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Im Sommer der Mörder von Bottini, Oliver (eBook)

  • Erschienen: 15.01.2016
  • Verlag: DUMONT Buchverlag
eBook (ePUB)
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Im Sommer der Mörder

Kirchzarten ist der friedlichste Ort der Welt. Bis eines Tages im Morgengrauen ein Holzschuppen in Flammen aufgeht - und plötzlich ein Inferno losbricht. Verheerende Explosionen überraschen die freiwillige Feuerwehr und fordern ein Menschenleben. Wie sich herausstellt, hatten Unbekannte unter dem Schuppen ein Waffenlager angelegt. Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì steht vor dem bislang schwierigsten Fall ihrer Karriere. Die Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunzigerjahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weitaus größere Dimensionen hat. Louise-Bonì-Krimireihe: Vorgeschichte: Dunkler Tod Band 1: Mord im Zeichen des Zen Band 2: Im Sommer der Mörder Band 3: Im Auftrag der Väter Band 4: Jäger in der Nacht Band 5: Das verborgene Netz Band 6: Im weißen Kreis

Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem viermal den Deutschen Krimi Preis, den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner Krimifuchs Ein paar Tage Licht Der kalte Traum

Produktinformationen

    Größe: 1444kBytes
    Reihe (Teil): Louise Bonì Bd.2
    Herausgeber: DUMONT Buchverlag
    Untertitel: Ein Fall für Louise Bonì
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 464
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783832188917
    Erschienen: 15.01.2016
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Im Sommer der Mörder

PROLOG

ADAM BAUDY SAH DAS FEUER ERST, als sie den Ortsrand von Kirchzarten erreicht hatten. Ein schmaler Streifen Glut auf der Weide zwischen Straße und Wald, vereinzelte Flammen, die in der beginnenden Morgendämmerung träge aufflackerten. Das Feuer war im Begriff zu erlöschen, sie kamen zu spät.

Der Einsatzleitwagen vor ihm verlangsamte, bog in den Feldweg ein. Baudy folgte ihm. Auf der Brandfläche stürzte eine letzte Eckstütze um. Eine Funkenwolke flog hoch, ein Schwarm aus hektischen rötlichen Insekten, der Momente später im Dunkelgrau des Morgens erlosch. Von Riedingers kleinem Holzschuppen war nichts geblieben als Glut und Asche.

"Du kannst die Augen aufmachen, Schatz", sagte Baudy und nahm das Handy aus der Halterung. Während er Martin Andersens Nummer wählte, dachte er, dass er sich schon nicht mehr erinnerte, wie der Schuppen ausgesehen hatte. Seit Jahrzehnten kam er täglich daran vorbei und hatte ihn nicht ein einziges Mal bewusst wahrgenommen. Er fragte sich, wie genau man schauen musste, um alles zu sehen, was es gab. Die wichtigen Dinge, die unwichtigen Dinge.

Die Mailbox sprang an, Baudy sagte: "Ruf zurück."

"Das ist ja schon aus, das Feuer", sagte Lina.

"Ja, zum Glück."

Im Rückspiegel tauchten die Scheinwerfer des ersten Tanklöschfahrzeugs auf. Rechts und links holte das Blaulicht ein paar Meter Weide aus der Dämmerung. Baudy unterdrückte ein Gähnen. Zum ersten Mal an diesem Morgen spürte er die Müdigkeit. Wenn Lina bei ihm war, schlief er wenig. Er lag lange wach und dachte daran, dass sie bald wieder fort sein würde.

"Papa, war da ein Mensch drin?", flüsterte Lina.

Baudy wandte sich halb um. Lina hatte sich im Kindersitz vorgebeugt, um das Feuer sehen zu können. Er lächelte beruhigend. "Nein."

"Und ein Tier?"

"Auch nicht."

"Vielleicht zwei oder drei Mäuse."

"Die sind doch schnell, die bleiben nicht da, wo's brennt. Die rennen weg, Schatz."

Lina sah ihn an. "Und was war dann da drin?"

"Nur ein bisschen Heu."

Baudy blickte auf die Uhr. Viertel nach fünf. Vor fünfzehn Minuten hatte Riedinger den Notruf gewählt. Vor dreizehn Minuten hatte Freiburg die Kirchzartener Freiwilligen über den Funkalarm informiert. Vor zehn Minuten hatte er, Lina auf dem Arm, "ohnezähneputzen?", die Wohnung verlassen. Vor drei Minuten waren sie vom Gerätehaus losgefahren. Das Feuer musste gegen Viertel vor fünf ausgebrochen sein. Eine halbe Stunde später erlosch es, und der kleine, alte Holzschuppen, den er nie bewusst wahrgenommen hatte, existierte nicht mehr.

"Fahren wir jetzt wieder nach Hause zu dir?", fragte Lina.

"Bald. Schlaf doch noch ein bisschen."

Das Handy klingelte. "Kein Treibstoff, keine Gasflaschen, keine Düngemittel", sagte Martin Andersen. Er hatte mit Riedinger telefoniert. Baudy richtete den Blick auf den Einsatzleitwagen. Andersen hatte die Faust aus dem Seitenfenster gestreckt, Daumen nach oben.

"Okay", sagte Baudy.

Kurz darauf hielten sie. Baudy wandte sich um, zog die Decke über Lina und strich ihr mit den Fingern über die Wange. "Ich muss jetzt ein bisschen arbeiten, Liebes."

"Schade, dass Heu nicht wegrennen kann", flüsterte Lina.

Baudy wartete neben dem Einsatzleitwagen, bis die beiden Löschfahrzeuge angehalten hatten. Dann gab er Befehl zum Absitzen. Seine Stimme war heiser und tief vor Müdigkeit. Während die sechzehn Männer zwischen den Fahrzeugen Aufstellung nahmen, trat er bis auf zehn Meter an die beinahe quadratische Brandfläche heran. Er trug keine Atemschutzmaske. Wegen Kohlendioxid mussten sie sich keine Gedanken machen, dazu war der Brand zu klein gewesen und der Sauerstoffgehalt der Luft im Freien zu hoch. Er atmete konzentriert durch die Nase ein. Kein Benzin. In der Mitte der Brandfläche züngelte eine schmale Flamme hoch, die schon keine Nahrung mehr fand. Urplötzlich war sie fort. Zehn Quadratm

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