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Faro von Börgdahl, Ole R. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Faro

1943, Weltkrieg, Francos Spanien ist neutral. Michael ist der einzige Überlebende von U-810. Paulus versteckt ihn vor der Guardia civil. Am 'Faro', dem Leuchtturm von Maspalomas, verliebt sich Michael in Serina. Sie öffnet ihm die Augen für die Lügen des Nazi-Regimes. Er beginnt ein neues Leben fernab von Krieg und Hass. Dann holt ihn die Vergangenheit ein. Ohne es zu wissen, hat er ein Geheimnis mit auf die Insel gebracht. Sie spüren ihn auf, seine Verfolger sind gnadenlos, bis Serina ihm das Leben rettet. Aber es ist noch nicht zu Ende. Jahre später führt ein neues Abenteuer Serina und Michael auf der 'Rattenlinie' nach Argentinien. Erst jetzt kann Michael mit allem abschließen. Ole Roelof Börgdahl wurde am 23.05.1971 in Skellefteå, Schweden, geboren. Er wuchs in Skellefteå, Malmö und Lübeck auf. Das Lesen ist für Ole R. Börgdahl ein wichtiges Element des Schreibens. 'Ich habe keine Lieblingsbücher, ich kann aber Bücher nennen, die mich beeindruckt haben. Hierzu gehört der Zyklus Rougon-Macquart von Émile Zola und Suite Francaise von Irène Némirovsky. Bei Zola gefällt mir die reiche Sprache, bei Suite Francaise hat mich das Schicksal von Irène Némirovsky bewegt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 571
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847621034
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 984 kBytes
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Faro

2 Feindfahrt

Kriegstagebuch Donnerstag 7. Januar 1943. Erster Seetag. Beginn fünfte Unternehmung. 15:07 Uhr: Position Auslaufpunkt Bogenlampe. Wind Südsüdwest Stärke zwei, Seegang Stärke drei. Aus dem Geleit entlassen. Kurs 253°. 15:33 Uhr: Getaucht auf fünfunddreißig Meter. E-Maschinen AK voraus. Absicht für die Nacht: Boot einsteuern, tieftauchen, anschließend Marsch fortsetzen.

Sieber blickte auf, als sich der Vorhang bewegte. Jemand war den Gang entlang, am Kommandantenraum vorbeigegangen und dann noch jemand. Wachwechsel. Für die nächsten vier Stunden besetzte jetzt die zweite Seewache unter Leutnant Landenberger die Stationen. Das Boot fuhr noch getaucht, wurde von der Zentrale aus gesteuert. Es war kurz nach 16:00 Uhr, deutscher Zeit. Es war egal, in welcher Zeitzone ein U-Boot der Kriegsmarine operierte, die Seewachen wurden immer nach deutscher Zeit gegangen, 15° östliche Länge. Auf Südkurs passten Tageszeit und Bordzeit noch zusammen. U-810 hatte aber auch schon vor der amerikanischen Küste operiert. Sieber schloss das Kriegstagebuch, betrachtete es einige Sekunden. Zu einer anderen Zeit wäre es das Logbuch des Bootes gewesen. Der Name änderte nichts an seiner Funktion. Sieber nahm es auf, legte es zurück in den hölzernen Dokumentenschrank über seiner Koje. Er griff nach einer grünen Mappe, setzte sich wieder. Er musste dem Funk-Maat Greimel noch das Kurzsignalheft und die Wetterkurzschlüssel aushändigen. Sieber zog die Dokumente aus der Mappe. Dabei rutschte ihm auch ein grauer, versiegelter Umschlag entgegen. Es waren die Instruktionen für Kommandantensprüche. Es hatte bislang bei jeder Fahrt diese Kommandantensprüche gegeben. Eine Kaskade. Zunächst würde Greimel feststellen, dass es sich um einen Offiziersspruch handelte, dann brachte der II WO den Funkspruch und die Dechiffriermaschine zum Kaleun. Spätestens dann musste Sieber das Siegel des grauen Umschlags aufbrechen. Er würde die Enigmamaschine allein und bei geschlossenem Vorhang bedienen und den Kommandantenspruch entschlüsseln. Alles Weitere würde dann seinen Lauf nehmen. Sieber erhob sich, legte Mappe und Umschlag in den Schrank zurück und schloss ab. Den Schlüssel steckte er wie immer in die Innentasche seiner Uniformjacke.

Der Bordlautsprecher knackte, dann kratzte für ein, zwei Sekunden der Tonarm in der Schallplattenrille und schon erklangen die Klarinette und gleich darauf eine Frauenstimme.

"[...] es war Frühling, da gingen wir beide durch die Felder mit frohem Gesicht [...] Roter Mohn, warum wächst du denn schon [...] Roter Mohn, den die Liebste mir gab [...]."

Als das Lied zu Ende ging, beeilte sich Funk-Maat Norbert Greimel, die Platte ein zweites Mal zu spielen. Die Lords der Freiwache saßen gerade im Bugraum beim Essen und hörten beinahe andächtig zu. Matrose Sprenger stieß den Neuen an.

"Na, Kehl, gegen die holde Rosita ist dein Onkel Eduard doch wohl ein Scheißdreck. Ich hätte die Platte auch eigenhändig in den Bach geworfen, wenn sie mir hier an Bord untergekommen wäre, das sag ich dir."

"Pass bloß auf, Sprenger, dass der Junge dich nicht gleich hinterher wirft." Gefreiter Hoffmann lachte.

Matrose Kehl erwiderte nichts, sondern stocherte nur wie unbeteiligt in seinen Kartoffeln herum. Sprenger begann jetzt auch noch mitzusingen.

"[...] aber schon, über Nacht, ist deine Schönheit verblüht, Roter Mohn [...]."

Gleich stimmten einige der Kameraden ein, Sprenger machte den Dirigenten.

"Schnauze da drinnen", schrie Maat Keicher, der am Kugelschott zum Bugraum erschienen war. "Wenn hier auch noch gegrölt wird, dann lässt der Kaleun das Konzert demnächst ausfallen."

Die Männer verstummten augenblicklich und widmeten sich wieder ihrem Essen. Es erklangen tatsächlich die letzten Takte der Musik, aber die Platte wurde sofort ein drittes Mal gespielt. Keicher blieb noch e

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