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Herr, erbarme dich! Thriller von Corin, Joshua (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2011
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Herr, erbarme dich!

Esme Stuarts erster Fall: Wenn Sie bisher noch nicht wussten, wie man sich gruselt, dann lernen Sie es beim Lesen dieses Buchs, meint San Franciso Book Review. 'Wenn es einen Gott gäbe, hätte er mich aufgehalten.' Diese Nachricht steht über dem Portal einer Grundschule in Atlanta. Auf der Straße liegen die Leichen von vierzehn Männern und Frauen, alle schnell und präzise umgebracht. Zweifellos das Werk des Snipers Galileo. Er kann das Leben eines Menschen aus einer Entfernung von über hundert Metern mit einem einzigen Schuss beenden. Und das tut er auch. Was Gott nicht schaffte, soll Esme Stuart jetzt richten. Sie war die beste Profilerin, die das FBI je hatte. Bis sie dem Job ihrer Familie zuliebe den Rücken gekehrt hat. Doch bei diesem Fall kribbelt es ihr wieder in den Fingern. Und als ihr ehemaliger Chef sie dann tatsächlich geradezu anfleht, ihm zu helfen, kann sie nicht Nein sagen. Denn noch ahnt sie nicht, wie gefährlich dieser Einsatz für alle Beteiligten werden wird. Joshua Corin ist in Warwick, Rhode Island, aufgewachsen und schreibt, seitdem er einen Stift halten kann. Nach Ausflügen in die Welt der Theaterstücke und Filmdrehbücher hat er sich nun auf Romane verlegt. Nebenbei arbeitet Corin weiter als Englisch- und Schauspiellehrer an einem College in Atlanta, Georgia, wo er gerade zum besten Dozenten des Campus gewählt worden ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862781140
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Originaltitel: While Galileo Preys
    Größe: 1138 kBytes
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Herr, erbarme dich!

1. KAPITEL

Der Penner trug Pink. Ein Ballkleid, um genau zu sein. Er war vom Hals bis zu den Knien in kaugummifarbenen Taft gehüllt. Seine spinnenartigen Gliedmaßen, schmutzig und schwarz behaart, standen im falschen Winkel ab. Er lag mit dem Gesicht nach unten in einer Lache mitten auf dem MLK Drive und wurde erst um 3:16 Uhr morgens entdeckt.

Andre Banks (28 Jahre alt) und sein Mops Moira (3 Jahre alt) machten gerade einen Spaziergang. Andre lief gegen seine Schlaflosigkeit an. Seine Eltern wollten zu Besuch kommen, und das verhieß nie etwas Gutes. Andre und Moira blieben normalerweise immer auf der Lincoln Street, der schwach beleuchteten Sackgasse, in der sie lebten, doch der junge Mann musste heute gegen eine besonders ausgeprägte Schlaflosigkeit anlaufen. Moria stellte sicher, dass sie keinen einzigen Hydranten auf ihrem Weg versäumten; sie taufte gerade den elften, als Andre den Obdachlosen in der Straße entdeckte.

Auch in Atlanta war es im Januar eiskalt. Obdachlose schliefen im Januar nicht einfach mitten auf dem MLK Drive, und schon gar nicht in nagelneuen Ballkleidern. Dieser Obdachlose jedoch lag fast exakt in der Mitte des milchigen Ovals einer brummenden Straßenleuchte. Andre starrte durch die Nebelwolke seines Atems auf den Mann, dann sah Moira, die gerade ihr Ritual beendet hatte, ihn auch und bellte.

Angefeuert von seinem lauten kleinen Hund verließ Andre den Bürgersteig und näherte sich dem auf dem Gesicht liegenden Mann. Er kümmerte sich gar nicht erst um den Verkehr, weil es erstens 3:16 Uhr war und zweitens dieser Teil des MLK Drives auf beiden Seiten wegen (nicht zu erkennender) Straßenarbeiten mit Holzbarrieren abgesperrt war. Moira lief ihm voraus und zerrte an ihrer Leine. Sie konnte es kaum erwarten, diese rätselhafte pinkfarbene Gestalt zu erreichen. Sie bellte erneut und hüpfte aufgeregt in die Höhe. Die Gestalt regte sich nicht. Als sie in den elektrischen Lichtkegel traten, fragte Andre sich, was dazu geführt haben mochte, dass der Obdachlose hier lag (und auch noch so gekleidet!). War dieser Mann einmal erfolgreich gewesen? Hatte er eine Familie? Hatte seine Familie ihn rausgeworfen? Vielleicht gehörte das Ballkleid seiner Tochter, die gestorben war, und es zu tragen half dem Mann, sich an sie zu erinnern. Vielleicht war der Obdachlose ein Transvestit, und deswegen hatte seine Familie ihn zum Teufel gejagt. So was geschah in manchen Familien, sinnierte Andre, ohne auch nur eine Sekunde lang zu vergessen, dass seine eigenen Eltern, ein Bollwerk der Enttäuschung, in zehn Stunden auf dem Hartsfield-Jackson International Airport landeten und ...

Moira sprang auf den in Taft gehüllten Rücken des Penners und begann, seinen Nacken zu lecken.

"Hey!" Andre zog an der Lederleine. "Böser Hund!"

Mit einem gereizten Wimmern setzte Moira sich zur Wehr. Sie schleckte erneut über den Nacken und ließ sich das Salz schmecken. Andre zerrte seinen Mops von dem Mann herunter, und dann erst wurde ihm klar, dass der Obdachlose überhaupt nicht reagierte. Er stöhnte nicht, ja er atmete nicht einmal.

"Scheiße", murmelte Andre und wählte um 3:18 Uhr (laut seinem Handy) die Nummer des Notrufs.

Es dauerte zwanzig Minuten, bis die Polizei kam. Dieser abgesperrte Teil des MLK Drive war keine besonders gute Gegend. Der Rasen des Parks fünfzehn Meter von der Leiche entfernt war rostig, als ob die Vernachlässigung ihn in altes Metall verwandelt hätte. Dreißig Meter weiter, am Ende des Parks, ragte ein dreistöckiger Betonklotz in die Höhe, die Hosea Williams Elementary School. Ihre Fenster waren vergittert. Andre unterrichtete Sport an der Hosea Williams. Seine Eltern billigten diesen Job nicht, und noch viel weniger diese Gegend. Niemand tat das.

Da die Polizei zwanzig Minuten brauchte, führte Andre seinen Hund weiter spazieren. Er wusste, dass er Zeit hatte, und Moira war unruhig. Er führte sie bis zur nächsten Straßenecke, vorbei

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