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Kälter als die Angst Kriminalroman von Drews, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 21.12.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Kälter als die Angst

Carla Delbrück wurde grausam ermordet. Zunächst sieht alles nach einer Beziehungstat aus, auch wenn ihr Ehemann jegliche Schuld leugnet. Tatsächlich bekam die Tote anonyme Drohbriefe, die in Zusammenhang mit einer angeblich längst aufgeklärten Bluttat stehen. Wurde Carla Delbrück Opfer eines Nachahmungstäters? Oder wusste sie mehr über den Mord von damals? Charlotte Schneidmann und Peter Käfer ermitteln - ohne zu ahnen, dass sie einen ruchlosen Killer jagen, der sich gerade erst warm läuft ...

Schon während ihres Studiums arbeitete Christine Drews für diverse TV-Produktionen; heute schreibt sie Drehbücher oder wirkt als Autorin bei Showformaten mit. Mit ihren Romanen um das Münsteraner Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer begeistert sie etliche Krimifreunde im In- und Ausland. Zusammen mit ihrer Familie lebt Christine Drews in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 21.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561438
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Kälter als die Angst

1

Katrin Ortrup lehnte mit einem Glas Wein an der grob verputzten Wand und versuchte, dem Monolog zu folgen, der ohne Pause aus dem Mund ihres Gegenübers strömte. Der breite Hausflur eignete sich perfekt für die Feier, die ihre neuen Nachbarn ihr zu Ehren organisiert hatten. Auch aus den umliegenden Häusern waren Gäste gekommen, insgesamt tummelten sich nun bestimmt fünfundzwanzig Personen im Hausflur und ließen es sich gutgehen. Neben dem Treppenaufgang stand ein Klapptisch mit selbstgemachten Frikadellen, Käse, Weißwein und Bier. Für die Kinder gab es Limo und Wasser, aber die hatten sich schon vor einer Weile in die Wohnung von Familie Mahnheim verdrückt, um dort mit der Playstation zu spielen. Alle Nachbarn machten einen netten Eindruck, und Katrin war froh, dass man sie hier so herzlich willkommen hieß. Vor zwei Wochen war sie eingezogen, und bisher hatte sie die Entscheidung keine Sekunde bereut. Es war der ideale Ort, um nach der Scheidung von Thomas neu anzufangen.

Katrin nippte an ihrem Weißwein und versuchte, sich wieder auf das Gespräch zu konzentrieren. Stefan Mahnheim, der Mann, der sie gerade vollquatschte, hatte offensichtlich schon einen sitzen, jedenfalls verlor er immer häufiger den Faden und verstrickte sich in nicht enden wollenden Sätzen. Sie konnte ihm einfach nicht folgen. Immer wieder ging ihr Blick zur Wohnungstür der Mahnheims, die einen Spalt offen stand und aus der vergnügtes Kindergeplapper zu hören war. Es ist alles in Ordnung, sagte sie sich. Eine gewisse Grundangst war seit damals einfach fest in ihr verankert.

Zum Glück hatte sich Leo schnell mit den Kindern der Mahnheims angefreundet, die ungefähr in seinem Alter waren. Hannes war mit elf Jahren ein Jahr älter als er, und Sarah war gerade neun geworden. Katrin überraschte es immer wieder, wie gut Leo die schrecklichen Ereignisse weggesteckt hatte. Sieben Jahre lag das alles nun zurück.

Ein helles Lachen riss sie aus ihren Gedanken, und im selben Augenblick stürmte eine junge Frau fröhlich kreischend aus der Wohnung der Mahnheims. Sie wurde von einer Horde Kindern verfolgt, die sie zu fangen versuchten. Kurz vorm Treppenhaus schlug die junge Frau sportlich einen Haken, und ihre langen roten Locken wirbelten durch die Luft. Wenige Sekunden später verschwand sie mit einem lauten "Ihr kriegt mich nicht!" wieder in der Wohnung. Ohne Berührungsängste zu zeigen, tobte Leo in vorderster Reihe mit. Katrin war froh, dass er trotz allem, was er erlebt hatte, immer noch schnell Vertrauen zu anderen Menschen fassen konnte. Manchmal kam es ihr so vor, als hätte er die Geschehnisse von damals vergessen. Während sie selbst in den letzten sieben Jahren jeden Tag an diese Zeit der Angst und Ungewissheit denken musste. Der Kommissarin, die ihn damals gerettet hatte, würde sie bis an ihr Lebensende dankbar sein.

Die erste Zeit danach hatten sie alle wie in Trance erlebt. Katrin erinnerte sich noch, wie sie die Tage im Schlafanzug verbracht hatten. Nicht nur sie, auch Thomas und Leo, sie waren alle unfähig gewesen, vor die Tür zu gehen. Natürlich hatten sie psychologische Hilfe in Anspruch genommen, aber Katrin war sich nicht sicher, ob die ihnen wirklich geholfen hatte oder ob es im Endeffekt nicht Finn gewesen war, der der Familie wieder Normalität verschafft hatte. Denn als ihr jüngster Sohn auf die Welt gekommen war, war zumindest sie gezwungen gewesen, wieder zu funktionieren, am Alltag teilzunehmen und sich um ihre Familie zu kümmern. Sie war davon überzeugt, dass so auch Leo wieder ins normale Leben zurückgefunden hatte. Finn war ihr Sonnenschein, das große Glück, das sie alle ins Leben zurückgeholt hatte.

Ihre Ehe hatte das Drama trotzdem nicht überstanden. Dennoch hatte Katrin manchmal das Gefühl, an alldem auch gewachsen zu sein. Für sie war es ein großer Schritt gewesen, als sie vor gut drei Jahren damit begonnen hatte, sich aktiv in der Opfernachsorge zu engagieren. Thomas hatte das nie v

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