Dame an der Kasse rümpfte die Nase, als Kalle nach einem Telefon fragte.

"Wir sind hier keine Telefonzelle", sagte sie spitz. "Besitzen Sie kein Handy?"

"Nee, seh' ick so aus? Dit is'n Notfall. Wir müssen wat den Bullen melden."

"Ach so, das ist etwas anderes. Bitte schön!"

Kalle nahm das Telefon entgegen und wählte 110. Damit landete er in der Direktion 1, Abschnitt 14, in der Berliner Allee. Als er seine Beobachtung schilderte, hieß es, er solle zurück zum Fundort gehen und dort auf die Polizei warten.

"Ja, machen wa. Ick leg jetzt uff", sagte Kalle und zog Otto am Ärmel mit sich nach draußen. "Komm bloß. Wir soll'n da warten. Mensch, da kommt jrade die M4. Nimm de Beene in de Hand und denn nischt wie wech hier."

Als am späten Abend im Ortteil Tiergarten das Telefon klingelte, meldete sich Hauptkommissar Hinnerk Lange. Er hörte eine Weile zu und sagte dann: "Verstanden, wir sind gleich da."

Seine Kollegin und Ehefrau, Hauptkommissarin Valerie Voss, die er bereits zum zweiten Mal geheiratet hatte, sah ihn fragend an.

"In Weißensee, auf dem Brachgelände der ehemaligen Kinderklinik, ist eine weibliche Leiche gefunden worden. Der Anruf kam von einer Tankstelle in der Hansastraße. Wahrscheinlich ein Obdachloser, der einen Schlafplatz gesucht hat."

"Und warum kümmern sich die Kollegen von der Direktion 1 nicht darum?", fragte Valerie.

"Tun sie ja. Aber es gibt da wohl einige Besonderheiten, sodass sie meinen, wir vom LKA wären besser zuständig."

"Hach, gerade wo ich langsam die nötige Bettschwere erreicht hatte", maulte Valerie. "Und dann auch noch quer durch die Stadt, mitten in den tiefsten ehemaligen Osten."

"Das ist nun mal unser Los. Durch die Wiedervereinigung sind wir jetzt auch für Gebiete zuständig, die wir früher nur von der Landkarte her kannten. Komm, Schatz, bürste noch mal dein Silberhaar, wirf dir eine Jacke über, und dann lass uns gehen!"

Hinnerk spielte auf Valeries weißblond aufgehellte Haare an, die ein echter Hingucker waren.

"Die Wiedervereinigung fand vor beinahe dreißig Jahren statt, wenn ich dich erinnern darf", feixte sie. "Tu nicht so, als hättest du es jemals anders kennengelernt. Als Westberlin noch eine Insel war, sind wir beide noch Teenager gewesen und gingen der Kripo noch abhanden."

"Man wird sich doch mal nach einem beschränkteren Arbeitsbereich sehnen dürfen. Oder meinst du, es macht mir Spaß, bis nach Köpenick oder Pankow zu fahren?"

"Aber du willst nicht wirklich die Mauer zurückhaben, oder?"

"Nicht wirklich. Ich genieße es, ungehindert ins Umland fahren zu können. Lieber privat als dienstlich. Doch das Inseldasein hatte schon so seine Vorteile. Der Flugverkehr wurde noch um die Stadt herumgeleitet, und die Düsenjets flogen nicht über Wohn- und Grünanlagen. Und telefonieren musste man von zu Hause oder aus der Zelle. Denn Sendemasten für den Funkverkehr waren ein No-Go unter den Alliierten. Da liefen noch nicht überall Smombies herum, die Gefahr laufen, überfahren zu werden."

"Wer lief nicht herum?"

"Smombies. Das ist eine Wortschöpfung aus Smartphone und Zombie. Für diejenigen, die pausenlos auf ihr Handy starren. Und Fahrrad fuhr man noch auf dem Fahrdamm oder auf ausgewiesenen Radwegen und nicht wild auf dem Bürgersteig, wie heutzutage."

Valerie lachte. "Ja, ich weiß, das ist ein Lieblingsreizthema von dir. Du wirst langsam alt, mein Guter. Bei älteren Leuten hört man oft, dass früher alles besser war."

"Das will ich nicht behaupten. Und apropos, wer kennt sich besser aus mit den neuen Wortschöpfungen?"

"Eins zu null für dich. Auch wenn ich sie für etwas fragwürdig halte."

Unterwegs nach Weißensee, das zum Bezirk Pankow gehört, hakte Valerie noch einmal nach, was es mit der ehemaligen

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