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Karfreitag Kommissar Bauer und die Frauen von Schuldlos, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2013
  • Verlag: Eurokomm
eBook (ePUB)
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Karfreitag

Helmut Bauer, Kriminalhauptkommissar der Münchner Polizei, ermittelt in einem mysteriösen Fall. Pierluigi Cantoni, ein italienischer Kellner und Gelegenheitsstricher, wird im Englischen Garten, gefesselt und mit einer Tüte über dem Kopf, tot aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass er nicht erstickt, sondern ertrunken ist.Das Münchener Schlachthofviertel mit seinen eigenwilligen und einfachen Menschen bildet die Kulisse für Bauers Ermittlungen, aber auch für sein Leben, das er größtenteils in diesem Viertel verbrachte.Der Kommissar selbst ist Opfer dieses Milieus. Er trinkt zuviel, isst zuviel und die Liebe zu Frauen erlebt er nur in Zweckbeziehungen.\\\'Karfreitag\\\' ist ein bayerischer Kriminalroman, der nicht nur an der Oberfläche des Kommissars kratzt, sondern sein Innerstes, sein Empfinden und seine Sichtweisen zeigt - manchmal ernst, manchmal kauzig. Bauer ist ein Mensch, den man hassen, aber auch lieben muss.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 13.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783000388712
    Verlag: Eurokomm
    Größe: 419 kBytes
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Karfreitag

Ich gehöre sozusagen zu einer absoluten Notwendigkeit in dieser Welt. Ohne meine Erkenntnis wäre dieses Viertel ein Hort des Wahnsinns! Metzger und Viehhändler können doch nicht das Maß der menschlichen Ethik definieren? Ich sage dir, dieses Viertel braucht mich, wie der Wald den Regen braucht!"

"Vom selbigen bin ich jetzt in die Traufe gekommen, glaub' ich", erwidert Bauer.

Der Kellner kommt, um Burger nach dessen Bestellung zu fragen.

"Bringst mir bitte zunächst einmal ein Helles", meint Burger.

"Und denk' bittschön an meine Spaghetti Carbonara", ruft Bauer dem davon eilenden Kellner nach.

"Du solltest dir mal wieder eine Frau anlachen, Helli. Das Alleinsein tut dir nicht gut!"

"Hab' ich schon."

"Was, tatsächlich? Darf ich fragen, ob es sich um eine Hiesige handelt?"

"Sie ist aus Haidhausen. Anwaltsfrau."

"Was? Verheiratet? Das endet doch wieder tragisch für dich! Verliebe dich niemals in eine verheiratete Frau, glaub' mir Helli!"

"Ach was! Das ist ja gerade das Gute an dieser Beziehung. Keiner will den anderen besitzen. Keiner stellt Ansprüche, außer an den gemeinsamen Sex."

"Also Helmut, an deiner Stelle, wäre ich da sehr vorsichtig. Genauer gesagt hätte ich so eine Affäre nie begonnen. Die Tragik derartiger Beziehungen hat schon fast historische Dimension! Denk' doch mal an den armen Ferdinand Hintergruber. Den Ferdl! Tot seit fast 14 Jahren. Erstochen durch den Ehemann seiner Geliebten. Der Ferdl ist tot, der Ehemann sitzt noch im Gefängnis und die Alte lebt in Saus und Braus vom Vermögen ihres Mannes. Erkennst du nun, was ich meine? In diesem Spiel kann es nur einen Gewinner geben, wenn überhaupt!"

Bauer blickt in Burgers Augen. Er weiß nicht, ob er die Gossenweisheit des Philosophen ernst nehmen oder es als bloßes Geplapper abtun soll.

Am nächsten Morgen wartet Bauer in seinem Büro auf Max Griesbauer, den Stadtrat. Kurz nach neun Uhr ist Griesbauer da. Bauer bittet ihn in sein Büro und schließt die Tür hinter ihm. Kreuzpeintner sitzt auf einem Stuhl, der neben Bauers Schreibtisch steht. Griesbauer nimmt vor dem Schreibtisch Platz.

"Herr Griesbauer, erst mal vielen Dank, dass sie sich herbemüht haben! Ich bin, wie sie bereits wissen, Kriminalhauptkommissar Helmut Bauer und dies hier ist mein Kollege Franz Kreuzpeintner."

"Guten Morgen, meine Herren. Was kann ich für sie tun? Muss ja wirklich wichtig sein, wenn ich extra hierher kommen muss!"

"Wir ermitteln in einem Mordfall. Ein italienischer Kellner eines italienischen Restaurants am Gotzinger Platz wurde ermordet im Englischen Garten gefunden. Bei den Ermittlungen hat sich herausgestellt, dass er nebenher als Stricher gearbeitet hat. Sein Spitzname war Züngerl, weil er sich auf bestimmte Praktiken verlegt gehabt hat", sagt Bauer an Griesbauer gewandt. Der rutscht indes etwas nervös auf seinem Stuhl hin und her, grinst leicht unsicher und fragt nach einer kurzen Pause:

"Ja, und was wollen sie dann von mir? Sie werden doch nicht glauben, dass ich ihnen in einem solch schmierigen Fall behilflich sein kann?"

"Sie können", erwidert Bauer ernst. Um dann fortzufahren:

"Ein Vermittler von Strichjungen hat uns ihren Namen gegeben, Herr Griesbauer. Er nennt sich Alfred und sitzt in U-Haft in Stadelheim."

Griesbauer lacht verlegen und fragt:

"Was? Das ist doch absurd, eine Intrige meiner politischen Gegner. Darauf sollten sie nicht hereinfallen, Herr Kommissar!"

"Herr Griesbauer, wir wissen sogar, was ihre besondere Spezialität beim Sex ist. Sie würgen die Männer, während diese ihnen einen blasen! Stimmt's?", meint Bauer drohend./s

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