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Kein Konto für Köbi Der zweite Köbi Krimi von Pörtner, Stephan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2014
  • Verlag: Edition Aisatore
eBook (ePUB)
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Kein Konto für Köbi

Köbi Robert, der alles andere als dynamische Detektiv, gerät wieder einmal in einen Kriminalfall: Ausgerechnet sein alter Kumpel und temporärer Arbeitgeber, der herzensgute Bruno, soll ein Mörder sein. So gerät Köbi von der idyllischen Zürcher Langstrasse ins wilde Regensdorf und an den noblen Zürichberg. Die Spur des ermordeten Anlageberaters führt durch Bankfilialen, Angeberlokale, Fitnesscenter und Bauernhöfe. Köbi, der arbeitslose Held, hat es dabei nicht leicht die Übersicht zu behalten, auch wenn ihn die flotte Mónica, der verlumpte Wiener und ein schwarzer Anzug dabei unterstützen. So fliesst noch viel Wasser die Sihl und Bier die Kehlen hinunter, ehe Licht in die Sache kommt. 'Kein Konto für Köbi' ist ein Kriminal- und ein urbaner Heimatroman. Eine Momentaufnahme jener Zürcher Thirty-somethings mit verblassender Vergangheit und unsicherer Zukunft. Ein unromantischer Blick auf das Zürcher Langstrassenquartier, seine düsteren und hellen Seiten und auf die sich teils überlappenden, teils ausschliessenden Lebensstile in der Stadt: Alkohliker, Anlageberater, Arbeitslose, Angeber und Anverwandte

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 11.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783906247014
    Verlag: Edition Aisatore
    Serie: Köbi Bd.2
    Größe: 305 kBytes
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Kein Konto für Köbi

1

Ich musste eine Weile suchen, ehe ich das Büro des Anwalts fand. Rothenbühler, den Namen hatte ich noch nie gehört.

Er hingegen kannte mich oder hatte zumindest meine Telefonnummer. Wahrscheinlich kannte er nur meine Nummer, sonst hätte er mich nicht frühmorgens um acht Uhr angerufen. Die Angelegenheit sei dringend und lasse sich nicht am Telefon besprechen.

"Kommen Sie bitte um halb zehn in mein Büro", hatte er gesagt und mir die Adresse gegeben.

"Gut, dann komme ich halt um halb zehn", hatte ich verschlafen gemurmelt und verzweifelt nach einem Stift gesucht, um den Straßennamen, der mir schon wieder zu entwischen drohte, festzuhalten. Ich schaffte es gerade noch.

Rothenbühlers Büro befand sich in meiner Nähe, beim Idaplatz, an einer jener Straßen, von denen man den Namen kennt, aber nie so genau weiß, wo sie sich befinden, weil man dort nichts zu suchen hat. Es war fünf nach halb, als ich vor der Bürotür im dritten Stock eines Altbaus stand.

"Bitte läuten und eintreten", stand auf einem kleinen Aluminiumschild über einem weißen Knopf. So läutete ich und trat in eine Art Vorzimmer, das nicht sehr groß, aber ziemlich hoch war. Vor dem Fenster stand eine verstaubte Grünpflanze, links und rechts davon waren zwei graue Aktenschränke. Eine junge Frau saß hinter einem Schreibtisch und telefonierte. Sie sah irgendwie ungesund aus. Vielleicht lag es auch an dem ausgesucht hässlichen Teppich oder an der Atmosphäre des Raumes. Alles sah alt und abgenutzt aus, als hätte es jemand hier stehen lassen, statt auf den Flohmarkt zu bringen.

"Einen Moment bitte", sagte die Frau in den Hörer und drückte einen Knopf an ihrem Telefon. Der Apparat sah durchaus modern aus.

"Herr Robert?"

Ohne auf mein Nicken zu warten, wies sie mit dem Kopf nach rechts zu einer Tür, die einen Spalt weit offen stand. Ich ging hinüber und klopfte an den Türrahmen.

"Ja?", rief es von drinnen und ich ging hinein. Fast wäre ich dabei mit einem Mann zusammengestoßen. Es war der Anwalt Rothenbühler, wie sich herausstellte.

"Hoppla", sagte er und bat mich, Platz zu nehmen. Er wirkte zerstreut und abwesend. Sein Alter war schwer zu schätzen, vielleicht war er gleich alt wie ich, Mitte dreißig, vielleicht aber auch zehn Jahre älter. Er hatte halblange, strähnige Haare, sein Gesicht war lang und schmal, die Haut schimmerte weißlich-gelb. Auf der spitzen, schmalen Nase trug er eine runde, breitrandige Brille. Die Gläser waren dick, richtige Flaschenböden. Er hatte einen grauen Wollpullover und braune Manchesterhosen an. Auf dem Tisch stand ein Aschenbecher, der schon ziemlich voll war.

Rothenbühler setzte sich an den Schreibtisch und griff nach seinen Zigaretten.

"Stört es Sie?" Ich schüttelte den Kopf, er steckte sich eine Gauloise blau ohne Filter an.

"Ich nehme an, Sie haben schon von der Sache mit Bruno gehört?"

"Welcher Bruno?"

"Bruno Krämer. Er wurde verhaftet."

"Bruno? Warum denn das?"

"Mord!"

Ich sagte nichts mehr, sondern schaute diesen seltsam vogelhaften Mann an, der auf seinem Schreibtisch herumfuhrwerkte. Durch die Brillengläser waren die Augen nur verschwommen zu erkennen. Vielleicht war er doch eher Fisch als Vogel.

"Ja", sagte er ungerührt. "Vor zwei Tagen. Das Tötungsdelikt Baumann."

Er sah mich an, soweit ich das erkennen konnte. Die Asche fiel von seiner Zigarette, er nahm einen Zug, hob mit der rechten Hand das Papier, auf dem die Asche lag und kippte sie in den Papierkorb. Eine Übung, die er routiniert, quasi blind ausführte. Ich sagte noch immer nichts. Da nicht anzunehmen war, dass er mich herbestellt hatte, um Schabernack mit mir zu treiben, war das, was er mit da erzählte, wohl die Wahrheit. Auch wenn es unmöglich war.

"Sie sind doch ein Freund von Bruno, nicht wahr?"

Ich nickte. Der Anwalt lehnte sich in seinem quietschenden Bürosessel zurück, dessen schwarzes Leder brüchig un

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