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Hoher Einsatz {G wie Galgenfrist} von Grafton, Sue (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Hoher Einsatz

Eine der berühmtesten und erfolgreichsten Krimiserien der Welt - 'Sue Grafton wird von Thriller zu Thriller immer noch besser!' (Die Welt) An ihrem 33. Geburtstag überstürzen sich in Kinsey Millhones Leben die Ereignisse: Sie kann ihr ehemals durch einen Bombenanschlag verwüstetes Apartment wieder beziehen, sie wird beauftragt, in der Mojawe-Wüste nach der 80jährigen Agnes zu suchen, und erfährt, dass sie auf Platz 1 der Abschussliste eines gesuchten Killers rangiert...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 318
    Erscheinungsdatum: 25.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305543
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1875kBytes
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Hoher Einsatz

1

Drei Dinge ereigneten sich am oder um den 5. Mai herum, der in Kalifornien nicht nur Cinco de Mayo , sondern auch mein Geburtstag ist. Abgesehen von der Tatsache, dass ich dreiunddreißig wurde (nachdem ich zwölf endlos lange Monate zweiunddreißig war), geschah Folgendes:

Der Umbau meiner Wohnung war endlich fertig, und ich zog wieder ein.
Eine gewisse Mrs. Clyde Gersh heuerte mich an; ich sollte ihre Mutter aus der Mojave-Wüste zurückbringen.
Ich rutschte auf einen der obersten Plätze von Tyrone Pattys Abschussliste.
Ich zähle diese Ereignisse nicht unbedingt in der Reihenfolge ihrer Bedeutung auf, sondern so, wie sie am leichtesten zu erklären sind.

Fürs Protokoll: Ich heiße Kinsey Millhone, bin Privatdetektivin mit einer Lizenz des Staates Kalifornien, (jetzt) dreiunddreißig Jahre alt, wiege sehr weibliche hundertacht Pfund und bin einssiebenundsechzig groß. Ich habe dunkles, dichtes, glattes Haar, das ich gewöhnlich kurz trage, seit einiger Zeit aber wachsen lasse, nur um einmal zu sehen, wie sich das macht. Normalerweise bearbeite ich meinen Schopf ungefähr alle sechs Wochen selbst mit einer Nagelschere, weil ich zu geizig bin, in einem Schönheitssalon achtundzwanzig Dollar zu berappen. Ich habe haselnussbraune Augen, eine Nase, die schon zweimal gebrochen war, aber noch ganz gut funktioniert, glaube ich. Wenn man mich auffordern würde, mein Aussehen auf einer Skala zwischen eins und zehn zu bewerten, würde ich das ablehnen. Ich verwende jedoch selten Make-up, was zur Folge hat, dass ich bei fortgeschrittener Tageszeit immerhin noch genauso aussehe wie am frühen Morgen.

Seit Neujahr wohne ich bei meinem Hauswirt, dem zweiundachtzigjährigen Henry Pitts, der mir vor zwei Jahren eine zum Apartment umgebaute Garage vermietet hatte. Diese unscheinbare, aber sonst zweckmäßige Behausung war in die Luft gepustet worden, und Henry hatte mir vorgeschlagen, ich solle während des Wiederaufbaus in seinem kleinen Hinterzimmer unterkriechen. Es gibt anscheinend ein Naturgesetz, nach dem jeder Hausbau den ursprünglichen Kostenvoranschlag um hundert Prozent überschreitet und fünfmal so lange dauert wie erwartet. Das wäre eine Erklärung dafür, warum nach fünf Monaten intensiver Arbeit die Einweihung mit dem Pomp einer Filmpremiere gefeiert werden sollte. Mir war nicht ganz wohl bei dem Gedanken an die neue Bleibe, weil ich absolut nicht sicher war, was Henry sich für Grundriss und Innendekoration hatte einfallen lassen. Er hatte sehr geheimnisvoll getan und platzte fast vor Selbstzufriedenheit, seit die Stadt seine Entwürfe genehmigt hatte. Ich befürchtete nur, dass man mir meine Bestürzung allzu deutlich anmerken würde, sowie ich den ersten Blick darauf geworfen hatte. Ich bin zwar eine geborene Lügnerin, schaffe es aber nicht besonders gut, mich zu verstellen. Deshalb sagte ich mir immer wieder vor, es ist sein Eigentum, und er kann damit machen, was er will. Sollte ich mich bei zweihundert Dollar Miete im Monat etwa beklagen? Na also.

An diesem Donnerstagmorgen wachte ich um sechs Uhr auf, stieg aus dem Bett und in den Jogginganzug. Ich putzte mir die Zähne, klatschte mir ein bisschen Wasser ins Gesicht, machte ein paar flüchtige Kniebeugen und lief durch Henrys Hintertür hinaus. Mai und Juni sind in Santa Teresa oft neblig - trüb wie ein weißflimmernder Bildschirm nach Programmschluss. Im Winter sind die Strände kahl, massive Gesteinsbrocken kommen zum Vorschein, wenn die Ebbe den Sommersand weggespült hat. Diesmal waren März und April verregnet gewesen, aber der Mai hatte klar und mild begonnen. Mit den Frühjahrsströmungen kam auch der Sand zurück, und die Strände wurden für die Touris

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