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Jezebels Tochter Criminal-Roman von Collins, Wilkie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.07.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Jezebels Tochter

Ein Muss für Schmökerfans und Krimiliebhaber Die Witwe Jezebel Fontaine tut alles, um ihre gutherzige, aber aufgrund ihres gesellschaftlichen Status nicht eben chancenreiche Tochter möglichst gut zu verheiraten. Jezebels Charme und Überzeugungskraft und nicht zuletzt der Besitz geheimnisvoller Giftfläschchen leisten ihr dabei gute Dienste. Allerdings hat sie nicht mit Mrs Wagner ge-rechnet, die im Haus des anvisierten Bräutigams zu tun hat. Von Natur aus misstrauisch, kommt die alte Dame der Lösung der rätselhaften Giftanschläge immer näher. Doch es ist ein Spiel gegen die Zeit ...Wilkie Collins spinnt ein feines Geflecht aus Geheimnissen und Intrigen, das bis zur letzten Seite fasziniert. Wilkie Collins, 1824 in London geboren und 1889 dort gestorben, enger Freund Charles Dickens', begann nach kurzer juristischer Tätigkeit die Schriftstellerlaufbahn. Er schrieb eine Reihe äußerst spannender, melodramatischer Romane, die, geschickt konstruiert, den Leser auf falsche Spuren locken und als Vorläufer des modernen Detektivromans gelten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 24.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423423144
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 14333
    Originaltitel: Jezebel's Daughter
    Größe: 1801 kBytes
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Jezebels Tochter

MR. DAVID GLENNEY BEFRAGT SEIN GEDÄCHTNIS UND BEGINNT DIE ERZÄHLUNG

ERSTES KAPITEL

Was Jezebels Tochter betrifft, so beginnen meine Erinnerungen mit dem Tode zweier ausländischer Herren, die am selben Tage desselben Jahres in zwei verschiedenen Ländern starben.

Beide waren sie auf ihre Weise Männer von einiger Bedeutung, und beide einander unbekannt.

Mr. Ephraim Wagner, Kaufmann (ehemals in Frankfurt am Main ansässig), starb am dritten Septembertage 1828 in London.

Doktor Fontaine – zu seiner Zeit für Entdeckungen in der experimentellen Chemie berühmt – starb am dritten Septembertage 1828 in Würzburg.

Sowohl der Kaufmann als auch der Doktor ließen Witwen zurück. Die Witwe des Kaufmanns (eine Engländerin) war kinderlos geblieben. Die Witwe des Doktors (aus einer süddeutschen Familie stammend) hatte eine Tochter zu ihrem Troste.

Zu dieser fernen Zeit – ich schreibe diese Zeilen im Jahre 1878 und blicke ein halbes Jahrhundert zurück – war ich ein junger Mann und arbeitete in Mr. Wagners Büro. Als Neffen seiner Gattin hatte er mich in freundlichster Weise in seinen Hausstand aufgenommen. Was ich nun erzählen werde, sah und hörte ich mit eigenen Augen und Ohren. Mein Gedächtnis ist verläßlich. Wie andere alte Leute entsinne ich mich an Ereignisse, die sich zu Beginn meines Lebens zutrugen, weit deutlicher als an solche, die erst zwei oder drei Jahre zurückliegen.

Der gute Mr. Wagner war viele Monate hindurch leidend gewesen, aber die Ärzte hatten nicht unmittelbar um sein Leben gefürchtet. Er überführte sie des Irrtums und nahm sich die Freiheit zu sterben – zu einem Zeitpunkt, da sie alle erklärten, daß die erdenklichste Hoffnung auf seine Genesung bestehe. Als dieses Leid über seine Frau hereinbrach, war ich im Londoner Büro abwesend, da ich mich auf Geschäftsreise zu unserer Zweigstelle in Frankfurt am Main befand, die von Mr. Wagners Geschäftspartnern geleitet wurde. Der Tag meiner Rückkehr war der Tag nach dem Begräbnis. Er war auch zur Testamentseröffnung bestimmt worden. Mr. Wagner, muß ich hinzufügen, hatte die britische Staatsbürgerschaft angenommen, und so war sein Testament von einem englischen Rechtsanwalt aufgesetzt worden.

Die vierte, fünfte und sechste Klausel des Testaments sind die einzigen Abschnitte dieses Schriftstückes, die hier erwähnt werden müssen.

Die vierte Klausel übereignete das gesamte Vermögen des Erblassers, sowohl an Grundbesitz als auch an Barvermögen, uneingeschränkt seiner Witwe. In der fünften Klausel lieferte er einen weiteren Beweis des unbedingten Vertrauens, das er in sie setzte – er bestimmte sie zur alleinigen Testamentsvollstreckerin.

Die sechste und letzte Klausel begann folgendermaßen:

"Während meiner langen Krankheit hat meine liebe Frau den Posten meiner Sekretärin und Bevollmächtigten bekleidet. Sie hat sich so eingehend mit den Grundsätzen vertraut gemacht, nach denen ich mein Geschäft geführt habe, daß sie meine würdigste Nachfolgerin ist. Ich bezeuge ihr nicht nur mein volles Vertrauen und meine aufrichtige Dankbarkeit, sondern handle zugleich im besten Interesse der Firma, deren Vorsitz ich führe, wenn ich hiermit meine Witwe, mit allen diesbezüglichen Befugnissen und Vorrechten, zu meiner alleinigen Geschäftsnachfolgerin bestimme."

Wir beide, der Rechtsanwalt und ich, blickten meine Tante an. Sie war in ihren Sessel zurückgesunken; ihr Gesicht verbarg sie in ihrem Taschentuch. Wir warteten respektvoll ab, bis sie sich genügend erholt habe, um uns ihre Wünsche mitzuteilen. Die Lie

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