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Jana Kosic - Nicht einmal deinen Namen kenne ich ... von Geras, Louis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.01.2015
  • Verlag: united p.c.
eBook (ePUB)
13,99 €
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Jana Kosic -

'Die Wahrheit ist gefährlich!', schrie Ivan Kosic seiner Tochter Jana entgegen, 'Die Wahrheit tötet alle!'... Die Journalistin Jana Kosic recherchiert gerade über Waffenhandel im ehemaligen Ostblock, als ihr Vater überraschend stirbt. Er hinterlässt ihr ein Paket und einen Brief - ein Stück verborgener Vergangenheit. Doch die Vergangenheit ist mit der Gegenwart verflochten und sie muss erkennen, dass ihr Vater recht hatte. Der Spur der Wahrheit zu folgen ist gefährlich!!!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 356
    Erscheinungsdatum: 08.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710320026
    Verlag: united p.c.
    Größe: 462 kBytes
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Jana Kosic -

Der Wahrheit verpflichtet
Ivan Kosic
März 1998

Die Sonne senkte sich dem Horizont entgegen, als Jana das alte, an manchen Stellen bereits verrostete Gittertor zögernd aufdrückte, um endlich Frieden mit Ivan zu schließen. Scheppernd fiel es hinter ihr wieder ins Schloss. Leise knirschten die Kieselsteine unter ihren Sohlen, während sie den einsamen Pfad langsam, gedankenverloren, entlang schritt.

In den langen Schatten der hohen Ulmen lagen mit Herbstblumen geschmückte Gräber. Kerzen flackerten in ihren roten Hüllen und sandten ihr warmes, von Minute zu Minute stärker werdendes Licht, tröstend aus. Vereinzelt zwitscherten in den Heckenbüschen noch Vögel ihr abendliches Lied. Ansonsten herrschte Stille.

Nur die Seelenkapelle, die links von Jana ein wenig erhöht auf einen Hügel stand, wurde noch von der untergehenden Sonne bestrahlt. Die Dämmerung legte sich schleichend über den Totenacker.

Die wenigen Gestalten in den entfernten Ecken des Friedhofs waren mit sich, ihren Gedanken über den Tod und den Gräbern beschäftigt. Niemand achtete auf Jana. Sie war alleine mit sich und ihren Gedanken. Und das war gut so, denn die Gefühle, die in ihr aufstiegen, schnürten ihr die Kehle zu.

Ihr Mund fühlte sich trocken an. Sie schluckte mehrmals mühsam und räusperte sich unbehaglich, einen Klos in ihren Hals bekämpfend. Selbst jetzt fiel es ihr noch schwer, diesen Weg zu gehen.

Ein halbes Jahr war seit Ivans Tod vergangen und sie hatte diesen Ort gemieden.

Zu viele Ungereimtheiten und Lügen lagen zwischen ihnen. Aber vor allen Angst. Angst vor der Wahrheit, die er ihr verschwiegen, vorenthalten hatte und die sie seit seinem Tod gesucht hatte. Stück für Stück legte sie die Wissensstücke aneinander. Wie ein Puzzlespieler fügte sie mit jeden Teil, das sie fand, ein Bruchstück der Wahrheit zusammen.

Nun endlich lag die ganze Wahrheit - zumindest nahm sie es an - vor ihr, mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten. Die vielen offenen Fragen waren geklärt. Die Angst war einem Gefühl der Erleichterung gewichen.

Jetzt war sie zurückgekehrt in ihre Heimat, um mit ihrer Vergangenheit, und vor allem mit Ivan, Frieden zu schließen.

Sie wich einem tiefhängenden Ast einer Silbertanne aus, der sich über den schmalen Weg streckte, als wolle er nach den wenigen lebendigen Besuchern die Hand ausstrecken, sie packen und mit sich in die Tiefe zerren.

Die seitliche Bewegung ließ sie zusammenzucken. Ein stechender Schmerz bohrte sich in ihre Schulter.

Für einen Moment musste sie stehen bleiben um das dumpfe Pochen durch langsames gleichmäßiges Ein- und Ausatmen abklingen zu lassen. Sie legte ihre Hand auf den Verband unter ihrer Bluse und schloss die Augen. Langsam ebbte der Schmerz ab.

Drei Wochen war es her seit die Kugel ihre linke Schulter durchschlagen hatte. Und noch immer wachte sie nachts auf.

Vor Schmerz, wenn sie unbeabsichtigt sich auf die falsche Seite drehte. Aber vor allem aus Angst.

Und wie so oft in den letzten Wochen sah sie auch jetzt vor ihrem geistigen Auge das kalte Aufblitzen des Zündungsfeuers.

Rasch öffnete Jana wieder die Augen. Schüttelte ihren Kopf um das erschreckende Trugbild zu vertreiben und fuhr sich über, die blassen Wangen.

Es würde noch lange dauern, bis sie diesen Albtraum nicht mehr ständig vor sich sehen würde. Aber mit jedem Tag würde es besser werden. Zumindest hoffte sie es. Mit der Zeit würden die Erinnerungen verblassen.

Trotz aller Geschehnisse der letzten Monate würde sie sich wieder auf die Suche nach der Wahrheit machen.

Dessen war sie sich sicher.

Erst vor fünf Tagen hatte man sie aus dem Krankenha

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