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INTRIGO von Nesser, Håkan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2018
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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INTRIGO

Håkan Nesser ist der Philosoph unter den schwedischen Krimiautoren. Niemand schreibt hintersinniger, literarisch spannender und atmosphärisch dichter als er. Seine über 20 Millionen Fans weltweit lieben ihn dafür - und dürfen sich nun auf die hochkarätig besetzt Kino-Trilogie INTRIGO freuen, die auf den besten Geschichten Nessers basiert.
Eigens für diesen Anlass geschrieben: TOM. Wir befinden uns in Maardam 1995 - Judith Bendler, Ende 50 und erfolgreiche Autorin von Biographien, lebt mit ihrem zehn Jahre älteren Mann Robert, einem Filmproduzenten, in einem Haus auf dem Land. Nichts scheint das ruhige Leben zu stören, bis eines Nachts das Telefon klingelt und sich eine Männerstimme als Tom meldet, so der Name des verschwundenen Sohns des Ehepaars. Warum ist sich Judith so sicher, dass es sich bei dem Anrufer um einen Betrüger handelt?
TOD EINES AUTORS (Rein). Ein verwitweter Übersetzer bekommt einen seltsamen Verlagsauftrag. Er soll das letzte Manuskript des toten Autors Germund Rein übersetzen, und zwar so schnell wie möglich. Rein hat es so in einem mysteriösen Abschiedsbrief verfügt. Aber ist er wirklich tot?
IN LIEBE AGNES. Agnes und Henny sind alte Schulfreundinnen, die sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Auf der Beerdigung von Agnes' Mann treffen sie sich wieder. Zögerlich beginnen sie sich erneut anzunähern, schreiben sich Briefe, vertrauen sich Geheimnisse an. Doch eine von beiden spielt falsch...
DIE WILDORCHIDEE AUS SAMARIA. Ein Sprachlehrer in besten Verhältnissen erhält die handgeschriebene Notiz einer Frau, die eigentlich seit dreißig Jahren tot ist. Darin bittet sie ihn, dorthin zurückzukommen, wo alles begann - in seine alte Heimatstadt ...
SÄMTLICHE INFORMATIONEN IN DER SACHE. Ein junger Lehrer soll auf Wunsch des Direktoriums die Arbeit eines jungen Mädchens benoten, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Was ungeahnte Konsequenzen haben wird...

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 08.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641227197
    Verlag: btb
    Serie: btb .71601
    Originaltitel: INTRIGO
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INTRIGO

Als Robert am Donnerstagabend anrief, erwähnte sie das Telefonat nicht. Er klang müde und gehetzt, und sie fragte sich, ob die Krankheit vielleicht mehr an ihm zehrte, als er zugeben wollte.

Aber sie griff auch diese Frage nicht auf. Das hätte ihn nur verärgert, und als sie den Hörer aufgelegt hatte, fragte sie sich, ob er wirklich bis zu seinem siebzigsten Geburtstag leben würde, den sie Maria Rosenberg gegenüber erwähnt hatte. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Vorstellung, dass sie eines Tages als Witwe in dem schönen Haus sitzen würde, schwebte ihr bereits seit einiger Zeit vor, und es war eine Vorstellung, die sie nicht sonderlich beunruhigte. Dass sie sich darauf freute, wäre zu viel gesagt, aber die Einsamkeit, diese relative Einsamkeit, war ein Zustand, der ihr, je älter sie wurde, immer mehr Süße und Befriedigung zu bieten schien. Vielleicht lag es daran, dass sie keine Geschwister hatte, dass sie ohne die störende Einmischung anderer Menschen aufgewachsen war. Nur ihre Mutter und ihr fast immer abwesender Vater. Kaum Freunde, sie war seit jeher gewohnt, allein zurechtzukommen und sich mit sich selbst als Gesellschaft wohlzufühlen, oh ja, solche Faktoren spielten mit Sicherheit eine Rolle. Wer die Einsamkeit zu seinem Freund macht, wird niemals enttäuscht, hatte sie irgendwo gelesen, und das war eine Wahrheit, die sie vorbehaltlos akzeptieren konnte.

Und so machte es ihr auch nichts aus, dass Robert gezwungen war, einen Tag länger in London zu bleiben. Wirklich nicht. Sie schlief die ganze Nacht gut; hatte sich zwar ein wenig Sorgen gemacht, das Telefon könnte in den frühen Morgenstunden erneut klingeln, aber es blieb so still und in sich gekehrt wie der Rest des Hauses. Django lag wie üblich auf seiner Matratze unter der Küchenbank. Wie sie Maria Rosenberg erzählt hatte, war seine Operation gut verlaufen, aber er war elf Jahre alt, und natürlich waren auch die Tage dieses einst so stattlichen Hundes gezählt. Judith wusste, dass sie nie wieder heiraten oder auch nur eine neue Beziehung eingehen würde, wenn Robert eines Tages nicht mehr war, aber einen Hund würde sie sich auf jeden Fall wieder zulegen. Wahrscheinlich einen Rottweiler, genau wie Django. Die private Bequemlichkeit hatte trotz allem ihre Grenzen, sowohl emotional als auch praktisch. Eine einsame Frau in einem großen Haus ist etwas völlig anderes als eine einsame Frau in demselben Haus mit einem zuverlässigen Wachhund.

Nach dem Frühstück machte sie mit Django einen Spaziergang. Durch den lichten Laubwald zum Wasserturm hinauf, dann wieder abwärts und ein Stück am Fluss entlang, über die alte Holzbrücke und auf der anderen Seite zurück. Eine knappe Stunde; früher, mit einem jungen Hund und einem Frauchen, das noch keine fünfzig gewesen war, hatten sie für dieselbe Strecke die Hälfte der Zeit benötigt. Die Bäume verfärbten sich allmählich gelb, aber noch fielen die Blätter nicht, es war einer dieser schönen, klaren Herbsttage, und sie versuchte, möglichst nicht an Tom und an das Telefonat zu denken.

Was nicht ganz leicht war, wenn sie erst einmal begonnen hatte, sich daran zu erinnern. Auch die Bilder von jenem Tag vor zweiundzwanzig Jahren kehrten zurück, als hätte irgendwer - sie selbst, wer sonst? - ein altes, vergessenes Fotoalbum gefunden und es einfach nicht lassen können, es aufzuschlagen und darin zu blättern.

Aber die Bilder waren beweglich. Stammten eher aus einem Filmarchiv als aus einem Album. Sie selbst. Tom. Dann Robert.

Die Wohnung im Kantorsteeg in Aarlach.

In jenem Juli.

In jener letzten Nacht.

Die Gewalt. Die Panik. Die Tat.

Wie konnte ein so junger Mensch nur so schrecklich kaputt sein? So arrogant und so hasserfüllt. Allem und allen, aber vor allem seinen Eltern gegenüber.

Das hatte sie sich damals gefragt, und das fragte sie sich bis heute.

Sie erinnerte sich auch an Szenen, die länger zurücklagen. Als er Rober

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