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In den besten Kreisen Thriller von Olsson, Mats (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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In den besten Kreisen

Der bekannte schwedische Unternehmer und Millionär Björkenstam, der sich zum Schutz mit einer Motorrad-Rockergang umgibt, hat Dreck am Stecken. Ex-Journalist und Kneipier Harry Svensson, findet im Garten des Millionärs eine Drogen-Plantage. Svensson beginnt sich in der Drogenszene umzuhören, kurz darauf wird ein stadtbekannter Dealer ermordet in Svenssons Haus gefunden. Wie kommt er aus der Sache wieder heraus? Wie kann er beweisen, dass nicht er, sondern Björkenstam der Gesuchte ist? Und dann taucht plötzlich ein kleines Mädchen auf und bittet den Journalisten um Hilfe. Ihre Mutter befindet sich in der Gewalt des Unternehmers, weil sie zu viel wusste ...

Mats Olsson (geboren 1949) ist einer der bekanntesten Journalisten Schwedens. Er arbeitet als Sportreporter, Musikkritiker und Auslandskorrespondent. Momentan lebt er in New York. Olsson ist vielfach preisgekrönt für seine journalistischen Texte, er ist darüber hinaus der schwedische Übersetzer von Joseph Wambaugh, Robert Crais und James Lee Burke. Die Serie um den ehemaligen Journalisten Harry Svensson ist von Presse und Lesern international begeistert aufgenommen worden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641164157
    Verlag: btb
    Originaltitel: I de bästa familjer
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In den besten Kreisen

Montagmorgen

Weiß der Himmel, wann wir einschliefen. Aber als ich wieder aufwachte, war mein ganzer Körper steif und schmerzte. Ich hatte offenbar das Kissen vom Bett runtergezogen, zumindest lag mein Kopf darauf. Ich hatte Jeans an, obenrum nichts, keine Schuhe oder Strümpfe an den Füßen, und ich fror.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich mich wieder an alles erinnerte, was in der Nacht geschehen war, und als ich einen Blick unter das Bett warf, war das Mädchen ein Stück näher zu mir herangerückt.

Sie lag auf der Seite und mit dem Kopf auf dem Handtuch, das ich ihr hingehalten hatte.

Sie schlief tief und fest.

Ich kannte sie nicht, ich wusste nur, dass sie extrem schüchtern und schreckhaft war, dass sie nicht reden wollte und Angst hatte, wenn andere Leute ihr zu nahekamen.

Trotzdem schlief sie jetzt unter meinem Bett.

Und hielt meine rechte Hand mit beiden Händen umklammert.

Der rechte Zeigefinger und zwei Fingerknöchel waren verschrammt, als hätte sie mit der Faust gegen eine Mauer geschlagen oder gegen einen Baumstamm, während sie durch den Wald gerannt war. Sofern sie denn nun durch den Wald gerannt war. Wovon ich aber ausging.

Im letzten Sommer hatte ich versucht, mich durch das Dickicht hinter meinem Haus zu schlagen, ich war neugierig gewesen und hatte herausfinden wollen, woher sie kam und wohin sie jedes Mal verschwand, wenn sie Reißaus nahm, aber das Waldstück dort war im Prinzip undurchdringlich. Trotzdem hatte ich immer das Bild vor Augen gehabt, wie sie dort zwischen den Bäumen hin- und herrannte, wenn sie kam oder weglief.

Dass sie meine Hand genommen hatte, hatte ich gar nicht bemerkt.

Mein Rücken tat nach der Nacht auf dem Boden höllisch weh, ich hatte keine Ahnung, wie viel Uhr es war, beschloss dann aber, liegen zu bleiben, bis das Mädchen von allein aufwachte. Teils, weil ich so eine Ahnung hatte, dass sie Schlaf brauchte; teils, weil ich ohnehin nicht wusste, was ich ansonsten mit mir hätte anfangen sollen.

Es klang, als würde es regnen.

Der Vorabend war sonnig und warm gewesen, inzwischen trommelten Regentropfen hart und unablässig und eintönig aufs Dach und gegen die Fenster.

Dass sie sich ausgerechnet mich ausgesucht hatte, als sie vor wem auch immer geflohen war, bedeutete, dass sie beschlossen hatte, sich mir anzuvertrauen.

Dabei war ich keine allzu vertrauenswürdige Person. Nur konnte sie das nicht wissen.

Ich hatte keine eigenen Kinder und war so gut wie nie mit Kindern in Kontakt gekommen, allerdings hatte eine Bekannte von mir einmal behauptet, ich wäre ein Kindermagnet. Vielleicht hatte sie damit ja recht, ich hatte nur nie darüber nachgedacht oder es auch nur bemerkt.

Das Mädchen hielt meine Hand nicht besonders fest umklammert, aber es bestand kein Zweifel, dass sie sich hatte festhalten wollen.

Ich hatte keine Vorstellung davon, was sie angestellt hatte oder warum zwei Männer sie durch die Sommernacht gejagt hatten, vor allem aber wusste ich nicht, was ich jetzt tun sollte.

Ich konnte sie schlecht mit ins Restaurant nehmen, wo ich doch nicht mal hätte sagen können, wer sie war oder warum sie sich mir angeschlossen hatte, und überdies hatte ich ein bisschen Bammel, dass ihre Verfolger zurückkommen könnten.

Das Restaurant trug den simplen Namen "Restaurant Solviken", weil es ein Restaurant war und in Solviken lag. Mit dem Wirt, Simon Pender, hatte ich mich angefreundet, als ich vor Jahren mal in einem Golfclub den Wallraff hätte spielen sollen. Simon hatte damals dort gejobbt, mich anhand meines Autorenbilds aus der Zeitung wiedererkannt, und damit war aus der Enthüllungsreportage natürlich nichts geworden.

Meinen Job bei der Zeitung hatte ich inzwischen gekündigt. Was genau ich mit dem Rest meines Lebens anfangen wollte, wusste ich immer noch nicht. Meine Abfindung war üppig ausgefallen, trotzdem hatte ich keine Ahnung, was ich damit

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