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Heute wirst du sterben Psychothriller von Cohen, Tammy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Heute wirst du sterben

Eingesperrt mit einem Mörder. Jeder ist verdächtigt. Es gibt kein Entkommen.
Hannah hat ein ganz normales Leben - einen liebenden Ehemann, einen guten Job. Dann geschieht etwas Schreckliches, und Hannah verliert alles. Jetzt sitzt sie in einer psychiatrischen Klinik. An einem Ort, der sicher sein sollte. Doch Patienten sterben. Selbstmord, sagen die Ärzte. Hannah weiß, dass sie lügen. Aber niemand glaubt ihr. Kann sie irgendjemanden von der Wahrheit überzeugen, bevor der Mörder wieder zuschlägt? Oder wird sie sein nächstes Opfer sein?

Tammy Cohen arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitschriften und Magazine, u.a. für "Cosmopolitan" und "Woman and Home". Auch wenn sie das Schreiben fiktionaler Texte erst spät für sich entdeckte, hat sie bereits mehrere Romane veröffentlicht. Sie lebt mit ihrem Partner, ihren drei (fast) erwachsenen Kindern und einem sehr ungezogenen Hund im Norden Londons.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226145
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: They all fall down
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Heute wirst du sterben

1
HANNAH

Letzte Woche hat Charlie sich die Pulsadern aufgeschnitten. Mit einem Stück karamellisiertem Zucker.

Vorher hatten wir unter Jonis wachsamen Blicken gemeinsam in der Klinikküche Bonbons gemacht.

"Deins ist so hart, daran kannst du dich glatt verletzen", habe ich zu Charlie gesagt. Es war als Witz gemeint.

"Ob sie das wohl auf die Idee gebracht hat?", kommentierte Odelle später spitz.

Nach Charlies Tod wurde Backen jedenfalls auf die Liste der verbotenen Aktivitäten gesetzt. Allerdings fühle ich mich nicht schuldig. Ich glaube nämlich nicht, dass Charlie sich umgebracht hat. Genauso wenig wie ich glaube, dass die arme Sofia sich umgebracht hat. In einer psychiatrischen Klinik mit Hochrisikopatienten wie diesen sterben ständig Leute. Es ist eines der hervorstechenden Merkmale der Klinik. Und das macht es für einen Mörder so leicht, sich hier vor aller Augen zu verstecken. Das und die Tatsache, dass wir die einzigen Zeugen sind und niemand uns auch nur ein einziges Wort glaubt. Man muss nicht verrückt sein, um einen Platz hier zu bekommen, aber ... Moment mal, doch, das muss man. Ich habe Angst. Ich habe Angst, richtig zu liegen und die Nächste zu sein. Und sogar noch mehr Angst habe ich davor, falschzuliegen, denn in diesem Fall wäre ich dann wohl so verrückt, wie alle denken. Hier drin eingesperrt, bleibt mir als einzige Zuflucht mein eigener Kopf. Und was, wenn mein Kopf der gefährlichste aller Plätze ist?

Stella kommt in mein Zimmer und legt sich wortlos quer über das Fußende meines Bettes. Ihre Haut spannt über den scharfen Wangenknochen, und ich kann gar nicht hinsehen aus Angst, sie könnte reißen.

"Das stimmt nicht", sage ich zu ihr.

Mein Zimmer liegt zur Seite des Gebäudes hinaus. Ich sitze am Fenster in dem beigefarbenen Sessel und blicke auf den Rosengarten hinaus, auf den halbherzig der Regen vom Flachdach des Tanzstudios hinabtropft, auch an der Front mit den verglasten Schiebetüren rinnt Wasser hinab. Alle Möbel in meinem Raum sind irgendwie beige. Ecru. Sandfarben. Eierschale. Das ganze obere Stockwerk ist in der Farbe von Mullbinden gehalten. Wahrscheinlich, um uns nicht über die Maßen anzuregen. Stella dreht den Kopf, sodass ihre großen blauen Augen mich direkt anblicken. Die Kette, die sie immer trägt, ist seitlich hinabgerutscht, sodass die kleine silberne Katze aussieht, als würde sie sich ins Federbett kuscheln.

"Woher weißt du das?", fragt sie schließlich mit ihrer leisen, rauchigen Stimme.

Ich runzle die Stirn. "Mal ehrlich", antworte ich dann. "Es geht um Charlie."

"Ging", korrigiert sie mich. Und bricht in Tränen aus.

The Meadows ist ein altes Landhaus im georgianischen Stil, inklusive efeuüberwucherter Fassade und Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichen. Wegen der halbkreisförmigen, gekiesten Auffahrt wähnt man sich am Set eines Jane-Austen-Films, erwartet jeden Moment, dass die große Eingangstür auffliegt und eine Horde kichernder junger Mädchen mit Hauben ins Freie strömt. Doch wenn man um das Haus herum zum Parkplatz fährt, wird dieser Eindruck von einem großen modernen Anbau an der Rückseite zerstört. Alles zusammen erzeugt denselben Effekt wie ein gut gekleideter Mann mit schlecht sitzendem Toupet.

Sämtliche Sprechzimmer und der Aufenthaltsraum sowie die Verwaltungs- und Behandlungszimmer befinden sich im alten Gebäude, während Cafeteria und Patientenzimmer im Anbau untergebracht sind. Sofia hat behauptet, im alten Teil spukt es, aber ich habe noch nie irgendwas Seltsames bemerkt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich wie betäubt war, als ich hier ankam, sodass ein Geist sich direkt neben mich ins Bett hätte legen können, ohne dass ich davon etwas mitbekommen hätte. Wenn man an einem Ort wie diesem ist, an dem man zweimal täglich Gruppentherapie hat und ein Tagebuch über jeden einzelnen seiner Gedanken führen muss, ist man so sehr mit Innenschau beschäftigt, dass m

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