text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ihr eigen Fleisch und Blut Kay Scarpettas 22. Fall von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Verlag: Hoffmann und Campe
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ihr eigen Fleisch und Blut

An ihrem Geburtstag findet Kay Scarpettas auf ihrer Mailbox eine kryptische Nachricht von einem gewissen 'Copperhead', und kurz darauf entdeckt sie an ihrer Gartenmauer sieben blank polierte Münzen. Ein alberner Scherz? Bevor sie darüber nachdenken kann, klingelt das Telefon und Detective Pete Marino berichtet ihr, dass ganz in ihrer Nähe ein Mann erschossen wurde. Auf dem blank polierten Projektil, so stellt man später fest, ist die Zahl 3 eingraviert. Es ist bereits der dritte Mord, der nach diesem Muster begangen wurde - und die Opfer stammten alle aus Scarpettas Umfeld. Sieben Münzen, drei Morde: bleiben noch vier ...

Patricia Cornwell, 1956 in Miami, Florida, geboren, arbeitete als Polizeireporterin und in der Rechtsmedizin, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren bahnbrechenden Thrillern um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta begann. Ihre Bücher wurden mit allen renommierten Preisen ausgezeichnet und sind weltweit Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455813760
    Verlag: Hoffmann und Campe
    Serie: Kay Scarpetta Bd.22
    Größe: 931 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ihr eigen Fleisch und Blut

2

Unser Haus aus dem neunzehnten Jahrhundert steht in Cambridge, und zwar am nördlichen Rand des Campus von Harvard, gleich um die Ecke vom Priesterseminar und gegenüber der Academy of Arts and Sciences. Immer wieder haben wir mit Leuten zu tun, die unser Grundstück als Abkürzung benutzen. Es ist nicht eingezäunt, die Mauer eher eine dekorative Ruine als ein Hindernis. Die Kinder haben ihren Spaß daran, drüberzuklettern und sich dahinter zu verstecken.

Wahrscheinlich ist einem von ihnen jetzt in den Schulferien langweilig geworden.

"Hast du gesehen, was auf unserer Mauer liegt?" Ich gehe durch das von der Sonne beschienene Gras zu der Steinbank, die rings um den Magnolienbaum verläuft. Benton hat sich dorthin zum Zeitunglesen zurückgezogen, während ich den Brunch vorbereite.

"Was gesehen?", fragt er.

Sock liegt ausgestreckt neben Bentons Füßen und blickt mich vorwurfsvoll an. Er weiß genau, was ihm bevorsteht. Sobald ich gestern Abend anfing, die Koffer herauszuholen und Tennissachen und Tauchausrüstung zu sortieren, hat sich seine Stimmung verfinstert, ein Gefühlsloch, das er sich selbst gräbt, nur dass es diesmal noch tiefer geraten ist. Ganz gleich, wie sehr ich mich auch bemühe, gelingt es mir nicht, ihn aufzuheitern.

"Pennys." Ich reiche Benton einen Espresso aus frisch gemahlenen Bohnen, ein kräftig gesüßtes, anregendes Getränk, das in uns beiden großen Appetit auf alles Fleischliche weckt.

Er prüft die Temperatur vorsichtig mit der Zunge.

"Hast du beobachtet, wie jemand sie hingelegt hat?", erkundige ich mich. "Was war, als du den Grill angezündet hast? Waren die Pennys schon da?"

"Mir ist nichts und niemand aufgefallen. Seit ich hier draußen bin, sind sie bestimmt nicht hingelegt worden", erwidert er. "Wie lange braucht die Kohle noch?" Das ist seine Art zu fragen, ob er seine Sache gut gemacht hat. Wie alle Menschen freut er sich, wenn man ihn lobt.

"Sie glüht ganz wunderbar. Vielen Dank. Lass uns noch ein Viertelstündchen warten", antworte ich, während er sich wieder seinem Artikel über die dramatisch angestiegenen Fälle von Kreditkartenbetrug zuwendet.

Im schräg einfallenden Licht der Morgensonne leuchtet sein Haar silberfarben. Es ist ein wenig länger als gewöhnlich, fällt ihm in die Stirn und kräuselt sich im Nacken.

Ich betrachte die Fältchen in seinem markanten und ebenmäßigen Gesicht, die hübschen Lachfalten und die Spalte in seinem kräftigen Kinn. Seine schlanken, schönen Hände wirken elegant. Die Hände eines Musikers, denke ich immer, wenn er eine Zeitung, ein Buch, einen Stift oder eine Waffe hält. Der dezente Duft seines erdigen Rasierwassers steigt mir in die Nase, als ich mich über ihn beuge, um den Artikel zu überfliegen.

"Keine Ahnung, was die Kreditkartenfirmen tun werden, wenn das noch weiter zunimmt." Ich trinke einen Schluck Espresso und erinnere mich mit einem Schaudern an meine jüngsten Erfahrungen mit Cyberkriminellen. "Die Welt wird von Verbrechern ausgeplündert werden, die wir weder sehen noch fangen können."

"Kein Wunder, dass die Verwendung von Keyloggern immer mehr um sich greift und schwieriger festzustellen ist." Eine Seite raschelt, als er umblättert. "Jemand verschafft sich deine Kartennummer und tätigt über Dienste wie zum Beispiel PayPal Einkäufe, häufig in Übersee, und dann kann man es nicht mehr nachvollziehen. Ganz zu schweigen von Schadsoftware."

"Ich habe seit Menschengedenken nichts mehr bei eBay bestellt. Und von Craigslist und ähnlichem halte ich mich fern." Wir führen dieses Gespräch in letzter Zeit häufiger.

"Ich weiß, wie lästig das ist. Aber es passiert auch anderen vorsichtigen Menschen."

"Dir nicht." Ihr fahre ihm mit den Fingern ins dichte weiche Haar, das schon in seiner Jugend, bevor ich ihn kannte, platinweiß geworden ist.

"Du kaufst mehr ein als ich", entgegnet er.

"Das stimmt doch wohl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen