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Inselgroll. Ostfrieslandkrimi von Roth, Rita (eBook)

  • Verlag: Klarant
eBook (ePUB)
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Inselgroll. Ostfrieslandkrimi

Dr. Ferdinand Scholz liegt erstochen am historischen Anker von Norderney. Der blutige "Ankermord" auf der idyllischen ostfriesischen Insel gibt Rätsel auf, denn der charismatische Mediziner schien bei seinen Mitmenschen äußerst beliebt gewesen zu sein. Wer hatte einen solchen Groll auf den Inselarzt, dass er ihn brutal aus dem Leben riss? Und was bedeutet die Nachricht, die der Täter auf dem Brustkorb des Toten hinterließ? Gretje Blom nimmt die Ermittlungen auf und stößt auf dunkle Geheimnisse im Leben des Opfers ... In der "Ein Fall für Gretje Blom" Ostfrieslandkrimi-Reihe sind bisher erschienen: 1. Inselsünde 2. Inselzorn 3. Inselrache 4. NEU: Inselgroll Alle Ostfrieslandkrimis von Rita Roth können unabhängig voneinander gelesen werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965861084
    Verlag: Klarant
    Größe: 365 kBytes
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Inselgroll. Ostfrieslandkrimi

Kapitel 2

Jan Berg verzog das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen. Gretjes Anruf, begleitet von diesem dämlichen Klingelton, den er längst geändert haben wollte, passte ihm gar nicht in den Kram. Er war spät dran, ein Notruf hatte ihn aufgeschreckt und Gretje wollte wahrscheinlich nur quatschen.

"He! Gretje", knurrte er einigermaßen freundlich. "Ich kann jetzt nicht. Ruf mich später an. Ein Notruf!"

"Wollte auch nur sagen, bin schon vor Ort. Und dich vorwarnen, weil ..."

"Wo bist du?", bellte er zurück.

"Am Tatort! Auf der Georgshöhe. Beim Anker."

"Benimm dich wie ein echter Ostfriese und texte mich nicht voll", fuhr Bea Bissick ihren Kollegen, Hauptkommissar Jan Berg, an. Mit Blaulicht war er am Campingplatz vorgefahren, um sie abzuholen. "Normalerweise seid ihr Ostfriesen doch als mundfaul verschrien." War es nicht schlimm genug, dass er sie zu nachtschlafender Zeit aus dem Schlafsack geholt hatte? Na gut, gestand sie sich ein, so früh war es nicht mehr. Aber wie konnte er als erfahrener Inselpolizist so blöd sein, den Campern durch diese Aktion heißen Gesprächsstoff zu liefern? Auf dem Platz konnte sie nicht länger bleiben. Das dumme Geschwätz der Campingclique war ohnehin kaum auszuhalten. Aber jetzt war nicht der Moment, das Problem zu lösen. Sie mussten schnellstmöglich an den Tatort.

"Was hat Gretje genau gesagt? Erzähl! Ich will Einzelheiten!", forderte sie ihn auf.

"Unsere alte Spürnase ist schon wieder vor mir am Tatort", sagte er ärgerlich. "Sie hat das Opfer aber nicht als Erste gesehen, sondern eine junge Mutter. Die hat völlig hysterisch geschrien, hat Gretje gesagt. Bestimmt hat sie etwas übertrieben. Die Frau ist ihr direkt in die Arme gelaufen."

"Typisch", sagte Bea. "Ich kenne sie ja noch nicht so lange. Aber es ist doch seltsam, dass Gretje immer mit im Spiel ist, wenn ein Verbrechen geschieht. Hat sie den Notruf abgesetzt?"

"Keine Ahnung. Glaub wohl. Ihr Anruf bei mir war auf meiner Privatnummer. Um mich vorzuwarnen!"

"Vorwarnen? Wovor?"

"Blut!", stieß er angewidert hervor. "Viel Blut!"

"Hast du ein Problem damit?"

Jan Berg antwortete nicht.

Bea musterte ihren Kollegen von der Seite. Seine Finger krallten sich ums Lenkrad, kaum merklich nickte er.

"Nee, nicht?", japste Bea. "Ich glaube es nicht. Ein Bulle, der kein Blut sehen kann!" Die Beamtin fing an zu gackern wie ein aufgescheuchtes Huhn. "Ich fass es nicht! Das gibt's doch nur auf einer Insel. In eurer schönen, heilen Welt. Wird echt Zeit, dass ihr Verstärkung von einer erfahrenen Kollegin aus der Stadt bekommt." Sie meinte sich selbst.

"Klappe!" Jan Berg stoppte den Wagen, sie hatten ihr Ziel erreicht. Forschen Schrittes nahm er die ersten Stufen zur Georgshöhe. "Moin Piet", grüßte er im Vorbeigehen Gretjes Freund. An Piet Hansen kam man nicht vorbei, wenn man Gretje kannte. Der hagere Ostfriese begleitete sie wie ein Schatten überall hin. Er hatte es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht, auf die eigensinnige Lady aufzupassen und einzugreifen, wenn sie mal wieder über die Stränge schlug. Nun hatte er Order von seiner 'Miss Marple', den Aufgang zu bewachen und niemanden außer Polizei und Rettungsdienst vorbeizulassen.

"Sorry, mein lieber Kollege", kicherte Bea leise, "aber wenn ich das meinen Kollegen in Osnabrück erzähle ..." Plötzlich schaltete sie in einen ernsthaften und besorgten Modus um. Immerhin war sie Profi, spezialisiert auf akute Notfälle. Bea Bissick wurde dann hinzugerufen, wenn es um traumatische Erlebnisse ging. Augenblicklich legte sie dann ihre Schnoddrigkeit ab wie einen Mantel an der Garderobe.

"Lass mich besser vorgehen."

Sie drängelte sich an Jan Berg vorbei und lief mit federnder Leichtigkeit vor ihm her. Die kleine Polizistin mit dem wippenden Pferdeschwanz war gut trainiert, stellte er wieder einmal fest.

"Zum

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