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Köbi der Held Der erste Köbi Krimi von Pörtner, Stephan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2014
  • Verlag: Edition Aisatore
eBook (ePUB)
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Köbi der Held

In seiner Heimatstadt Zürich hält sich der sympathische Taugenichts Köbi Robert mit Gelegenheitsjobs über Wasser - bis er eines Tages seinen alten Schulfreund Lucien Huwyler wiedertrifft. Der reiche Architekt beauftragt Köbi, seine verschwundene Halbschwester Malaika zu finden. Mit einem fürstlichen Vorschuss ausgerstattet, macht sich der unerfahrene Köbi auf die Suche und gerät dabei in die geheimnisvollen und gefährlichen Machenschaften der Zürcher Unterwelt. ------ 'Pörtners Köbi ist nicht nur ein genauer, sondern auch ein unerbittlicher Beobachter und Kommentator. Mit Ironie, die manchmal bis zu Spott und regelrechten Bösartigkeiten reicht, verteilt er Hiebe auf bürgerliches Spießertum und ehrgeiziges Arbeitsethos. Beim Lesen stellt sich denn so mancher Wiedererkennungseffekt ein, was zu zahlreichen Lachern führt.' --- Neue Zürcher Zeitung 'Stephan Pörtner legt mit Köbi der Held einen Krim vor, der witzige und ernüchternde Einblicke in den Zürcher Underground bietet. Un einen erfrischend dilettantischen Detektiv.' --- Taglbatt der Stadt Zürich 'Mit diesem Krimi ist Pörtner eine unterhaltsame Darstelllung der Zürcher Subkultur gelungen. Auch für Nicht-Zürcher sind die abgedrehten Charaktere von Köbi der Held eine virtuelle Reise wert.' --- Neue Mittellland Zeitung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 189
    Erscheinungsdatum: 05.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783906247007
    Verlag: Edition Aisatore
    Serie: Köbi Bd.1
    Größe: 273 kBytes
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Köbi der Held

1

Das Paar Boxhandschuhe, das mir am besten gefiel, war natürlich das teuerste. Es kostete doppelt soviel, wie ich eigentlich budgetiert hatte. Ich streifte durch die Sportabteilung des Warenhauses Jelmoli. Mein Trainer hatte angedeutet, dass ich bald wieder gut genug sein würde, um Sparring zu boxen. Außerdem hatte ich ein Geschenk verdient, weil ich so brav trainierte und Fortschritte machte. Etwas weniger euphorisch prüfte ich bei den billigeren Handschuhen Verarbeitung und Tragkomfort und ließ die ästhetischen Gesichtspunkte außer acht. Ein schwarzes Paar, nicht schön, aber zweckmäßig, wahrscheinlich das Vorjahresmodell, fand Gnade vor meinem Portemonnaie. Ich legte es weit hinten ins Gestell, damit es mir niemand wegschnappen konnte.

Erst einmal wollte ich mich umschauen, was es denn sonst im Fitnessbereich gab, was diese Saison hochgejubelt, als brandneu verkauft und mit entsprechender Ausrüstung zum Geschäft gemacht wurde: Softhockey, Rollerblades und Hockey auf Rollerblades. Dazu kamen ein paar neue Varianten des Hallenturnens, die nur in knallbunter Kleidung, die penetrant alle sonst schamhaft versteckten Körperteile betonte, auszuüben waren. Für einen gut geformten Körper hatte man immerhin hart gearbeitet. Er symbolisierte Leistungswillen, Jugendlichkeit und modernen Lebensstil und war ein Statussymbol wie ein schnittiges Auto. Bei den Frauen diente er als eine Art Aussteuer. Straffe Schenkel, nicht Barchentleintücher machten heute die gute Partie aus. Wenn ich richtig gelesen hatte, rangierte das Fitnesscenter als Aufreißrevier noch vor der Disco, dort war es wahrscheinlich zu laut.

Ich meinerseits, krummbeinig und schmal, trainierte noch immer in der guten blauen Turnhose und einem zu großen, weißen Unterleibchen. Dieses Tenue war heutzutage gar nicht leicht aufzutreiben.

Bei den unzähligen Turnschuharten wühlte ich nach Aktionen, meine Laufschuhe waren schon uralt, und so ganz war ich gegen die Versprechen der Industrie nicht gefeit. Auch ich hoffte, neue Schuhe würden von alleine rennen. Aber in meiner Größe gab es verbilligt nur hohe Luftkissenschuhe, die ebenso aus der Mode wie unbrauchbar waren, oder Trekkingschuhe und Snowboardstiefel.

Ich ging zurück zu den Laufschuhen, von denen ich das eine oder andere frisch riechende Exemplar fachmännisch verbog, ohne zu wissen, was ich dadurch in Erfahrung bringen konnte. Da bemerkte ich, dass ich von der Seite her angesehen wurde. Wahrscheinlich war der Warenhausdetektiv auf mich aufmerksam geworden. Ich fingerte alles an, ohne etwas zu kaufen. Einen Moment lang hatte ich tatsächlich nach Möglichkeiten gesucht, die teuren Boxhandschuhe abzuzügeln, darum fühlte ich mich ertappt und sah zur Seite. Ein Mann in meinem Alter stand etwa fünf Meter entfernt, schaute mich an und lächelte. Es war kein Detektiv, es war Lucien Huwyler.

"Hey", sagte ich. "Lucien!"

"Also doch." Mit einem leicht gequälten Grinsen, als hätte ich ihn beim Ladendiebstahl erwischt, kam er auf mich zu.

"Köbi, Köbi Robert."

Lucien und ich hatten zusammen die Schulbank gedrückt, vor ungefähr hundert Jahren. Trotzdem war er auf den ersten Blick wiederzuerkennen, selbst von mir, der ein hundsmiserables Personengedächtnis hatte. Er wirkte immer noch wie ein Gymnasiast auf mich, aber vielleicht kam das daher, dass ich ihn nicht anders kannte.

"Das ist ja eine Ewigkeit her, dass ich dich gesehen habe." Er trat auf mich zu und hielt mir die Hand hin.

Ich nahm seine Hand, obwohl ich das schon in der Schule eine blöde Einrichtung gefunden hatte und es auch heute noch so empfand. Wenn es nicht sein musste, fasste ich keine Menschen an, schon gar nicht mitten auf

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