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Hamish Macbeth und der tote Witzbold Kriminalroman von Beaton, M. C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hamish Macbeth und der tote Witzbold

Als der schottische Dorfpolizist Hamish Macbeth die Nachricht erhält, dass im Gutshaus des schonungslosen Witzbolds Arthur Trent ein Mord geschehen ist, hält er das zunächst für einen schlechten Scherz. Umso überraschter ist er, als er Trent tatsächlich erstochen und in einen Schrank gestopft auffindet. An Verdächtigen herrscht auch kein Mangel: Das Haus ist voller habgieriger Verwandter, die alle mehr am Inhalt des Testaments als an der Aufklärung des Verbrechens interessiert sind ... M. C. Beaton ist eines der Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange Zeit als Theaterkritikerin und Journalistin tätig war, beschloss sie, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit ihren Krimi-Reihen um den Dorfpolizisten Hamish Macbeth und die Detektivin Agatha Raisin feiert sie bis heute große Erfolge. M. C. Beaton lebt abwechselnd in Paris und in den Cotswolds.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 222
    Erscheinungsdatum: 20.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732578054
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Hamish Macbeth 7
    Originaltitel: Death of a Prankster
    Größe: 819 kBytes
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Hamish Macbeth und der tote Witzbold

Zweites Kapitel

Ein unterschiedlicher Sinn für Humor
kann die Zuneigung arg strapazieren.

GEORGE ELIOT

Was während der nächsten Tage in Arrat House für zusätzliche Spannung sorgte, war nicht bloß, dass sie eingeschneit waren oder immer wieder Opfer gemeiner Streiche wurden, sondern der Umstand, dass die gesamte Verwandtschaft beschlossen hatte, Amüsiertheit vorzutäuschen. Charles hatte angefangen, jedes Mal mit seinem Adoptivvater mitzulachen, was den Wettbewerbsgeist der anderen geweckt hatte.

Und welch unerschöpfliches Repertoire an Scherzen der alte Mr. Trent bereithielt! Von Stechginsterzweigen unten in den Betten bis hin zu Eiswassereimern über Türen, von Furzkissen bis hin zu Geräten in der Ecke, die unvermittelt irres Gelächter ausstießen. Melissa gewöhnte sich an, ihren Teller beim Essen fest mit der Gabel nach unten zu drücken, damit er ihr nicht plötzlich ins Gesicht flog. Wie Paul fühlte sich Melissa nicht im Mindesten verpflichtet, Amüsement angesichts der nur sehr bedingt heiteren Streiche und Scherze des Hausherrn vorzugaukeln. Vielmehr bekam sie das Gefühl, in einem überheizten Irrenhaus eingesperrt zu sein.

Es hatte aufgehört zu schneien, aber Enrico sagte, dass alle umliegenden Straßen blockiert seien.

"Bald geht Ihnen das Essen aus", bemerkte Melissa, doch der Diener erklärte schulterzuckend, er sei stets auf solches Wetter gefasst und habe reichlich Vorräte.

Melissa versuchte, Mitgefühl mit Enrico zu zeigen. "Es muss eine schwierige Arbeit sein", sagte sie.

Hierauf bedachte Enrico sie mit einem frostigen Blick und erwiderte, er betrachte sie als Glücksfall. Er hatte eine leicht überhebliche, selbstgefällige Art und sprach ein sorgsam akzentuiertes Englisch. Seine kleine Frau war sogar noch hochnäsiger und noch weniger kommunikativ.

Was Paul betraf, fragte Melissa sich, warum er sie eingeladen hatte. Er hatte noch keinen einzigen Annäherungsversuch unternommen und schien schrecklich viel Zeit lesend in der Bibliothek zu verbringen. Melissa zog ihre Lederjacke und ein Paar Kampfstiefel an und wagte sich nach draußen. Dort hatte Enrico einigen Schnee aus der Einfahrt geschippt, sodass an der Seite ein Weg frei war. Der Himmel war trist grau. Von draußen sah sie das Haus erstmals richtig klar: ein großer grauer, quadratischer Bau mit Türmen in allen vier Ecken, die ihn wie ein französisches Miniatur-Château anmuten ließen. Arrat House lag am Fuße eines Berges, der bedrohlich hoch aufragte. Das Haus selbst stand auf einer Anhöhe, und rechts unterhalb von ihm konnte Melissa die dicht aneinandergedrängten Häuser eines Dorfes ausmachen.

Bibbernd vor Kälte kehrte sie ins Herrenhaus zurück, wobei sie die Tür zunächst mit einem Fuß auftrat und einen Schritt rückwärts sprang, falls irgendetwas oben von der Türkante fallen sollte.

Paul war in der Bibliothek. Melissa setzte sich ihm gegenüber hin und sagte: "Können wir nicht irgendwie von hier weg?"

Er seufzte gereizt und markierte sich die Seite im Buch mit einem Finger. "Ich gewöhne mich daran. Etwas anderes können wir nicht tun. Hör mal, ich will nicht unhöflich sein, aber dieses Buch ist sehr interessant."

"Da du mich in diese Irrenanstalt geschleppt hast, finde ich, dass du dich wenigstens ein bisschen um mein Wohlergehen sorgen kannst", entgegnete Melissa steif.

"Was soll ich denn machen?", fragte er verärgert. "Es ist ja wohl kaum ein Gefängnis. Das Essen ist gut, und Mutter hat gesagt ..."

"Mich interessiert nicht, was deine Mutter sagt", fiel Melissa ihm wütend ins Wort. "Ehrlich, ihr alle stolziert hier herum wie die Gutsherren, dabei guck dir diese Müllhalde doch mal an. Grausam geschmacklos! Scheußliche Karoteppiche und rosa Lampen. Bäh!"

"Ich hätte gedacht", erwiderte Paul leise, "dass eine Frau, die pinkes Haar und Kampfstiefel trägt, die Bedeutung des Wortes 'Geschmack' gar nicht kennt. Mutter hat gesagt ..."

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