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Geisterfahrt Thriller von Erzberg, Tim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Geisterfahrt

Es hätte ein schöner Tag werden sollen: Anna Krüger und ihre Kollegen von der Helgoländer Polizei sind nach Hamburg gefahren, um das Dienstjubiläum ihres Chefs zu feiern. Auf dem "Hamburger Dom" ist auch dessen neunjährige Tochter Pauline mit dabei. Auf dem Weg in den bunten und hektischen Trubel des Volksfestes macht Anna Krüger eine Entdeckung, deren Tragweite sie sich nicht hätte ausmalen können. Und so wird binnen weniger Stunden der Terror nach Hamburg kommen, ein kleines Mädchen verschwinden und ein Mensch sterben. " Dramatisch und spannend. " Morgenpost am Sonntag " Ein grundsolider Kriminalroman mit Hamburg-Flair " Hamburger Abendblatt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 03.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678384
    Verlag: HarperCollins
    Serie: Anna Krüger 3
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Geisterfahrt

EINS

Hamburg, Dom: 3. August, 20:30 Uhr

Eck hatte sich immer leicht damit getan, nachts um die Häuser zu ziehen und tagsüber zu schlafen. Sein Revier war der Kiez, da ging das. Da war Leben bis morgens um sechs - und die Nachtschwärmer hatten das Geld lockerer als die Idioten, die tagsüber in der Stadt herumliefen. Die aufgeblasenen Geizkragen und Moralapostel. Eck kannte sie alle. Er war selber einer von ihnen gewesen. Vor Ewigkeiten. Manchmal träumte er noch davon. Wenn er zu viel getrunken hatte, heulte er auch schon mal über sein verlorenes Leben. Aber an einem normalen Tag, das hieß: in einer normalen Nacht mit nur kleinem Hunger und kleinem Rausch, da konnte Eck sich gut durchs Leben treiben lassen und spürte fast nicht, wie es verging. Surfen nannte er das. Surfen. Hatte er früher mal gemacht. Vor einer Ewigkeit. Hatte sich ähnlich angefühlt. Man blendete alles andere aus.

Aber zum Surfen brauchst du Stoff. Ganz ohne ist kein Surfen. Ganz ohne ist Krieg. Krieg in den Eingeweiden. Krieg im Bauch. So wie heute. Irgendwie hatte er kein Glück gehabt. War erst unten am Hafen gewesen, um sich irgendwo ein Fischbrötchen zu schnorren. Als Unterlage. Dann rauf durchs Portugiesenviertel, wo man vor dem Lokal lungerte, bis einem der Wirt eine halb leere Flasche Roten schenkte, damit man endlich verschwand. Eck war in letzter Zeit wohl zu oft dort gewesen. Diesmal hatten sie ihm bloß einen Tritt geschenkt und mit der Polizei gedroht. Was natürlich keine Drohung war. Die machten sich nicht die Hände mit einem Penner schmutzig, der sich friedlich verhielt. Blieben auf Abstand, weil sie Angst hatten, sie könnten sich Läuse holen oder Flöhe. Oder was richtig Fieses. Eck hätte gelacht. Ging aber nicht, weil er diesen verdammten Druck in der Brust spürte. Dabei war Sommer. Sonst kannte er das nur vom Winter. Aber nach dem letzten war's nicht wieder weggegangen. Eher stärker geworden. Vor allem, wenn er nüchtern war. Was er Scheiße noch mal nicht gerne war.

Nach acht Uhr abends - er blickte immer mal wieder zur Uhr am U-Bahnhof St. Pauli hin - und immer noch keine Aussicht auf Stoff. An einem der Stände hatten ein paar Kunden ihre Becher stehen lassen. Eck sah sich um und trottete hinüber. Wäre beinahe überfahren worden von einem Porsche. Er spuckte hinterher, dachte dann aber, dass es vielleicht nicht mal schlecht gewesen wäre. Schneller Tod. Und ein Bonzenarsch, der auf Grundeis ging, weil er einen Obdachlosen niedergemäht hatte. Eck musste lachen. Dann musste er husten. Scheiße. Der Kioskbesitzer hatte ihn entdeckt. "Verpiss dich!"

"Schon gut, Mann", murmelte Eck und bog ab, ein Stück weit rein auf das Heiligengeistfeld. Da, wo sie anfingen, sich durch die Nacht treiben zu lassen und ihr Geld zu verjubeln, und sich volllaufen ließen und den Mädels auf die Möpse glotzten. Hatte er früher alles auch getan. Vor einer Ewigkeit.

"Pass auf, wo du hintrittst, Alter!", fuhr ihn ein Jugendlicher an. Ausländer. Türke wahrscheinlich, irgend so was. Oder Araber.

"Sorry, Mann", murmelte Eck und wankte leicht zur Seite.

"Alles okay?" Der Junge hob seine Geldbörse auf, die ihm bei Ecks Rempler runtergefallen war. "Geht's dir nicht gut?"

"Alles okay, Mann. Bin bloß 'n Penner."

"Scheiße, Alter." Er kramte irgendwas in seiner Jacke. "Hey. Hier." Und steckte Eck etwas in die Tasche. Dann war er weg.

Geld! Ein Zehner! Offenbar war heute Ecks Glückstag.

Die anderen waren schon vorgegangen. Pauls Tochter wollte unbedingt mit ihrem Papa Autoscooter fahren. Wenn sie ihnen nachsah, fand Anna, sie hätten eine gute Familie abgegeben: Paul, die Kleine - und Saskia. Waren sie natürlich nicht. Und würden sie sicher auch nie werden. Saskia war überhaupt nicht Pauls Typ. Optisch vielleicht. Optisch standen wahrscheinlich alle Männer auf Saskia. Sie war blond, schlank, mit Kurven an den richtigen Stellen. Normalerweise s

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