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Flieh, Hexe, Flieh! Unheimlicher Roman von Merritt, Abraham (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Flieh, Hexe, Flieh!

Unheimlicher Roman von Abraham Merritt Der Umfang dieses Buchs entspricht 200 Taschenbuchseiten. Sie sterben in Sekunden - niemand weiß, woran! Und dann lachen die Toten, böse und triumphierend ... Doch dem Arzt Dr. Lowell lassen die rätselhaften Todesfälle keine Ruhe. Mit Freunden der Toten verfolgt er mehrere Spuren. Und dann bringt ihm ein Polizist eine überfahrene Puppe. Sie blutet aus zahlreichen Wunden ... und ist ein Abbild der ersten Toten. Der Klassiker 'BURN, WITCH, BURN!' ist die Geschichte einer bösartigen alten Frau, die 'magisch-belebte' Puppen ausschickt, um ihre Opfer auf perfide Weise zu töten. Endlich liegt wieder die erste deutsche Ausgabe des Klassikers BURN, WITCH, BURN! von Abraham Merritt in der Übersetzung der unvergleichlichen Lore Strassl vor, die mit ihrem Mann, dem Autor und Herausgeber HUGH WALKER, viele Klassiker der Horror- und Fantasyliteratur mit ihren deutschsprachigen Erstveröffentlichungen bekannt gemacht hat. Übersetzung: Lore Strassl

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 194
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743806139
    Verlag: BookRix
    Größe: 456 kBytes
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Flieh, Hexe, Flieh!

1

Als ich die Stufen zum Krankenhauseingang hochschritt, hörte ich die Turmuhr einmal schlagen. Normalerweise schlafe ich zu dieser Zeit längst, aber ich hatte einen sehr interessanten Fall übernommen und meinen Assistenten Braile gebeten, mich sofort zu benachrichtigen, wenn sich am Befinden des Patienten etwas ändern sollte. Gerade hatte ich nun seinen Anruf erhalten. Es war eine klare Novembernacht, und ich blieb im Schatten des Portals stehen, um noch ein paar Minuten den herrlichen Sternenhimmel zu bewundern. In diesem Augenblick brauste ein Auto um die Ecke und hielt vor dem Treppenaufgang.

Ich fragte mich, was das zu dieser späten Stunde sollte, als ein Mann ausstieg. Er warf einen scharfen Blick die menschenleere Straße auf und nieder, ehe er die Tür weit aufriss. Ein zweiter Mann kletterte aus dem Auto. Die beiden bückten sich und schienen im Wagen herumzuhantieren. Dann richteten sie sich auf, und ich sah, dass sie die Arme unter die Schultern eines dritten gelegt hatten. Als sie näher kamen, bemerkte ich, dass sie ihn nicht stützten, sondern regelrecht trugen. Sein Kopf war auf die Brust gesunken und sein Körper baumelte schlaff zwischen den beiden.

Ein vierter stieg aus dem Wagen.

Ich erkannte ihn. Es war Julian Ricori, ein berüchtigter Unterweltboss, der sich bereits zur Zeit des Alkoholverbots einen Namen gemacht hatte.

Bis jetzt hatte mich noch niemand bemerkt. Ich trat aus dem Schatten. Sofort hielten die beiden mit ihrer Last an. Ihre freien Hände fuhren blitzschnell in ihre Jackentaschen. Der Grund dafür war unmissverständlich.

"Ich bin Dr. Lowell", stieß ich hastig hervor. "Arzt in dieser Klinik. Bitte kommen Sie herein."

Die Männer dachten nicht daran, meiner Aufforderung Folge zu leisten. Sie ließen kein Auge von mir, aber sie rührten sich auch nicht vom Fleck. Ricori stellte sich vor sie. Auch seine Hände steckten in den Taschen. Er musterte mich, dann nickte er den anderen zu. Ich spürte förmlich, wie die Spannung nachließ.

"Sie sind mir nicht unbekannt, Doktor", sagte er freundlich in merkwürdig korrektem Englisch. "Aber Sie sind da ein bedenkliches Risiko eingegangen. Darf ich Ihnen für die Zukunft den Rat geben, nicht so unerwartet aus dem Dunkeln aufzutauchen, wenn Sie Fremden gegenübertreten. In dieser Stadt könnte das sehr gefährlich sein."

"Aber Sie sind mir kein Fremder, Mr. Ricori."

"Dann, muss ich sagen, waren Sie doppelt unvorsichtig." Er lächelte schwach.

Einen Moment herrschte ungemütliches Schweigen.

"Da Sie also wissen, wer ich bin, werden Sie verstehen, dass ich mich hinter geschlossenen Türen sicherer fühle als hier im Freien."

Ich öffnete das Portal. Die beiden Männer schleppten ihre Last ins Haus. Ricori und ich folgten ihnen. Meine ärztliche Pflicht verlangte, dass ich mich gleich um den offensichtlich kranken Mann kümmerte. Als ich mich ihm zuwandte, warfen seine beiden Träger Ricori einen fragenden Blick zu. Ich hob den Kopf des Patienten.

Fast etwas wie ein Schock durchzuckte mich. Die Augen des Mannes standen weit offen. Er war weder tot noch bewusstlos, aber in seinem Gesicht sah ich einen Ausdruck von unbeschreiblichem Entsetzen, wie es mir in meiner langjährigen Erfahrung mit Normalen, Irren und Grenzfällen noch nie begegnet war. Es war nackte Furcht, gepaart mit unvorstellbarem Grauen. Die vergrößerten Pupillen schienen wie die Ausrufezeichen der Erregung, die sich auf seinen Zügen spiegelte. Sie starrten durch mich hindurch und an mir vorbei. Und gleichzeitig hatte es den Anschein, als sähen sie in sein Inneres - als erblickten sie den fürchterlichen Alptraum nicht nur vor, sondern auch in sich.

Ricori hatte mich gespannt beobachtet. "Was könnte diesen grauenvollen Zustand ausgelöst haben? Ich bin bereit, eine größere Summe für die Aufklärung zu bezahlen. Natürlich möchte ich, dass mein Freund wieder geheilt wird, Dr. Lowell. Aber ich will ganz ehrlich

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