text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Infantizid Kriminalroman von Bode-Hoffmann, Grit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Infantizid

Im thüringischen Weimar wird ein brutaler Raubüberfall auf einen Geldtransporter verübt, bei dem die Sicherheitsleute getötet werden. Der Täter kann entkommen, verursacht jedoch auf seiner Flucht einen schweren Verkehrsunfall. Als er im Sterben liegt, berichtet er dem ehemaligen Kriminalist Matti Klatt von einem geheimen Projekt namens 'Infantizid'. Der Expolizist lässt sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein .... Grit Bode-Hoffmann, geb. 1970, wohnt mit ihrem Mann und Koautor Matthias Hoffmann, Jahrgang 1959, in Weimar. Ihr bemerkenswerter Roman 'lebt' von ihren langjährigen Erfahrungen als Teamleiterin in einer Softwarefirma bzw. Fallschirmjäger und Kriminalbeamter beim SEK.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 436
    Erscheinungsdatum: 05.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839243206
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1284 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Infantizid

ZWEITER TEIL: DER PLAN

Sonntag, 26. Oktober 2003, 13:07 Uhr Ortszeit, Luftraum Nähe polnische Grenze

Die Transportmaschine flog in 10.000 Metern Höhe. Es war eine Antonov 12, kurz AN-12, ausgerüstet, um maximal 60 Fallschirmjäger abzusetzen. Das Flugzeug war alt, Baujahr 1961. Als die Maschine vor einiger Zeit mit vier dröhnenden Propellertriebwerken kurz vor Ende der Start- und Landebahn abgehoben hatte, hatte es einen heftigen Stoß gegeben, der sich sogleich wiederholte. Die Männer hatten alle fast gleichzeitig den Kopf gehoben. Es war das erste Mal, dass sie mit diesem Flugzeug flogen. Als sie unmittelbar danach ruhig in den Steigflug ging, ahnten die Männer, was diesen Stoß verursacht hatte. Die beiden Hauptfahrwerke waren eingezogen worden. Wenig später kam der Bordmechaniker und schaute, ob alles in Ordnung war. Er hatte keine Ahnung, was das für Männer waren oder was sie vorhatten. Die Besatzung flog die schwarz gekleideten Soldaten in letzter Zeit sehr häufig. Über Befehle wurde nicht diskutiert. Vor einigen Wochen mussten sie, aus dem Kaukasus kommend, einen bestimmten Flughafen anfliegen, Fallschirmspringer an Bord nehmen und sie je nach Auftrag absetzen. Aus niedrigen Höhen, aus großen Höhen, mal im Langsamflug oder mit hoher Geschwindigkeit. Das ging fast jeden Tag so.

Ich habe noch keines der Gesichter jemals gesehen, dachte der Bordmechaniker und zündete sich eine Machorka an. Sie springen immer mit diesen Sturmhauben. Was kümmert es mich. Hauptsache, wir können fliegen in diesen schwierigen Zeiten. Bei vielen anderen Transportgeschwadern fehlte das Geld für Sprit und Ersatzteile.

Er blies den Zigarettenrauch in Richtung seiner Instrumente, die ihm anzeigten, dass alles im grünen Bereich war.

Im Frachtraum roch es nach Öl, Benzin, Auspuffgasen und dem Schweiß der Männer. An der Decke der AN-12 verliefen hydraulische Leitungen. Nach Reparaturarbeiten wurden diese schon lange nicht mehr in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und verkleidet. Wozu auch? Einige undichte Stellen hatte man mit Lappen umwickelt und mit einfachen Stricken verknotet. Die Fallschirmspringer, die seit über einer Stunde flogen, saßen in vier Reihen. Alles an ihnen war schwarz. Ihre Kampfanzüge, vollgestopft mit Ausrüstungsgegenständen, die Handschuhe, Helme, Brillen, Kampfmesser sowie die Fallschirme und Tornister, die zwischen ihren Beinen befestigt waren. Sie hockten auf den Sitzen, an die Bordwand gelehnt oder sich vornübergebeugt auf die Knie stützend. In ein paar Minuten würden sie sich sprungbereit machen und durch die geöffnete Ladeluke in die Tiefe stürzen. Diese Gruppe absolvierte gerade die letzte Phase der Ausbildung: Höhensprünge. Die Maschine befand sich weitab des Luftkorridors für Passagierflugzeuge, die üblicherweise auf diesem Level flogen. Die Piloten hatten mehrfach den Kurs gewechselt, da man kein Interesse daran hatte, erkannt zu werden. Nur ab und zu und für ganz kurze Zeit tauchten sie auf den Radarschirmen der Flugüberwachung auf. Die heutige Übung hatte zwei Ziele. Zum einen sollten die Männer sich daran gewöhnen, aus so großer Entfernung zum Boden mit einer zusätzlichen Sauerstoffausrüstung zu springen, und zum anderen die Fallschirme nach einer langen Freifallzeit exakt in 300 Metern über Grund öffnen. Es war ein Teil des besonderen Angriffsplans. Die Männer kamen von weit oben und die Zeit, die sie an den geöffneten Fallschirmen hingen, war sehr kurz. Kaum möglich, sie zu attackieren. Diese Art des Springens musste so lange trainiert werden, bis alle Angehörigen der Schwarzen Division es beherrschten. Jeder musste ersetzbar sein, egal, wo und wie der

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen