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Kaliber Kriminalroman von Bruen, Ken (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2015
  • Verlag: Polar Verlag
eBook (ePUB)
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Kaliber

Der Südosten Londons wird vom 'Manners Killer' heimgesucht, der seinen Opfern eine Lektion in Anstand beibringen will. Sein Pech, dass die Ermittlungen ausgerechnet Inspector Brant übernimmt, der gerade einen Kriminalroman schreibt und in bester 'The Killer Inside Me'-Manier von Jim Thompson der Meinung ist, dass, wenn schon jemand in seinem Revier ungestraft mit einem Mord davonkommt, er das doch bitteschön selbst ist. 'Now here is a serial killer for modern times.' Und ein Inspector der alten Schule. Mit einem Vorwort von Robert Brack

1951 in Galway geboren, studierte Ken Bruen am Trinity College in Dublin und promovierte über Metaphysik. Ein Vierteljahrhundert lang lebte er in Asien, Südamerika und Afrika, bevor er seine schriftstellerische Karriere begann. Seine Bücher wurden mehrfach mit renommierten nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Bruen lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in seiner Geburtsstadt Galway.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 13.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945133132
    Verlag: Polar Verlag
    Größe: 765 kBytes
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Kaliber

It depends on a complete assurance that a punch on the nose will not be the reply .
- The Raymond Chandler Papers:
Selected Letters and Nonfiction 1909-1959 ,
edited by Tom Hiney and Frank MacShane
5

Falls war für die Schule angezogen, gebügelte Uniform, die Gesundheitsschuhe ordentlich geputzt. Ein prüfender Blick in den Spiegel, da, neue Falten, sie zog einen Flunsch und riss die Augen auf, nur schlimmer, die Furchen wirkten tiefer. Sie griff ins Schminketui, deckte sie schnell ab.

Sie war beim zweiten Kaffee, ohne Zucker.

In letzter Zeit hatte sie zugelegt, und einen irren Moment lang hatte sie gedacht:

Ach, zur Hölle, ein bisschen Koks, alles wieder gut .

Der Irrsinn war verflogen. Klar, sie würde ein paar Kilos verlieren, außerdem:

Ihren Job
Ihre Wohnung
Ihren Verstand.

Die Nummer hatte sie schon ein paar Mal durchgezogen. Neben der Kaffeekanne lag ein Plunderstück. Mit schneller Bewegung packte sie zu, schmiss es in den Müll, rief:

"Mir doch egal!"

Auf dem Boden stapelte sich Papier mit Anleitungen für den Vortrag, den sie an den Schulen halten sollte. Sie hatte alles einmal durchgelesen, der erste Absatz schlug vor:

"Der Polizeibeamte sollte so schnell wie möglich eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen."

Ja, klar.

Vielleicht, indem man ihnen sagte, wo sie erstklassiges Hasch herkriegen konnten.

Der Typ hatte offensichtlich noch nie was von der Brixton Comprehensive gehört, der ersten Schule auf Falls' Liste. Die "Schüler" waren normalerweise bewaffnet - Messer, Flaschen, Schlagstöcke, angeschliffene Kämme -, und die einzige Beziehung, an der ihnen was lag, war die zu ihrem örtlichen Crackdealer.

Falls war klar, dass diese Aufgabe nur einen Schritt weg von der Streife war. Der Drang, alles hinzuschmeißen und zu gehen, war fast übermächtig. Aber, wie Brant, lag ihr der Job im Blut. Trotz der desaströsen letzten Jahre fuhr sie immer noch darauf ab, Bulle zu sein. Nichts auf der Welt kam dem Gefühl gleich, eine Spur zu verfolgen. Brant wusste das, hatte gesagt:

"Du bist Adrenalinjunkie, und komme, was wolle, es ist der einzige Job, der deine Muschi feucht macht."

Ein Auto hupte, McDonald. Sie sammelte die Papiere ein, auch wenn sie nutzlos waren, warf dem Plunderstück einen sehnsüchtigen Blick zu, lief nach draußen. Ein verbeulter Volvo am Bordstein, McDonald hinterm Steuer. Wenn sie auf Höflichkeit hoffte, konnte sie lange warten. Sie stieg ein, sagte:

"Morgen."

Versuchte, warm zu klingen. Er warf ihr einen Blick vernichtender Verachtung zu, brummelte: "Von mir aus."

Und stieg aufs Gas, ließ die Reifen quietschen, drängelte sich in den Verkehr. Falls beobachtete ihn beim Fahren. Ein angeschossener Bulle ist ein abgeschossener Bulle, wie der Polizeimund sagt. Ließ sich nicht abstreiten, wenn man McDonalds zusammengepresste Lippen sah. Ursprünglich aus Edinburgh, war er ein scharfer Kerl gewesen, die Frauen hatten ihn als "Traumtyp" bezeichnet.

Das war vorbei.

Über Nacht war er gealtert, graue Strähnen im einst glänzenden Haar. Tiefe Falten in den Wangen und die Angewohnheit, mit den Zähnen zu knirschen. Dazu noch eine brodelnde Wut, und er war fast ein Klon von Brant.

Ohne das Hirn.

Falls fragte sich, warum er nicht hinschmiss. Die Demütigung, mit ihr verpartnert worden zu sein, glühte wie ein Neonschild aus seinen Augen, ein fieser Blick. Als sie vor der Schule hielten, fragte sie:

"Wollen wir das Ganze einmal durchgehen?"

"Was

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