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Fluchtvögel Ein musikalischer Kriminalroman von Bührig, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Fluchtvögel

Was hat die Leiche eines Schwarzafrikaners in einem Kühlwagen zu tun mit der Insassin einer Pflegeanstalt für psychisch Kranke, die vor 25 Jahren nach einem schweren Unfall das Gedächtnis verlor? Auf den ersten Blick nichts. Doch als der Lübecker Kriminalhauptkommissar Kroll herausfindet, dass es in beiden Fällen um Fluchtversuche geht, wird er in einen Fall verwickelt, der ihn fast das Leben kostet.

Dieter Bührig studierte an der Hochschule für Musik in Berlin. Mehrere Jahre war er als Tonmeister in Musikstudios und als Musikproduzent tätig. Dann absolvierte er ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Lübeck für das Lehramt an Gymnasien. Seitdem unterrichtete er die Fächer Musik und Physik. In Büchern und Fachzeitschriften veröffentlichte er Beiträge zur Musikpädagogik sowie Chor- und Bandarrangements. 1994 promovierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg über das Thema "Schule in der Musik". Seit 2010 ist Dieter Bührig Autor von Kriminal- und anderen Romanen. Er ist Mitglied im Verband Schriftsteller in SH, im Lübecker Autorenkreis und im Syndikat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 05.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839243268
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 3067 kBytes
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Fluchtvögel

Kapitel 2: Unterstimme - Fluchtvögel

Der stürmische Levantewind hatte ihr Boot durch die Meeresenge von Gibraltar bis hinein in die Bucht von Barbate getrieben. Im letzten Moment, die Bootsflüchtlinge aus Marokko konnten die südspanische Küstenlinie schon deutlich erkennen, war der primitive Holzkahn infolge einer mannshohen, sich überschlagenden Welle gekentert. Fast alle wurden ins Wasser geschleudert und ertranken.

Nur Achmed und seinem Kumpel Driss gelang es, sich an einer schmalen Holzplanke festzuklammern und sich gegen die über sie hereinbrechenden Wassermassen zu behaupten. In ihrer Heimat waren sie als ausgezeichnete Schwimmer bekannt. Diese Eigenschaft sollte jetzt ihr Leben retten.

Alle anderen, wasserscheue Bauernsöhne aus dem Inland, hatten in dem Höllenkessel der gischtigen Flut keine Chance. Jeder von ihnen hatte 1000 Dollar für die gefahrvolle Überfahrt berappen müssen. Nun war das Vermögen ihrer Familien und damit auch jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes zugrunde gegangen.

Die Strömung drohte, die Planke in den offenen Atlantik abzutreiben. Die beiden brachten verzweifelt ihre letzten Kräfte auf und versuchten, mit der freien Hand und den nackten Beinen dem entgegenzupaddeln. Endlich spürten sie den steinigen Ufersand unter den Füßen. Eine letzte Anstrengung, und das rettende Festland war erreicht.

Ein heftiges Gewitter ging über sie hinweg, aber sie bemerkten es gar nicht. Erschöpft ließen sie sich in den warmen Sand fallen. Der Regen verhüllte die Landschaft, sodass man kaum zwischen Meer, Himmel und Erde unterscheiden konnte. Und das war für die beiden auch gut so, denn bei diesem miesen Wetter hatten die Beamten von der Guardia Civil keine Lust, mit ihren Geländewagen auf Streife zu gehen und nach Bootsflüchtlingen, nach ›clandestinos‹, also nach denen, die im Untergrund leben mussten, Ausschau zu halten.

Nach etwa einer Stunde rappelten sich die beiden Schiffsbrüchigen wieder auf. Achmed kannte sich hier ein wenig aus. Er hatte die Flucht in das vermeintlich gesegnete Land schon einmal versucht, war aber erwischt und wieder abgeschoben worden.

Fast allen clandestinos erging es so. Manche seiner Kumpel hatten es sogar schon dreimal versucht. Immer ergebnislos, und jedes Mal war viel Geld im Spiel. Geld, das in die unersättlichen Taschen einiger Schlepper floss. Skrupellose Menschenschmuggler, die mit dem Leben ihrer Nachbarn spielten, indem sie ihnen Hoffnungen einflößten, obwohl sie genau wussten, dass die primitiven Boote nichts als schwimmende Särge waren.

Driss setzte sich auf einen Stein, der von den auslaufenden Wellen umspült wurde. Er betrachtete das immer wieder von Neuem ankommende und abfließende Wasser. Jedes Mal wurden kleine Steine, Muschelreste oder Seetang mitgerissen.

Er musste an seine Familie, seine Braut, seine Freunde zu Hause denken. Wird diese Flucht sich lohnen? Würde sie all das aufwiegen, was er bisher auf sich genommen hatte? Würde es ihm gelingen, im fernen Nordeuropa einen Job zu finden, damit er die Seinen zu Hause ernähren konnte? Er hatte sich vorgenommen, bei der erstbesten Gelegenheit seine Braut nachkommen zu lassen.

"Was sie jetzt wohl macht?" Driss warf ein Stück Holz in das abfließende Wasser. "Vielleicht erreicht es ja das Heimatufer und kündet von unserem Erfolg. - Hauptsache, du hast den Kontaktzettel nicht verloren!"

"Keine Angst", erwiderte sein Freund und tastete nach seinem Brustbeutel. "Ziemlich feucht geworden, aber er ist an Ort und Stelle. Ich hüte ihn wie meinen Augapfel, unseren Pass in die freie Welt. Ohne ihn würden wir über Algeciras nicht hinauskommen.&l

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