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Ich räche dich Thriller von Hill, Mark (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ich räche dich

Düster, vielschichtig, hochspannend
Detective Ray Drake und seine Partnerin Flick Crowley ermitteln bezüglich einer Reihe merkwürdiger Einbrüche. Alles begann scheinbar harmlos - die Eindringlinge wohnten in Abwesenheit der Besitzer in deren Häusern -, doch jetzt sind Menschen angegriffen und getötet worden. Die Spur führt zu den Klippen an der Südküste Englands und den Adoptivgeschwistern Tatia und Joel, in deren Familie ein dunkles Geheimnis verborgen liegt. Und auch Ray Drakes eigene Vergangenheit droht ihn erneut einzuholen ...

Mark Hill ist Journalist und Drehbuchautor und arbeitet außerdem als Producer beim Radio. Mit Ich vergebe nicht legte er seinen ersten Roman vor. Der Autor lebt mit seiner Familie im Norden Londons.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641183431
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Ray Drake .2
    Originaltitel: It Was Her (Book 2 nach The Two O'Clock Boy)
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Ich räche dich

3

Über die Leiche zu steigen kam nicht infrage. Sie lag ausgestreckt im Flur, einen Arm über das Gesicht geworfen, den anderen zur Treppe ausgestreckt, wo die Fingerspitzen sich an die untere Stufe pressten wie die eines Schwimmers an den Beckenrand.

Simon Harrows rosa Hemd war über dem Bauch nach oben gerutscht, sein blutverkrusteter grauer Haarschopf klebte am Fliesenboden fest, während eines seiner Beine, offenbar gebrochen, mit der Ferse nach oben an der Wand lehnte. Zähne lagen verstreut wie Würfel herum.

Die Leiche verursachte einen Stau. Wenn die Polizei oder die Tatortermittler ins Esszimmer wollten, wo Melinda Harrow zusammengekrümmt unter dem Stutzflügel lag, mussten sie hinten herum durchs Wohnzimmer gehen.

"Ich will der Autopsie nicht vorgreifen", sagte Detective Constable Millie Steiner. Die junge schwarze Beamtin trat zurück, um den Schürhaken zu betrachten, der voller Haare und Knorpelfragmente und überdies blutverschmiert zu Füßen des Opfers lag. "Aber ich tippe, dass sie damit erschlagen wurden."

Eddie Upson zwinkerte. "Erstklassige Polizeiarbeit, Millie", sagte er spöttisch und bekam postwendend ihren knochigen Ellbogen in die Rippen gerammt.

Währenddessen beugte sich Detective Inspector Ray Drake über die Leiche.

Die Haut an Harrows Bein war eingerissen, aufgeplatzt unter der Wucht des Schürhakens wie ein reifer, vom Baum gefallener Pfirsich. Muskeln und Sehnen quollen aus der Wunde, und ein leicht gebogener weißer Knochen war zu erkennen. Hämatome, verursacht von brutalen Tritten, verliefen im Zickzack am Wundrand.

"Der Mörder hat offenbar zunächst so heftig gegen das Schienbein getreten, dass er zu Boden geworfen wurde, und dann wie entfesselt mit dem Schürhaken zugeschlagen."

Drake zog die Beine seines weißen Schutzanzugs hoch und hockte sich hin, um sich die gekrümmten Finger des Opfers und die Risswunden und Abschürfungen an den Armen und Schultern genauer anzusehen. Wahrscheinlich waren es Abwehrverletzungen, die Harrows sich zugezogen hatte, als er am Boden lag und sich zu schützen versuchte.

Millie beobachtete Drake aufmerksam. Sein strenges Gesicht mit den eingefallenen, zerfurchten Wangen, der geraden Nase, dem spitz zulaufenden Kinn und den blassblauen Augen, deren Farbe weiter zu verblassen schien, je länger man hinsah, faszinierte sie. Nicht dass Ray Drake jemals zulassen würde, dass man ihm lange in die Augen blickte.

Millie kam er immer wie ein reservierter Mann vor, der einen gesunden Abstand zu seinem Team wahrte.

"Die Kriminaltechniker sind ganz happy", sagte sie. "Sie finden reichlich Fingerabdrücke im ganzen Haus, jede Menge forensische Beweise, und sie scheinen bei ihrer Tätigkeit sogar ihren Wortschatz zu erweitern. Total poetisch. Einer von ihnen sprach von einem Füllhorn an Beweisen."

"Ich war mal in einem Restaurant, das so hieß", warf Eddie ein. "War ein krass teurer Schuppen."

"Und sie sagen, es gibt haufenweise Fußspuren", fügte Millie hinzu, die es nicht wert fand, Eddies Einwurf zu kommentieren.

Ein schwacher Fußabdruck war es dann, der das beste Ergebnis erbrachte. Deutliche Fußspuren waren nämlich oft schwer zu lesen. Insbesondere blutige, denn die Feuchtigkeit lief ins Muster und vernichtete die Signatur, die sich durch Tragen und Abnutzung ergab. Jede Schuhsohle war anders, einzigartig, genauso wie jeder Fingerabdruck oder jeder Waffenlauf.

"Schön, Sie wieder dabeizuhaben, Boss", sagte Millie.

"Danke." Drake lächelte, ohne von Simon Harrows grausamen Verletzungen aufzublicken. "Das hier ... ist nicht die klassische Vorgehensweise."

"Nein", stimmte die junge Beamtin ihm zu. "Nicht die klassische."

Drake betrachtete das Baumwollhemd des Opfers, die Dreiviertelhose und die Segelschuhe, die jemand einfach in den Flur geworfen hatte. Er ging hinüber zu Melinda Harrows Leiche, die im Nebenzimmer nicht mal einen halben Mete

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