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Heimatkrimi Kriminalroman von Pfannholz, Maria J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Heimatkrimi

Als der F"rster Herrigl am Kegelberg zu Tode st rzt, geht die Polizei von einem Unfall aus. Doch der Lokalredakteur Jo Murmann folgt seinen Ahnungen. Kostete dem F"rster der Streit mit den Almbauern den Kopf, war es eine Liebesaff"re, die ihm das Genick brach, oder geschah doch nur ein Unfall? Die Suche nach der Wahrheit f hrt Murmann tief in die d"rflichen Konflikte und weit hinauf in die Intrigen der Hauptstadt. Dabei kann er sich auf seinen Kollegen und den Witz seiner Fantasie verlassen. Maria J. Pfannholz wurde in M nchen geboren. Sie studierte Forstwissenschaften an der LMU M nchen und widmete sich nach dem Staatsexamen der Schriftstellerei. Neben Fachliteratur erschien von ihr 1989 der Science-Fiction-Roman 'Den sberlebenden', f r den sie den Preis f r den besten deutschen SF-Roman des Jahres sowie den Europ"ischen-SF-Encouragement-Award bekam. Mit Ehemann und drei Kindern siedelte sie f r zwei Jahre nach Bhutan ber, wo sie versuchte, einen Versand f r handgewebte Stoffe aufzubauen. Nach ihrer R ckkehr nach Bayern promovierte sie mit einer Analyse von M"rchen und Mythen im Fach Forstpolitik und engagierte sich ehrenamtlich im Naturschutz. Sie lebt heute in der N"he von M nchen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 332
    Erscheinungsdatum: 05.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839243633
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2826 kBytes
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Heimatkrimi

1. Kapitel

Es war am untersten Huhn in der Hackordnung hängen geblieben. Nun saß die Volontärin heulend in der Küche: "Ihr Sohn ist tot und ich soll da hingehn und klingeln und dann ..." Sie zog unter Tränen eine absurde Grimasse und piepste mit verstellter Stimme: "Hallo, wie geht's Ihnen jetzt? War er gleich tot oder isser noch ein bisschen gekrabbelt, hammse nich ein Bild von der Firmung ..." Sie brach ab und schob wütend die Pizzaschachtel weg, die Lehner ihr anbot. Alle anderen hatten Termine vorgeschützt, Murmann hatte sich sogar schlichtweg geweigert.

"Weißt' was, Maderl", sagte er jetzt und hoffte, dass er alt genug war, dass sie ihm das "Maderl" als väterlich durchgehen ließ, "weißt' was, Maderl, fahr da hin, dass du weißt, wie das Haus ausschaut, dann kommst' zurück und sagst, dass niemand daheim war."

"Geht das? Ich mein, fliegt das nicht auf?" Die Bernbacher sah ihn erstaunt an.

"Wie soll das auffliegen? Der Chef kennt die Leut nicht und wir sind die einzige Zeitung im Landkreis. Was wir nicht schreiben, ist nicht passiert. Fertig." Der letzte Satz, den Murmann schon allzu oft selbst gehört hatte, war ein Originalzitat des leitenden Redakteurs.

Am Küchentisch herrschte die gleiche gespannte Stille wie vorhin in der Redaktionssitzung. Murmann probte den Aufstand und keiner wusste so recht, wie man sich dazu verhalten sollte. "Irgendwas werden wir aber bringen müssen", sagte Hannelore Spittler schließlich. Sie war die dienstälteste Redakteurin, die Seele des Schiffs. Die Meuterei und die Loyalitätskonflikte, in die sie alle stürzen würde, beunruhigten sie. Nervös zerknüllte sie eine Papierserviette, strich sie wieder glatt, nahm ihre randlose Brille ab und begann sie zu putzen.

Den Göttern der Unterwelt muss ein Blutopfer gebracht werden, dachte Jo Murmann bitter und amüsiert zugleich. Laut sagte er: "Die Leute könnten ja wirklich nicht daheim sein, oder? Was machen wir dann? Dann könnten wir auch bloß den Polizeibericht ein bisserl wortreich gestalten und eine dramatische Schilderung des Unwetters vorausgehen lassen. Das wär doch eine ideale Aufgabe für eine Volontärin." Er erhob sich und nahm die Kaffeetasse mit. An der Tür drehte er sich noch mal um: "Heut Abend treff ich in meiner Schafkopfrunde einen Förster, ich kann ja dem Chef einen Artikel über Bäume im Sturm anbieten und welche Äste besonders gern auf Leute fallen, die unbedingt im Sauwetter durch den Wald joggen gehen."

Sabine Bernbacher sah ihm dankbar hinterher, schickte dann aus ihren großen blauen Augen einen provozierenden Blick in die Runde: "Der hat Rückgrat."

"Der hat vor allem eine reiche Frau", sagte Lehner, "dem kann wurscht sein, wenn er fliegt."

Die Bemerkung war übertrieben. Jos Frau hatte das Haus ihrer Eltern geerbt, eigentlich ein Konglomerat aus Wohnhaus, Brennholzschuppen, einer alten Wellblechgarage und einem Garten, der allmählich seine Form verlor. In die früher sorgfältig gepflegten Gemüsebeete schickten die wilden Erdbeeren ihre Ableger hinein und was die neuen Besitzer laienhaft und zögernd an Salatpflänzchen setzten, wurde umgehend von den Nacktschnecken niedergemacht. Die Wicken betrieben ihre Invasion unterirdisch. Ihre Wurzeln schoben sich von der Hecke aus in die Blumenbeete, die Ranken wanden sich die Stängel der Rittersporne, der Iris und der Feuerlilien hoch und hissten dann oben die Siegesfahnen ihrer weißen Blüten.

Ratlos und ein wenig träge hatten sich Jo und seine Frau in de

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