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Ich bin der Zorn Thriller von Cross, Ethan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ich bin der Zorn

In einer Strafanstalt in Arizona ereignet sich ein blutiger Amoklauf. Scheinbar wahllos erschießt ein Gefängniswärter mehrere Menschen. Zu seinem Motiv schweigt er. Das ruft Bundesermittler Marcus Williams auf den Plan. Rasch findet er heraus, dass der Wärter von einem psychopathischen Killer erpresst wurde, der sich selbst Judas nennt. Um die Identität des Judaskillers aufzudecken, tut Marcus sich erneut mit seinem Bruder Francis Ackerman jr. zusammen, dem berüchtigtsten Serienkiller der Gegenwart: Marcus ermittelt außerhalb der Gefängnismauern, Ackerman jr. undercover unter den Häftlingen. Was beide nicht ahnen: Der Judaskiller verfolgt weitaus größere Ziele als nur ein paar Morde... Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Thriller-Autors, der mit seiner Frau und zwei Töchtern in Illinois lebt. Nach einer Zeit als Musiker nahm Ethan Cross sich vor, die Welt fiktiver Serienkiller um ein besonderes Exemplar zu bereichern. Francis Ackerman junior bringt seitdem zahlreiche Leser um ihren Schlaf und bevölkert ihre Alpträume. Ich bin der Zorn ist der vierte Band um den gnadenlosen Serienkiller und Marcus Williams.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 495
    Erscheinungsdatum: 11.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732529889
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Shepherd 4
    Größe: 3390 kBytes
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Ich bin der Zorn

2.

Als Ray Navarro die Leiter von Turm 3 hinaufstieg, lauschte er dem Geräusch, das sein Ehering verursachte. Jedes Mal, wenn Ray die rechte Hand auf eine höhere Sprosse legte, klirrte der Ring gegen den Stahl, und der Klang von Metall auf Metall hallte die Betonmauern von Turm 3 hinunter.

Jeder Laut sandte neue Schockwellen von Bedauern und Zweifel durch Rays Inneres. Es kam ihm vor, als wäre die Welt auf den Kopf gestellt worden, sodass er in die Unterwelt hinabstieg, statt auf Turm 3 der Foxbury Correctional Treatment Facility, kurz FCTF, zu klettern.

Der Gefängniskomplex bestand aus einem alten Fabrikgelände und einem ehemaligen psychiatrischen Krankenhaus und war erst vor Kurzem in Betrieb genommen worden, als Teil eines Pilotprogramms für eine privat geführte "experimentelle Vollzugsanstalt". Alle Wärter, Ray eingeschlossen, hatte man vor den ungewöhnlichen Arbeitsbedingungen im FCTF gewarnt. Das Programm war allerdings freiwillig. Ray hatte die Risiken gekannt, aber die Bezahlung war zu verlockend, zumal zu Hause zu viele offene Rechnungen und offene Münder warteten.

Am Ziel angekommen, drückte Ray Navarro die Falltür im Boden des Krähennestes auf und zog sich in den drei mal drei Meter großen Raum an der Spitze des Turmes hoch. Zigarettengeruch stieg ihm in die Nase, obwohl in den Krähennestern das Rauchen verboten war. An einer Wand quietschte und rumpelte eine kleine, unter dem Fenster installierte Klimaanlage vor sich hin.

Ray zog seine Jacke aus und krempelte sich die Ärmel hoch. Der Waffenschrank stand an der Wand links von ihm. Er entriegelte ihn mit geübten, beinahe automatischen Bewegungen, nahm das .30-06-Gewehr heraus und lud es mit Patronen, die gerade die richtige Mischung aus Treibladung und Geschoss enthielten - Feuer und Stahl, die man brauchte, um jemandem ein zollgroßes Loch ins Fleisch zu stanzen. Mit Hochleistungswaffen für große Entfernungen hatte Ray sich immer schon hervorgetan.

Im Waffenschrank befanden sich außerdem eine Pistole und eine halbautomatische Flinte. Auch im Umgang mit diesen Waffen war Ray ein Könner, aber er brauchte sie jetzt nicht. Er brauchte die schwere .30-06; deshalb hatte er danach gegriffen wie ein sportverrückter Collegeboy nach einem gut eingefetteten Baseballhandschuh.

Ray klappte das Zweibein des Gewehrs aus, positionierte die Waffe und suchte auf dem Gefängnishof nach seinem ersten Opfer.

Das Fadenkreuz des Zielfernrohrs huschte über die Männergesichter hinweg. Roy bemerkte zwei der prominenten Gefängnisinsassen. Leonard Lash, den berüchtigten Bandenchef, sowie Oren Kimble, den Irren, der fünf Jahre zuvor in einem Einkaufszentrum ein Blutbad angerichtet hatte.

Navarros Blick bewegte sich weiter und blieb an den Gestalten zweier Wärter haften, die am Rand des Häftlingsbereichs patrouillierten wie Cowboys, die eine Herde bewachten. Die Männer schienen in ein Gespräch versunken - ein weiser grauhaariger Veteran, der einen jüngeren Schüler anleitete. Ray kannte den älteren Schwarzen gut. Wie Ray war auch Bill Singer ein Kriegsveteran und ehemaliger Scharfschütze. Als Ray ins Zivilleben zurückgekehrt war, hatte er sich in Selbstzweifeln verloren und war auf dem besten Weg gewesen, zum Trinker zu werden - bis er Bill Singer kennenlernte, der heute sein bester Freund war. Inzwischen war Ray seit fünf Jahren trocken und hatte sogar die damals bröckelnde Beziehung zu seiner Frau gekittet.

Ray runzelte die Stirn, denn Bill hätte bis Sonntag gar nicht im Dienst sein sollen. Offenbar war ihm etwas dazwischengekommen, denn da stand er und schien dem jüngeren Kollegen eine Gardinenpredigt zu halten.

Der jüngere Mann, Jerry Dunn, war gerade erst zu ihrer Truppe gestoßen. Jerrys hervorstechendstes Merkmal war sein trippelnder Gang; es sah aus, als machte er drei Schritte, wenn ein normaler Mann zwei machte. Diese Tippelschritte waren nicht das Einzige, was Jerry bei seinen Kollegen den Spitznam

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