text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Im Sturm Thriller von Clancy, Tom (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Im Sturm

Das Attentat arabischer Fundamentalisten auf eines der wichtigsten Ölfelder Sibiriens bringt die GUS in einen fatalen Zugzwang. Um den Zusammenbruch ihrer maroden Wirtschaft zu verhindern, erzwingt Moskau sich Zugang zum Persischen Golf und schreckt auch vor einem Schlag gegen die NATO nicht zurück ... Tom Clancy, der Meister des Technothrillers, stand seit seinem Erstling Jagd auf Roter Oktober mit all seinen Romanen an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten. Er starb im Oktober 2013.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 752
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641089917
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Red Storm Rising
    Größe: 2941 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Im Sturm

1

Träge Lunte

Nischnewartowsk, UdSSR

Sie gingen rasch, lautlos, zielstrebig vor; über ihnen leuchtete kristallklar der Sternenhimmel Westsibiriens. Sie waren Moslems, was man ihnen kaum anmerkte; sie sprachen russisch mit dem singenden Tonfall der Aserbeidschaner. Die drei hatten gerade auf dem Lkw-Parkplatz und an den Bahngleisen eine komplizierte Aufgabe erledigt, nämlich das Öffnen Hunderter von Füllventilen. Ibrahim Tolkase war ihr Anführer. An der Spitze ging jedoch Rasul, ein Schrank von einem Mann, ehemals Feldwebel beim MVD; er hatte in dieser kalten Nacht bereits sechs Männer getötet – drei mit der Pistole, drei mit bloßen Händen. Niemand hatte etwas gehört, denn in einer Erdölraffinerie herrscht viel Lärm. Die Leichen waren im Dunkel zurückgelassen worden, und die drei Männer bestiegen nun Tolkases Wagen, um die nächste Phase in Angriff zu nehmen.

Das Kontrollzentrum befand sich in einem modernen zweistöckigen Bau in der Mitte des Komplexes. Mindestens fünf Kilometer weit in alle Richtungen erstreckten sich die Destillations- und katalytischen Anlagen, Tanklager und vor allem das kilometerlange Röhrengeflecht, das Nischnewartowsk zu einer der größten Raffinerien der Welt machte. In unregelmäßigen Abständen erhellten Flammen den Himmel, wo Gase abgefackelt wurden, und es stank nach Rohöldestillaten: Kerosin, Benzin, Diesel, Stickstofftetraoxid für Interkontinentalraketen, nach Schmierölen und allen möglichen anderen petrochemischen Verbindungen.

Der Ingenieur Tolkase steuerte seinen privaten Lada auf das fensterlose Backsteingebäude zu, hielt auf dem für ihn reservierten Parkplatz und ging zum Eingang. Seine Kameraden warteten geduckt im Fond.

Hinter der Glastür begrüßte Ibrahim den Mann vom Werkschutz, der zurücklächelte und die Hand nach Tolkases Ausweis ausstreckte. Der Wächter hatte getrunken; einziger Trost in diesem rauhen, kalten Land. Sein Blick war verschwommen, sein Lächeln zu starr. Tolkase händigte ungeschickt seinen Ausweis aus, ließ ihn fallen, und der Wächter bückte sich wankend, um ihn aufzuheben. Tolkases Pistolenmündung war das letzte, was der Mann spürte. Er starb, ohne zu wissen wie oder warum. Ibrahim hob die Leiche auf, setzte sie vornübergesunken an den Tisch – es verpennte mal wieder einer die Spätschicht – und winkte dann seine Kameraden heran. Rasul und Mohammed sprinteten auf den Eingang zu.

"Brüder, es ist soweit." Tolkase reichte seinem hünenhaften Freund die Kalaschnikow AK-47 und einen Patronengurt.

Rasul wog die Waffe kurz in der Hand, überzeugte sich, daß sie geladen und entsichert war. Dann warf er sich den Patronengurt über die Schulter, pflanzte das Bajonett auf und sagte zum ersten Mal in dieser Nacht etwas: "Das Paradies erwartet uns."

Tolkase klemmte sich den Sicherheitsausweis an den weißen Kittel. Dann führte er seine Kameraden die Treppe hinauf.

Normalerweise durfte das Kontrollzentrum nur betreten, wer einem der dort Beschäftigten persönlich bekannt war. Nikolaj Barsow wirkte überrascht, als er Tolkase durch das winzige Fenster in der Tür erblickte. "Sie haben doch heute frei, Ischa."

"Heute nachmittag versagte ein Ventil, und ich vergaß, vor Schichtende nach dem Fortgang der Reparaturarbeiten zu sehen. Sie wissen ja, welches ich meine – das Hilfsspeiseventil für Kerosinlager acht. Wenn es bis morgen nicht instand gesetzt ist, müssen wir umleiten, und Sie können sich vorstellen, was das bedeutet."

Barsow grunzte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen