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Im Namen der Vergeltung Thriller von Hünnebeck, Marcus (eBook)

  • Verlag: Zeilenfluss
eBook (ePUB)
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Im Namen der Vergeltung

Erbarmungslos zwingt der Mörder sein Opfer, sich die Schlinge um den Hals zu legen. Minuten später ist der Mann tot. Die Soko um den Fallanalytiker Hannes Stahl steht vor einem Rätsel. Rächt sich der Täter für erlittenes Leid, oder treibt ihn etwas anderes an? Die Polizisten handeln unter Zeitdruck. Der Mörder hat nicht zum ersten Mal zugeschlagen, und weitere Opfer drohen. Zur gleichen Zeit versucht Gregor Brandt, den Unfalltod seiner Ehefrau zu verarbeiten. Der beurlaubte Staatsanwalt geht fieberhaft jedem Hinweis auf den Unfallverursacher nach, der die Schwangere sterbend zurückließ. Schon bald finden Stahl und seine Kollegen eine Gemeinsamkeit der Mordopfer. Sie alle haben bei Gericht als Schöffen gedient - unter anderem bei einem Prozess, in dem Brandt die Anklage vertrat. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Morden und der Fahrerflucht? Während Brandt und Stahl Stück für Stück der Wahrheit näherkommen, hat der Mörder bereits das nächste Opfer ins Visier genommen. 'Im Namen der Vergeltung' ist der erste gemeinsame Thriller der Bestseller-Autoren Marcus Hünnebeck und Chris Karlden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783967140187
    Verlag: Zeilenfluss
    Größe: 1542 kBytes
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Im Namen der Vergeltung

2

Dreizehn Monate später

Montag

Gustav Freund legte den Kopf in den Nacken und streckte sein Gesicht der warmen Herbstsonne entgegen. Mitte Oktober, und man gewann jetzt am Nachmittag den Eindruck, es wäre noch immer Hochsommer. Herrlich!

Er lächelte zufrieden. Gut, dass er genügend Überstunden angesammelt hatte, um eine Stunde früher nach Hause zu gehen, ohne schief angeschaut zu werden. So konnte er ohne schlechtes Gewissen einen Umweg über den Park wählen und ein bisschen Sommergefühle tanken. Der Berliner Winter würde wieder grau und lang sein und die Gemüter der Einwohner quälen - daran zweifelte Freund nicht. Spätestens, wenn sich der erste Schnee in Matsch verwandelte, würde seine Laune - genau wie die seiner Mitmenschen - noch tiefer im Keller sein als die Temperaturen.

In fünfzig Metern Entfernung, unweit eines kleinen Spielplatzes, stand ein Eisverkäufer mit seinem Wagen. Davor warteten ein paar Kinder. Deren Eltern beobachteten die Sprösslinge oder hatten sich gleich an ihre Seite gestellt. Ein Vanilleeis wäre jetzt genau das Richtige. Vielleicht noch eine Kugel Stracciatella dazu? Bei Eissorten mochte er es klassisch. Freund reihte sich in die Schlange ein. Möglichst unauffällig beäugte er die Kinder. Die meisten waren im Vorschulalter, von bezaubernder Unschuld. Sie lachten, plapperten oder zappelten unruhig herum.

Freund liebte Kinder.

Oh ja, er liebte sie!

Fast wäre er aus der Reihe geflüchtet, doch in diesem Moment fragte ihn der Verkäufer nach seinen Wünschen.

"Vanille und Stracciatella", antwortete er. "In der Waffel." Er musste sich zwingen, dem Eisverkäufer in die Augen zu schauen.

Der lächelte ihm zu und holte eine Waffel aus dem Vorratsbehälter. Nun schweifte Freunds Blick doch umher. Am Rand des Spielplatzes waren ausschließlich Frauen zu sehen. Hatte die Gleichberechtigung ausgerechnet in diesem Viertel noch keine Fortschritte erzielt? Die meisten Mütter waren jung, höchstens Mitte zwanzig. Zwischen ihnen ein paar ältere Frauen - wie Sommersprossen auf einem sonst makellosen Gesicht.

"Bitte sehr. Das macht zwei Euro vierzig." Der Verkäufer hielt ihm das Eis entgegen.

Freund griff nach seinem Portemonnaie und zahlte den Betrag passend, dann nahm er die Waffel in die Hand. "Danke."

"Bis zum nächsten Mal."

Freund strebte eine der Parkbänke an, die um den Sandkasten gruppiert waren. Einige der Mütter musterten ihn misstrauisch, doch es war sein gutes Recht, hier eine Pause einzulegen. Immerhin stand nirgendwo ein Schild, das den Aufenthalt für Erwachsene ohne Kinderbegleitung untersagte.

Er leckte an dem Stracciatellaeis und schloss die Augen. Im Gegensatz zu manch anderen Gesellen liebte er die Geräusche der spielenden Kleinen. Sie hatten eine sehr beruhigende Wirkung auf ihn.

Freund bedauerte es zutiefst, dass seine Ehe mit Veronika ungewollt kinderlos geblieben war. Ob die Partnerschaft besser verlaufen wäre, wenn sie einem Jungen oder Mädchen das Leben geschenkt hätten?

Er dachte an den Streit von gestern Abend, der sich an einer Kleinigkeit entzündet hatte. Wie so oft. Ständig genügten unwichtige Bemerkungen, um eine lautstarke Diskussion zu provozieren.

Freund seufzte.

"Geht's Ihnen nicht gut?"

Er drehte seinen Kopf zur Seite und öffnete die Augen. Unbemerkt hatte sich eine junge Frau Mitte zwanzig neben ihn gesetzt, die ihn leicht besorgt musterte.

"Alles in Ordnung, danke."

"Sie haben gestöhnt", informierte sie ihn.

"Eher geseufzt", korrigierte er. "Ich habe an meine Frau gedacht. Wir haben jahrelang versucht, Nachwuchs zu bekommen. Hätte es geklappt, würde ich jetzt wahrscheinlich mit meinem Sohn hier sitzen."

"Oder Ihrer Tochter. Das tut mir sehr leid."

"Mir auch." Er erhob sich. Obwohl das Eis bereits leicht tropfte, unterband er den Impuls, es abzulecken, solan

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