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Flintenweiber von Bürster, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2014
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Flintenweiber

Privatdetektivin Thea Thading hat ihren ersten Auftrag: Sie soll herausfinden, welcher Hund sich am Zaun ihres Nachbarn erleichtert. Doch dann kommt ihre alte Bekannte, die Wittmunder Kommissarin Wilma Menkens, ins Oldenburger Land, gemeinsam mit den Damen ihres Schützenvereins. Nur wenig später liegt Wilma angeschossen im Maisfeld - nicht weit entfernt von einer Leiche mit einem Sack voller Cannabis ...

Helga Bürster wurde 1961 in einem oldenburgischen Dorf geboren. Später verschlug es sie nach Süddeutschland, wo sie Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte studierte. Seitdem lebt sie vom Schreiben und Geschichtenerzählen. Mit ihrer Familie wohnt sie seit 1995 wieder in einem niedersächsischen Dorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 17.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863585839
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Niedersachsen Krimi Bd.2
    Größe: 3115 kBytes
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Flintenweiber

2

Als Thea einen Tag später ihr Fahrrad aus dem Schuppen holte, wartete Sielmann bereits am Zaun. "Na? Gibt es schon Erkenntnisse?"

Der hatte ihr gerade noch gefehlt. Sie wollte sich eben auf den Weg nach Bruchbäke machen, denn sie war mit Wilma übereingekommen, dass sie sich besser im Gasthof trafen.

"Nein", antwortete sie knapp, stieg auf und ließ ihren Nachbarn einfach stehen.

"He! Warte doch mal! Wohin fährst du? Hat das mit meinem Fall zu tun?", rief er ihr nach.

Sie bremste hart, kam schlingernd zum Stehen und drehte sich zu ihm um. "Entschuldige mal, aber es geht dich nichts an, wo ich in meiner Freizeit hinfahre."

Sielmann joggte zu ihr hin. "Das geht mich sehr wohl was an", motzte er. "Wie kommst du darauf, dass du Freizeit hast? Ich hab dir einen Vorschuss gezahlt. Da kannst du nicht einfach alles stehen und liegen lassen am helllichten Tag und blaumachen."

"Vielleicht muss ich mal was einkaufen?"

"Und wenn in dieser Zeit der Täter vorbeikommt?"

"Dann gibst du ihm was zu fressen und bindest ihn so lange an, bis ich zurück bin, um ihn zu verhaften." Thea stieg wieder auf und trat so wütend in die Pedale, dass der Kies spritzte.

Sie schätzte, dass sie bis nach Bruchbäke eine gute halbe Stunde brauchte. Eigentlich musste sie nur an der Autobahn entlangfahren, denn die führte direkt durch das ehemalige Bauerndorf am Rande der Stadt hindurch. Als Kind war Thea des Öfteren im Bruchbäker See baden gegangen, zusammen mit Friedjof, ihrem missratenen Zwillingsbruder, der in die rechte Szene abgedriftet war, während sie Polizistin wurde. Das Leben schlug manchmal seltsame Kapriolen. Aber das war alles lange her. Von ihrer Familie lebte niemand mehr.

Sie ließ die Stadt hinter sich und fuhr über Feldwege an Weiden und Waldstücken vorbei. Zwischen den Bäumen entdeckte sie den See. Um diese Jahreszeit war er verlassen. Ohne den Autobahnlärm wäre es hier fast idyllisch gewesen. Hier und da tauchten alte Bauernhäuser auf, einige mit Reet gedeckt, andere halb verfallen und unbewohnt. Tiefe Gräben, die das feuchte Gelände entwässerten, säumten die Wege. Schlaglöcher so tief wie der Grand Canyon zwangen Thea zu wilden Slaloms, und einige Male wäre sie fast gestürzt. Das Oldenburger Land war eine Sache für sich, und Bruchbäke war einer der vielen vergessenen Orte, von denen eigentlich nur noch der Name existierte. Thea wunderte sich, was Wilma Menkens bewogen hatte, einen Ausflug ausgerechnet in diese Einöde zu machen. Sie hatte sogar von einem Erlebniswochenende gesprochen. Was um Himmels willen gab es zwischen Maisfeldern, Kuhweiden und Autobahn zu erleben?

Als Thea vor dem Gasthof vom Rad stieg, verstand sie jedoch, was die Flintenweiber hierhergeführt hatte. Mitten in der Pampa, zwischen alten Eichen und Buchen, stand ein auf den ersten Blick gepflegtes Gasthaus. Die weiß verputzte Fassade konnte jedoch, wenn man genau hinsah, dringend frische Farbe gebrauchen. Den Eingang säumten zwei riesige Blumenkübel, in denen Koniferen wuchsen, dazwischen ein Standaschenbecher, stiller Zeuge davon, dass sich Gäste in diese gottverlassene Gegend verirrten. Eine riesige Werbeplane, die am Balkon im ersten Stock angebracht war, verriet, warum das so war. Sie zeigte einen Kerl, grobschlächtig und mit Jägerhut und Kochschürze bekleidet. In der einen Hand hielt er eine Flinte, in der anderen einen toten Fasan. Er lächelte wie Hans Albers, spöttisch und ein wenig überheblich.

Thea las, was daneben geschrieben stand:

Der wilde Willi

Wirt und Alleinunterhalter im Gasthof "Wilder Eber"

Wildgerichte aus eigener Jagd

Erlebniswochenenden während der kulinarischen Wildwochen

vom 15. Oktober bis zum 30. November

Noch während Thea den wilden Willi betrachtete, wurde die Eingangstür aufgerissen, und jemand stürzte auf sie zu. Thea ließ

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