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Irisches Roulette Bd. 2 Kriminalroman von O'Brien, Hannah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2016
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
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Irisches Roulette Bd. 2

Der zweite Fall für die irische Ermittlerin Tom Nolan, Mitarbeiter in einem Wettbüro, wird erschossen. Besitzer des Büros ist der Zwillingsbruder von Graces Kollege Rory. Dieser gilt ab sofort als befangen, ermittelt aber dennoch weiter. Grace und ihr Team dringen bei ihren Recherchen vor bis in die innersten Kreise des irischen Wettgeschäfts. Schnell wird klar, dass eine mächtige internationale Wett-Mafia die Finger im Spiel hat. Doch auch im heimischen Galway sind erstaunlich viele bekannte Gesichter in den Fall verwickelt und es zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint. Hannah O Brien ist Autorin und Journalistin. Sie lebte lange in ihrer Wahlheimat Connemara und fühlt sich an der irischen Westküste bis heute zu Hause. Neben zahllosen journalistischen Veröffentlichungen über die Grüne Insel und ihre Bewohner, hat sie eine erfolgreiche irische Krimireihe um die eigenwillige Ermittlerin Grace O'Malley aus Galway geschrieben. Wenn Hannah O'Brien nicht gerade in Irland weilt, findet man sie meist in Köln und an der Mosel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 18.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423429153
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: Grace O'Malley Bd.2
    Größe: 1384kBytes
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Irisches Roulette Bd. 2

2

Am Tag zuvor hatte Grace O'Malley knapp hundert Kilometer an die Küste fahren müssen. Die Scheibenwischer verschmierten die Windschutzscheibe, statt sie vom Wasser zu befreien, das ohne Unterlass von allen Seiten niederprasselte. Grace blinzelte angestrengt und versuchte mit einem Taschentuch die Scheibe von innen abzureiben, um so eine bessere Sicht auf die Straße zu bekommen.

"Scheiß Möwenkacke!", fluchte sie.

Wenn Rory neben ihr gesessen hätte, wäre er wohl in schallendes Gelächter ausgebrochen und hätte vielleicht noch ein "Sag ich doch" hinterhergeschickt. Doch sie war allein im Wagen. Man hatte sie nach Letterfrack gerufen, wo sie sich mit einem Mann hatte treffen sollen, der angab, ein wichtiger Zeuge in dem Fall zu sein, in dem Grace gerade ermittelte.

Grace bremste und schaltete herunter. Sie musste die kurvenreiche N 59 in Richtung Westport langsamer fahren. Bald würde die Abzweigung nach Recess kommen, die sie nehmen wollte, um nicht in entgegengesetzter Richtung den Umweg über Clifden nehmen zu müssen.

Zunächst war Grace irritiert gewesen, als sie merkte, dass sie den langen Weg umsonst gemacht hatte. Der angebliche Zeuge war nicht zum Treffpunkt erschienen. Doch dann beschloss sie, den ungeplant freien Nachmittag zu genießen. Schließlich war sie in Connemara unterwegs, dem spektakulärsten Teil der Grünen Insel, die auch sonst mit beeindruckenden Landschaften gesegnet war. Aber jetzt goss es wie aus Kübeln und man konnte gar nichts mehr vom spektakulären Connemara erkennen. Das Meer musste zu ihrer Linken liegen und die imposanten Berge irgendwo rechts vorne.

Es war kühl für Mitte Juli und so begann die Scheibe bald wieder von innen zu beschlagen. Auf der Straße nach Recess kamen ihr lange Zeit nur zwei Wohnmobile mit französischen Kennzeichen entgegen. Niemand überholte sie. Hier gab es nur ganz wenige Häuser. Ein Hotel und eine Handvoll Bed-and-Breakfast-Pensionen hatten sich als steinerne Wegmarken vor die hohe kahle Bergkette der Twelve Bens positioniert. Grace wischte und blinzelte. Diese Landschaft war archaisch. Unberührt, beeindruckend, dramatisch, bei jedem Wetter.

Ihr Handy trommelte. Sie hatte ein irisches Musikstück als Klingelton geladen, das mit dem keltischen Percussion-Instrument Bodhran begann. Sie liebte Bodhrans, mit Haut bespannte Holzreifen, die ursprünglich mit einem Tierknochen geschlagen wurden.

Es war Rory. Sie schaltete die Freisprechanlage an.

"Bist du noch in Letterfrack, Grace?"

"Nein. Der Typ war nicht im Pub. Ich hab noch mal ein bisschen nach ihm gesucht, aber ohne Erfolg. Dumm gelaufen. Ich bin schon auf dem Rückweg. Was ist?"

Der Kollege schien zu zögern. "Fährst du über Clifden?"

"Wer fährt von Letterfrack über Clifden, wenn er nach Galway will? Das dauert viel länger. Ich habe die Straße über Recess genommen. Warum?"

"Schon gut."

"Warum, Rory?", insistierte sie.

"Äh, da gibt es so eine herrliche Krebspastete. Wie man sie früher gemacht hat. Die gibt es im ..." Er brach ab und Grace musste lächeln.

"Tut mir leid, Rory. Wenn ich gewusst hätte, dass du auf diese Krustentierpaste stehst, hätte ich gern den Weg über Clifden in Kauf genommen, nur um dir ..." In diesem Moment sah sie jemanden mitten auf der Straße stehen, der etwas Undefinierbares im Arm hielt. Sie fluchte wieder.

"Da ist was, Rory. - Bis später!" Sie drückte ihn weg.

Grace stand fast auf der Bremse und konnte den Wagen gerade noch zum Stehen bringen. Die Person auf der Straße - es war, wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellte, eine Frau - stand wie angewurzelt da und schaute ihr erwartungsvoll entgegen. Im Arm hielt sie einen zotteligen Border Collie, wie es sie hier auf fast jedem Hof gab. Grace hatte schon ihre Tür geöffnet und sich in den strömenden Regen hinausgelehnt. Da schaute die Frau ganz kurz auf ihre Armbanduhr./

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