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Im Visier des Mörders Thriller von Bolton, Sharon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)

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Im Visier des Mörders

Friedliche Morgenstimmung liegt über den Hügeln und Wäldern nahe der schottischen Grenze. Zwölf Menschen genießen die prachtvolle Aussicht, die ihnen der Ausflug mit einem Heißluftballon bietet - und müssen plötzlich mit ansehen, wie unter ihnen am Boden eine Frau erschlagen wird. Als der Mörder von dem Opfer ablässt und den Blick gen Himmel richtet, steht das Schicksal dieser Menschen auf Messers Schneide. Der Mann schultert sein Gewehr und nimmt die Verfolgung auf, denn er kann keine Zeugen riskieren. Eine grausame Jagd beginnt. Am Ende wird nur eine Frau entkommen. Kann sie den Killer stoppen?

Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. 'Todesopfer', ihr erster Roman, wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Ihrem ersten Triumph folgten mittlerweile acht weitere Thriller - darunter vier mit der grandiosen Ermittlerin Lacey Flint -, in denen Sharon Bolton ihr brillantes Können immer wieder unter Beweis stellte. Sie wurde bereits für zahlreiche Krimipreise nominiert und für 'Schlangenhaus' mit dem Mary Higgins Clark Award ausgezeichnet sowie mit dem Dagger in the Library für ihr Gesamtwerk. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221546
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Dead Woman Walking
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Im Visier des Mörders

2. Kapitel

Mittwoch, 20. September

Der Ballon hing in der Luft wie eine umgedrehte Christbaumkugel; seine pralle, bunt gestreifte Hülle spiegelte sich im See. Im Morgenlicht leuchtete das Wasser wie ein reifer Pfirsich, blassgolden an den Rändern, ein dunkles, sattes Rosa in der Mitte. Es war windstill. Kein Laut war zu hören, sogar die Bäume am Ufer hatten aufgehört zu rauschen. Keiner der Insassen des Ballons rührte sich oder sagte etwas. Die Welt schien den Atem anzuhalten.

Unter ihnen breitete sich die weite, von Heidekraut bedeckte Moorlandschaft des Northumberland National Park aus. Endlose Grasflächen wogten wie das Fell eines riesigen erwachenden Tieres, Bäche schimmerten wie silbrige Schlangen, und der Sonnenaufgang ließ die Hügelkuppen erglühen. Die urtümliche Landschaft war überwältigend und seit Jahrhunderten unverändert, es war, als wäre der Ballon eine Zeitmaschine, die sie zurückbrachte in jene Epoche, als im äußersten Norden Englands noch weniger Menschen gesiedelt hatten als jetzt. Sie sahen keine Straßen, keine Bahnschienen, keine Städte oder Dörfer.

Abgesehen von ihrer dreizehnköpfigen Gruppe schien die Welt völlig leer zu sein.

Der Korb des Ballons war, wie bei Vergnügungsfahrten üblich, groß und rechteckig und in vier Abteile unterteilt, damit die Passagiere sich nur innerhalb bestimmter Bereiche aufhalten konnten. Der Ballonführer hatte ein eigenes Abteil in der Mitte. In einer der vier Ecken standen zwei Frauen zwischen Mitte und Ende dreißig, die eine ganz in Schwarz, die andere grün gekleidet. Die beiden sahen sich nicht ähnlich genug, um Zwillinge zu sein, waren aber definitiv Schwestern. Die Frau in Schwarz ließ beim Ausatmen einen leisen Ton vernehmen, zu laut, um ein Seufzer zu sein, zu glücklich für ein Aufstöhnen.

"Gern geschehen." Ihre Schwester lächelte.

Die Frauen teilten sich das Abteil mit einem Buchhalter aus Dunstable. Seine Frau und die beiden halbwüchsigen Kinder standen in der benachbarten Abtrennung. Auf der anderen Seite des Ballons befanden sich drei Männer auf Wanderurlaub, deren Anoraks in Rot, Gelb und Grün an eine Verkehrsampel denken ließen, sowie ein älteres schottisches Ehepaar und ein Journalist im Ruhestand.

Der Korb beschrieb langsame, bedächtige Spiralen, während sie über dem See dahintrieben. Dieses ständige Kreiseln war eine der größten Überraschungen gewesen, und auch, wie sich die Luft in großer Höhe anfühlte, schneidender und frischer als am Boden. Kühl, aber nicht so unangenehm kalt wie an einem frostigen Morgen. Diese Luft kribbelte auf der Haut und prickelte beim Einatmen.

Die Frau in Grün, Jessica, trat ein wenig näher zu ihrer Schwester, die blass geworden war und den Rand des Korbes umklammerte. Mit großen, staunenden Augen schaute sie unverwandt auf die Wasseroberfläche hinab. Urplötzlich überfiel Jessica ein verstörender Gedanke: Hatte ihre Schwester vielleicht vor runterzuspringen?

Kurze Zeit später würde sie denken, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn sie beide gesprungen wären. Ein oder zwei grauenhafte Sekunden und ein schmerzhafter Aufprall auf der Oberfläche wären nicht so schlimm gewesen. Vielleicht hätte das kühle, erstickende schwarze Wasser ihr Ende bedeutet, doch es hätte sie auch wieder nach oben und ans Ufer treiben können. Wären sie in diesem Moment gesprungen, hätten sie vielleicht beide überlebt.

"Ist das nicht toll?", fragte sie, weil sie nämlich schon vor langer Zeit die Erfahrung gemacht hatte, dass sie manchmal durch gezielte Ablenkung voreilige Handlungen ihrer Schwester verhindern konnte. "Macht's dir Spaß? Ich fasse es nicht, dass wir das noch nie gemacht haben."

Isabel lächelte, sagte jedoch nichts, weil eine Antwort überflüssig war. Sie war ganz offensichtlich hingerissen.

"Wunderschön, nicht wahr? Schau doch mal, die Farben."

Immer noch keine Antwort, doch Jessica sah befriedigt, wie ihre Schwester den Kop

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