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Gieriger Zorn Kriminalroman von Wood, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Gieriger Zorn

DCI Matilda Darke steht am Tatort eines Verbrechens von unglaublicher Brutalität: Ein Mann wurde bis zur Unkenntlichkeit verprügelt und erschossen, eine halb nackte Frau mit einem Bauchschuss sterbend zurückgelassen. Dabei begann Matildas Tag bereits mit einem Schock: In der Zeitung stieß sie auf einen Artikel, der sie persönlich für den missglückten Ausgang einer Kindesentführung verantwortlich macht. Ihre Vorgesetzten zeigen sich von dem öffentlichen Druck beeindruckt: Es müssen Erfolge her, ansonsten wird die Mordkommission geschlossen. Und so wird die Ergreifung des Parkplatzmörders zum Schicksalsspiel für Matilda und ihre Kollegen ... "Ich habe mich gefreut Matilda Darke kennenzulernen. Sie ist ein starker Charakter mit wahrer Tiefe." Robert Bryndza, Autor von Das Mädchen im Eis Michael Wood ist freiberuflicher Journalist und Lektor und lebt in Sheffield. Als Reporter hat er über viele Kriminalfälle in der Stadt berichtet und dadurch einen intensiven Einblick in die Ermittlungsarbeit der Polizei gewinnen können. Zudem rezensiert er Bücher für Crimesquad, eine Webseite, die sich der Kriminalliteratur verschrieben hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 01.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678032
    Verlag: HarperCollins
    Serie: Matilda Darke .2
    Originaltitel: Outside Looking In
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Gieriger Zorn

1

Die Abende von George und Mary Rainsford folgten seit über dreißig Jahren derselben Routine. Sobald die Melodie ertönte, die das Ende der Zehn-Uhr-Nachrichten verkündete, war es Zeit, zu Bett zu gehen. Mary begab sich sofort nach oben, während George noch den Kessel aufsetzte. Bis das Wasser kochte, machte er einen Rundgang durch das Erdgeschoss des Cottages. Er vergewisserte sich, dass Fenster und Türen verschlossen waren, die Kissen ordentlich auf dem Sofa lagen und er alle Geräte ausgeschaltet hatte. Dann sagte er den Guppys im Aquarium gute Nacht. Er brühte zwei Tassen Tee auf und ging hinauf. Doch nach heute Abend würde sich alles ändern. Ab morgen würde es keine lieb gewordenen Gewohnheiten mehr geben. Keine halbe Stunde lesen im Bett, bevor sie das Licht löschten, keinen Gutenachtkuss. Nur einen Abgrund, in dem ihr bisheriges Leben durch ein hohles Gefühl der Furcht ersetzt wurde.

Während George den Tee kochte, hatte er den Lauten von draußen gelauscht. Ein paar Schafe blökten auf einer Farm in der Nähe, ein Hund bellte, und irgendwo ertönte eine Autohupe. Es war beruhigend. Außerhalb ihres kleinen, gemütlichen Cottages ging alles seinen gewohnten Gang.

Vorsichtig stieg er mit einem Becher Tee in jeder Hand die Treppe hinauf.

"Hörst du das?", fragte er, als er das Schlafzimmer betrat.

"Was denn?" Mary lag bereits im Bett und hatte ein zugeklapptes Colin-Dexter-Taschenbuch im Schoß liegen. Sie cremte sich gerade energisch die Hände ein.

Sie nahm ihren angestammten Becher entgegen und legte die Hände darum. "Meine Güte, George, du hast den Beutel heute aber kräftig ausgedrückt. Der ist ja stark genug für einen Ochsen."

"Draußen hupt ein Auto."

"Na ja, das kommt vor."

"Es geht schon eine ganze Weile so."

"Vielleicht ist es ein ungeduldiger Taxifahrer, der auf einen Fahrgast wartet. Du weiß ja, wie die sind."

George stellte seinen Becher auf dem Nachttisch ab und trat ans Fenster. Er zog die dicken, schwarzen Vorhänge auseinander und steckte den Kopf durch den Spalt.

"Siehst du irgendetwas?", fragte Mary nicht übermäßig interessiert.

"Nein. Diese neuen Solar-Straßenlampen taugen nicht viel."

"Lass gut sein und komm ins Bett."

"Das geht nicht. Ich kriege es nicht mehr aus dem Kopf."

"Dann mach einfach Radio 4 an und lass es leise laufen."

"Warte. Hör mal." Er verstummte kurz, dann zog er den Kopf aus dem Spalt und sah seine Frau an. "Hörst du das?"

"Das Hupen? Ja. Weil du mich darauf aufmerksam gemacht hast."

"Nein, hör genau hin! Es ist rhythmisch."

"Es ist was?"

"Rhythmisch. Es folgt einem Muster. Das ist nicht einfach nur Gehupe. Da morst jemand."

"Wie bitte?"

"Es ist Morsecode. Da! Es sind kurze und lange Signale. Pst, hör doch!"

Eine lange Minute verstrich in Schweigen, während sie sich beide auf den Klang der Autohupe in der Ferne konzentrierten.

"Ich höre bloß Gehupe."

"Nein. Es ist ein SOS."

"Was?"

"SOS im Morsecode. Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz. Hör doch! Nach einer kurzen Pause fängt es wieder von vorne an. Da steckt jemand in Schwierigkeiten."

George machte auf dem Absatz kehrt und ging zur Schlafzimmertür.

"George, wo willst du hin?"

"Nachsehen. Vielleicht ist jemand verletzt."

"Dann ruf die Polizei." Mary folgte ihm die Treppe hinunter und versuchte dabei unbeholfen in ihren Morgenmantel zu schlüpfen.

"Man ruft doch nicht gleich die Polizei, bloß weil ein Auto hupt."

"Nimm doch die Nummer der Meldestelle. Die nimmt man doch, wenn es kein Notfall ist. Wie lautet sie noch gleich, 111?"

"101. Das ist zwecklos, da ist immer besetzt. Man kommt nie durch. Da kann ich genauso gut selbst nachschauen."

Furcht schlich sich in Marys Stimme und spiegelte sich auf ihrem Gesicht. "George, geh nicht. Es ist stockdunkel. Du hast selbst gesagt, dass die Str

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