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Höllental Psychothriller von Winkelmann, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2013
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Höllental

Die Angst treibt sie in einen einsamen Tod - und ihr letzter Blick schickt einen Mann auf die Suche nach dem Mörder ... Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick - ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird ... Andreas Winkelmann, geboren 1968, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten. Er war unter anderem Soldat, Sportlehrer und Taxifahrer, hielt es aber in keinem Job lange aus und blieb nur dem Schreiben treu. "Der menschliche Verstand erschafft die Hölle auf Erden, und dort kenne ich mich aus", beschreibt er seine Faszination für das Genre des Bösen. Er lebt heute mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 18.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641081546
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1085 kBytes
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Höllental

Augsburg

01.12.2009

I hre Oberschenkelmuskulatur brannte, ihre Lunge litt Qualen. Schweiß tropfte von ihrem Gesicht zu Boden, ihr zu einem Zopf geflochtenes Haar flog hin und her. Mara Landau trieb die Maschine und sich selbst bis an die Belastungsgrenze. Aus dem Inneren des Stairmasters erklang ein metallenes Kratzen, trotzdem stellte die zweiundzwanzigjährige Brünette die Schwierigkeitsstufe noch höher - auf die höchste Frequenz, die das Gerät hergab. Während Maras Hände die Pulsmesser umklammerten, pumpten ihre Beine auf und ab und simulierten den harten Anstieg einer zwanzigprozentigen Steigung.

Von allen aeroben Geräten im Fitness-Studio benutzte Mara Landau den Stairmaster am häufigsten. Sie liebte diese Maschine. Sie liebte die Schmerzen, den Schweiß, das Gefühl, an ihre Grenzen zu gehen. Außerdem war es das perfekte Training fürs Bergsteigen. Mit siebzehn Jahren war sie zum ersten Mal zum Klettern in die Berge gegangen. Anfangs war es ihr nur um das reine Felsklettern gegangen, doch in den letzten zwei Jahren war mehr und mehr das Höhenbergsteigen hinzugekommen. Jetzt waren es die schneebedeckten Gipfel, die sie reizten. Und dafür brauchte man Kondition. Wenn Mara wie jetzt alles gab, malte sie sich gern aus, wie sie eines Tages auf einen der Achttausender im Himalaya steigen würde. Schon jetzt verfolgte sie jede Sendung darüber, las jedes Buch, jeden Erfahrungsbericht. Und sollte sie eines Tages das dafür nötige Geld zusammengespart haben, dann würde sie diesen Traum Realität werden lassen.

Bis dahin reichten ihr die Alpen.

Und der Stairmaster.

Sie hielt die hohe Frequenz länger durch als sonst. Das musste an dem zurückliegenden beschissenen Tag und dem aufgestauten Frust liegen. Der Prof vom Fachbereich Sport hatte ihr Referat zur Energiebereitstellung über Kreatinphosphate mit einer lausigen Drei benotet und sich auch nicht umstimmen lassen. Vielleicht hatte sie nicht perfekt recherchiert, schon möglich, aber für eine Zwei hätte es trotzdem reichen müssen. Der Prof mochte sie einfach nicht, daran lag es.

Ihr Frust hatte aber noch einen anderen Grund.

Am Nachmittag war der erneute Versuch, ihre Freundschaft zu Laura doch noch zu retten, gescheitert. Wieder einmal. Laura war weder über Handy noch Festnetz zu erreichen gewesen und hatte auch nicht die Tür geöffnet. Eine Stunde hatte Mara im Treppenhaus gewartet in der Hoffnung, ihre Freundin würde nach Hause kommen. Eine Stunde, in der sie immer wieder darüber nachgedacht hatte, wie es so weit hatte kommen können. Laura war nicht aufgetaucht. Eine Nachbarin hatte Mara schließlich berichtet, Laura sei schon sehr früh am Vormittag aufgebrochen.

Mara war ratlos und traurig und wusste nicht mehr weiter. Sie hatte schon daran gedacht, mit Lauras Eltern zu reden, wusste aber nicht, ob das nicht ein Vertrauensbruch war, den Laura ihr niemals verzeihen würde. Oft genug hatte Laura gesagt, dass es speziell ihren Vater nichts anging, was sie tat, wie sie lebte und mit wem sie ausging. Seit sie ausgezogen war, war das Zerwürfnis zwischen den beiden einfach zu tief geworden. Nicht einmal Lauras Mutter hatte den Riss kitten können, obwohl sie es diplomatisch geschickt oft genug versucht hatte.

Jetzt begannen die Muskeln zu übersäuern. Mara gab ein paar Sekunden noch mal alles, fing sich die anerkennenden Blicke einiger anderer Gäste des Studios ein, vor allem der Jungs, die ihr auf den Hintern schauten, hämmerte dann aber auf die rote Taste. Das Gerät fuhr langsam herunter und ging in die Cool-Down-Phase über.

Nach weiteren drei Minuten stieg Mara von den Pedalen. Sie musste sich noch einen Moment festhalten, so sehr war sie außer Atem. Sie wischte sich das erhitzte, rot glühende Gesicht mit ihrem Handtuch ab und ging auf zittrigen Beinen Richtung Umkleide. Für heute war sie fertig, im doppelten Sinne des Wortes.

In der Umkleide schloss sie den Spind auf

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