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Kalter Kuss Thriller von Brown, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Kalter Kuss

Schuld verjährt nie ...
In einer stürmischen Mainacht wird ein 16-jähriges Mädchen in Austin brutal ermordet. Ein Mann wird verurteilt, doch seine Schuld konnte nie zweifelsfrei erwiesen werden.
18 Jahre später sorgt ein Roman über den Mordfall für Furore. Hinter dem Pseudonym der Autorin steckt Bellamy Lyston, die Schwester der damals Ermordeten. Als ein windiger Journalist die Identität der Autorin lüftet, erhält Bellamy anonyme Drohungen, und sie weiß: Der wahre Mörder ihrer Schwester ist noch auf freiem Fuß und hat nun sie im Visier ...

Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman "Trügerischer Spiegel" auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman "Die Zeugin", der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 08.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151485
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Low Pressure
    Größe: 1965kBytes
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Kalter Kuss

1

K nurrend griff Dent nach dem Telefon: "Was ist?"

"Du liegst noch in der Falle?"

"Wie spät ist es?"

"Du hörst dich betrunken an."

"Muss ich denn nüchtern sein?"

"Wenn du den Job willst, schon."

"Heute?"

"Sobald du hier sein kannst."

"Ich hab befürchtet, dass du das sagen würdest. Lohnt sich der Aufwand überhaupt?"

"Seit wann kannst du es dir leisten, eine Tour abzulehnen?"

"Okay, okay. Wie viel?"

"Zweitausend hin und zurück."

"Wohin?"

"Houston Hobby."

"Über Nacht?"

"Nein."

Dent setzte sich auf, schwang die Füße auf den Boden und versuchte festzustellen, wie nüchtern er war. Er fuhr sich mit den Fingern durchs Haar und ließ dann die Hand flach auf dem umnebelten Schädel liegen. "Zweifünf plus Treibstoffkosten."

"Der Typ ist krank. Er muss zur Chemo ins Krankenhaus von Anderson."

"Zweitausendfünfhundert plus Treibstoffkosten."

Ein unverständliches Brummeln, in dem nur das Wort "gierig" zu verstehen war, dann: "Ich glaube, das lässt sich machen."

"Tu das, und die Sache ist geritzt. Wie ist das Wetter so?"

"Heiß, schwül, Texas im Mai."

"Niederschlag?"

"Möglicherweise vereinzelte Gewitter am späten Abend. Nichts, was sich nicht umgehen ließe, nichts wirklich Wildes." Nach kurzem Zögern: "Und du kannst wirklich fliegen?"

"Tank die Maschine auf."

Auf dem Weg zum Bad verhakte er sich mit dem nackten Fuß im Kabel der Schwanenhalslampe und riss sie vom Nachttisch. Sie landete klappernd auf dem Boden, aber wenigstens blieb die Birne heil. Er kickte die Lampe und einen Haufen schmutziger Kleidungsstücke beiseite und taumelte weiter ins Bad, wo er das kalte grelle Licht verfluchte, kaum dass er es eingeschaltet hatte.

Er rasierte sich nach Gefühl unter der Dusche, beugte sich beim Zähneputzen tief über das Waschbecken und beschloss, die Haare in der Luft trocknen zu lassen, statt sie zu föhnen. Diese Art der Körperpflege brachte einige Unannehmlichkeiten mit sich, aber alles war besser, als in den Spiegel zu schauen.

Ins Schlafzimmer zurückgekehrt, legte er seine Pilotenuniform an: Jeans, weißes Leinenhemd, schwarze Krawatte, locker unter dem offenen obersten Hemdknopf geknotet. Er rammte die Füße in die Stiefel und nahm Brieftasche, Schlüssel und Pilotenbrille vom Nachttisch. In der Tür blieb er noch einmal stehen und drehte sich zu der nackten Frau in seinem Bett um. Sie - ihr Name wollte ihm beim besten Willen nicht einfallen - war immer noch mehr oder weniger bewusstlos. Er spielte mit dem Gedanken, ihr einen Zettel zu schreiben und sie zu bitten, die Tür abzuschließen, wenn sie die Wohnung verließ.

Dann tasteten seine blutunterlaufenen Augen die Räumlichkeiten ab, und er dachte sich: Wozu? Hier gab es nichts, was ein Dieb stehlen wollte.

Die morgendliche Stoßzeit war vorbei und der Verkehr halbwegs flüssig. Das einzige Überbleibsel aus Dents früherem Leben war rot und mit einem getunten 530-PS-Motor mit Sechsganggetriebe, langen Fächerkrümmern sowie einem Corsa-Titanauspuff ausgestattet. Auf jedem freien Straßenabschnitt jagte er die Corvette auf über 130 Stundenkilometer hoch und die Stadtgrenzen von Austin hinaus, bis er den kleinen Privatflugplatz erreicht hatte.

Er hätte seine Maschine auf einem schickeren Flugplatz mit einem richtigen Tower unterbringen können, aber er hatte moralische Verpflichtungen. Außerdem passte ihm der Platz ganz gut.

Die Maschine stand bereits auf dem Vorfeld, vor einem einsamen Wellblech-Hangar. Der Platz hatte schon bessere Tage gesehen. Vor gut zwanzig Jahren zum Beispiel, als Dent zum ersten Mal hier aufgetaucht war.

Rund um die Fundamente der rostigen Wände des Hangars wucherte ein fransiger Saum aus wilder Mohrenhirse. Der ausgebleichte orangerote Windsack war der einzige, den Dent je hier gesehen hatte, und wahrscheinlich no

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