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Gedenke mein Kriminalroman von Löhnig, Inge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)

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Gedenke mein

Cold Cases - Verbrechen schlafen nicht Gina Angelucci, die Partnerin des Münchner Kommissars Dühnfort, arbeitet in der Abteilung für Cold Cases in München: Sie löst Mordfälle, die seit Jahren nicht geklärt werden konnten. Auf die Bitte einer Mutter nimmt sie die Ermittlungen zu einem tragischen Fall wieder auf. Vor zehn Jahren verschwand die kleine Marie. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Der Vater von Marie hat Selbstmord begangen. Hat er seiner Tochter etwas angetan? Gina ahnt, dass ihre Kollegen damals die falschen Fragen stellten. Warum sollte der Vater das Mädchen töten? Oder ist Marie noch am Leben? Gina folgt einer Spur, die zu unendlichem Leid führt ... Schon als Kind verfügte Inge Löhnig über so viel Fantasie, dass ihre Geschichten noch heute in der Familie legendär sind. Neben dem Beruf als Grafik-Designerin war Schreiben lange ein Hobby. Erst mit dem Erscheinen der Reihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort wurde daraus die neue Profession. Die Kriminal-Romane von Inge Löhnig sind ebenso regelmäßig auf der Bestsellerliste zu finden, wie die spannenden Familien-Romane, die sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 15.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843712187
    Verlag: Ullstein
    Serie: Gina Angelucci 1
    Größe: 2440 kBytes
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Gedenke mein

Zehn Jahre später. Anfang September 2015

2

Die Stuhlreihen vor dem Podium füllten sich zusehends mit den Vertretern der Medien. Ihrer Anzahl nach waren es nicht nur die der Münchner Presse und des Bayerischen Fernsehens. Sie kamen von Redaktionen und Fernsehanstalten aus ganz Deutschland. Die Klärung des Mordfalls Diana Weigelt nach achtundzwanzig Jahren war eine kleine Sensation und das Interesse an der Pressekonferenz der Münchner Polizei entsprechend groß. Weniger wegen des Opfers, sondern wohl hauptsächlich wegen der Prominenz des Täters.

Kriminalhauptkommissarin Gina Angelucci stand ein wenig abseits am Fenster und beobachtete das Treiben, das es ohne ihre Beharrlichkeit nicht gäbe. Manche würden es auch Sturheit nennen. Doch stur war man ihrer Meinung nach nur dann, wenn man störrisch an einem Ziel festhielt, das nicht erreichbar war. Beharrlich, wenn man nicht aufgab, das Mögliche zustande zu bringen. Und das war ihr gelungen. Am Ende hatte sie wie ein Maulwurf unter Tage in den Katakomben des LKA nach den Asservaten in diesem Fall gesucht. Irgendwo mussten sie sein, es sei denn, Doktor Till Strassers Schwiegervater hätte tatsächlich die Unverfrorenheit besessen, seinen politischen Einfluss zu nutzen, um sie verschwinden zu lassen. Doch ganz so einfach wie im Fernsehkrimi ging das nicht. Zu guter Letzt hatte Gina die Beweismittel dort gefunden, wo sie ganz sicher nicht hingehörten. In den Unterlagen eines anderen Falls. Schlamperei oder Absicht? Eine nicht zu klärende Frage.

Thomas Wilzoch betrat den Raum durch den Seiteneingang, sah sich um und nickte ihr zu, als er sie entdeckte. Ihr Chef war ein stattlicher Mann mit Bürstenhaarschnitt, in dem sich die Geheimratsecken kontinuierlich vorarbeiteten. Seine schmale Nase und die scharfen Gesichtszüge ließen auf Strenge schließen, dabei war er ein gemütlicher Kerl, der es ruhig angehen ließ. Nach und nach hatte er sich bei der Mordkommission seine eigene Abteilung geschaffen, indem er sich bereitwillig und immer häufiger den ungeklärten Altfällen widmete, bis er schließlich als Spezialist für Cold Cases galt. Offiziell gab es diese Abteilung nicht. Thomas leitete eine Mordkommission wie jede andere, und gelegentlich mussten er und sein Team, das bis vor drei Wochen aus ihm und Gina bestanden hatte, sich mit aktuellen Fällen befassen. Heute trug er Uniform und steuerte zielstrebig den Tisch auf dem Podium an, grüßte Heigl, der von Gina unbemerkt den Raum betreten hatte, und setzte sich.

Kriminaldirektor Leonhard Heigl war Leiter des Dezernats 11 und erweckte stets den Eindruck, als arbeite er sich pausenlos für Recht und Gerechtigkeit auf. Ein fortwährender Kampf. Hinter seinem Schreibtisch traf man ihn stets mit aufgezogenem Krawattenknoten, hochgekrempelten Ärmeln und zerrauften Haaren an. Jetzt war das Haar geglättet, die Krawatte saß, und der mittlere Knopf des Sakkos war geschlossen.

Fehlte noch Oberstaatsanwalt Jochen Poschmann, der Herr des Verfahrens und potentieller Empfänger der Lorbeeren, die Gina aus dem Dreck gewühlt hatte. Sei es drum. Sollte Poschmann den Applaus bekommen. Gina war es egal. Was ihr eine tiefe, beinahe grimmige Befriedigung verschaffte, war die Tatsache, dass sie Strasser den Mord an Diana Weigelt nachgewiesen hatte und er endlich dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. Nach achtundzwanzig Jahren, in denen er mehr oder weniger unbehelligt geblieben war, in denen er Karriere gemacht, mit seiner Frau noch zwei Kinder gezeugt und das Leben genossen hatte, ereilte ihn nun die Macht der Exekutive. Hoffentlich. Denn zu hundert Prozent war das noch nicht sicher. Totschlag oder Mord? Verjährung oder Anklage?

Gina suchte Poschmanns Blick. Er hob beide Daumen, und ein erleichtertes Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Der Richter hatte das also abgenickt.

Der Oberstaatsanwalt erklomm das Podest und setzte sich zwischen Heigl und Wi

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